Dyson - ein Firmenportrait der britischen Innovationsschmiede

Text: O.K. / Letzte Aktualisierung: 17.10.2020

Haushaltsgeräte von Dyson
Dyson - Staubsauger, Haartrockner und mehr hochwertige Haushaltsgeräte / Foto: © Tkni

Im Jahr 1978 ärgerte sich der Brite James Dyson darüber, dass sein Staubsauger zunehmend an Saugkraft verlor. Statt jedoch einfach den vollen Beutel auszuwechseln, zerlegte der Tüftler das Gerät in seine Einzelteile, um eine grundsätzliche Lösung für das Problem zu finden. Erst kurz zuvor hatte Dyson einen Zyklon-Abscheider erfunden, der mittels Zentrifugalkraft Lackpartikel aus der Luft filtert. Sein Ziel war es, dieses Funktionsprinzip in einen Staubsauger zu integrieren.

Der erste beutellose Staubsauger war von Dyson
Fünf Jahre und 5.127 Prototypen später war es schließlich soweit und Dyson stellte den ersten beutellosen Staubsauger der Welt vor. Eine Haushaltsrevolution, mit der der emsige Erfinder den Grundstein für seinen heutigen Erfolg legte. Dennoch sollte es noch 10 weitere Jahre dauern, bis der Staubsauger ohne Beutel das Interesse anderer Unternehmen weckte und auf den Markt kam. Mit den ersten Lizenzeinnahmen gründete Dyson im Juli 1991 die Dyson Company und eröffnete kurz darauf ein Forschungszentrum, um an neuen innovativen Haushaltsgeräten zu arbeiten.

Haushaltsgeräte von Dyson

Welche Haushaltsgeräte stellt Dyson her? Zur Zeit gibt es vier große Produktreihen:

Dyson Staubsauger

Im Jahr der Firmengründung brachte Dyson mit dem DC01 (auch "Dual Cyclone" genannt) seinen ersten eigenen beutellosen Staubsauger auf den Markt. Der einmotorige Bodenstaubsauger verfügte über die patentierte Zyklon-Technologie und besaß eine leistungsstarke Bürste für Teppichböden. Der Staub sammelte sich in einem großen transparenten Behälter, der von Hand über die Mülltonne entleert werden konnte. Der DC01 war der erste Staubsauger, den der Erfinder mit dem Zusatz "ohne Saugkraftverlust" bewarb. In den folgenden Jahren entwickelte Dyson das Design und die Motoren immer weiter und brachte regelmäßig leicht überarbeitete Staubsauger auf den Markt.

2006 stellte Dyson seinen ersten akkubetriebenen Handstaubsauger vor, der - wie die Bodenstaubsauger - über keinen Beutel verfügte und mit der patentierten Zyklon-Technologie arbeitete. Das Gerät sollte eine schlanke Alternative zu den oft klobigen Bodensaugern darstellen. Durch Zubehör wie verschiedene Verlängerungsrohre und Bodenbürsten ließ sich der Handsauger vielseitig nutzen. In den Folgejahren verschlankte Dyson das Design, erweiterte das Zubehör und tauschte den klassischen Bürstenmotor gegen den selbstentwickelten digitalen Motor aus. Dieser sollte höhere Drehzahlen und dadurch mehr Saugkraft ermöglichen.

Seit 2014 bedient Dyson mit dem "360 Eye" auch die steigende Nachfrage nach Saugrobotern. Der mit dem Dyson Digital Motor V2 ausgestattete Roboter navigiert mit einem 360° Panorama-Vision-Sensor und IR-Distanz-Sensoren durch den Haushalt und nutzt ebenfalls die Zyklon-Technologie, um Staub und Schmutz aus der Luft zu filtern. Die Bedienung des Geräts erfolgt über das Smartphone oder Tablet mit Android oder Apples iOS. 2019 erhielt der Saugroboter mit dem "360 Heurist" ein Update mit einem verbesserten Navigationssystem.

Heute stellt Dyson jährlich neue Modelle seiner Boden- und Handstaubsauger vor. Der Fokus liegt dabei vermehrt auf Innovationen wie den Saugrobotern und den mobilen Handsaugern, die in vielen Haushalten den klassischen Bodensauger abgelöst haben. Hier konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf die stetige Verbesserung des digitalen Motors und der Akkulaufzeit. Doch parallel zu seinem Kerngeschäft streckt Dyson auch zunehmend seine Fühler in andere Bereiche aus. Das aktuelle Model ist der kabellose Staubsauger V11, den es in verschiedenen Ausführungen gibt. Der Preis liegt je nach Ausstattung zwischen 632,63 Euro und 778,85 Euro. (Stand: 9/20, Preise aus dem Dyson Shop)

Dyson Handtrockner

Im Jahr 2006 brachte Dyson mit dem "Airblade" einen Handtrockner für die kommerzielle Nutzung auf den Markt.
Das futuristisch anmutende Gerät setzt auf den digitalen Motor, um einen Luftstrom von bis zu 700 km/h zu produzieren, der feuchte Hände innerhalb von 12 Sekunden trocknen soll.
Ein HEPA-Filter reduziert dabei die Bakterien in der Luft. Der Dyson Airblade findet sich heute vorwiegend auf WCs in Restaurants und auf Raststätten.

Dyson Ventilatoren

Seit 2009 bietet Dyson mit dem "Air Multiplier" einen elektrischen Ventilator ohne sichtbare Rotorblätter an.
Neben verschiedenen Formen und Größen stellte das Unternehmen in den Folgejahren weitere Varianten mit Heizfunktion und integrierter Luftreinigung vor. So sind Modelle wie der "Dyson Pure Hot+Cool" oder der "Dyson Pure Cool" in der Lage, feinste Partikel wie Bakterien, Viren und Hausstaub in der Luft zu erkennen und herauszufiltern. Der "Dyson Pure Cool Cryptomik" ist darüber hinaus in der Lage, die Raumluft von schädlichen Gasen zu reinigen.

Dyson Haartrockner

Einige Jahre nach der Präsentation der Ventilatoren im Jahr 2016 stellte Dyson mit dem "Supersonic" seinen ersten Haartrockner auf Basis der Air Multiplier-Technologie vor.
Das mit verschiedenen Düsen erhältliche Gerät setzt auf den Dyson digitalen Motor V9 und soll durch den starken Luftstrom eine schnelle und punktgenaue Trocknung ermöglichen. In den folgenden Jahren erweiterte Dyson sein Sortiment an Haarpflege-Produkten. So folgten im Jahr 2018 mit dem "Dyson Airwrap" ein Haarstyler und 2020 mit dem "Dyson Corrale" ein Haarglätter.

Das Unternehmen Dyson heute

Heute hat sich das von James Dyson gegründete Unternehmen zu einem weltweiten Milliardenkonzern mit rund 14.000 Mitarbeitern (davon ca. 4.000 in Großbritannien) und Produktionsstandorten in Malaysia und Singapur entwickelt. 2019 kündigte Dyson an, auch den Hauptsitz des Unternehmen aus dem englischen Malmesbury nach Singapur zu verlegen.

Seine Pläne für ein eigenes Elektroauto hat Dyson nach jahrelanger Entwicklungsarbeit im Jahr 2020 verworfen. Das schon fast präsentationsreife Elektro-SUV wäre laut dem Firmenchef in der Serienproduktion zu teuer geworden und hätte nicht gegen die wachsende Konkurrenz bestanden.

Natürlich darf ein Ausblick in die Zukunft im Firmenportrait von Dyson nicht fehlen

In den kommenden Jahren will sich das Unternehmen nach eigener Aussage zunehmend auf die Entwicklung autonomer Produkte konzentrieren, die Aufgaben selbstständig erledigen.
Auch soll der Fokus weniger auf der Weiterentwicklung der Hardware und mehr auf der Software liegen. Ein erstes Beispiel dafür sind die bereits erhältlichen Saugroboter von Dyson. Wie diese autonomen Produkte jedoch konkret aussehen und in welchen Bereichen sie den Menschen das tägliche Leben erleichtern werden, wird erst die Zukunft zeigen. Lesen Sie unseren Erfahrungsbericht über den Kundenservice von Dyson

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