Richtig Bügeln - Tipps für Anfänger

Bügeleisen, Bügelbrett und Wäsche
Bügeln ist gar nicht so schwer
Foto: © Africa Studio

Für manche Menschen soll ja das Bügeln die reinste Tiefenentspannung sein. Während dieser recht monotonen Arbeit schalten sie komplett vom Alltag ab, hängen ihren Gedanken nach und sammeln so neue Kräfte. Doch für die meisten von uns gehört das Bügeln zu den unliebsamsten Beschäftigungen im Haushalt. Die zu bügelnden Wäscheberge wachsen weiter und weiter und erst wenn es gar nicht anders geht, wird das Bügeleisen zur Hand genommen und getan, was getan werden muss. Schließlich braucht der Ehemann im Büro ein frisch gebügeltes Hemd und auch die Bettwäsche sieht einfach ansprechender aus, wenn sie geglättet wurde. Damit die Wäsche nach dem Bügeln auch wirklich schön glatt aussieht, gibt es einiges zu beachten!

Unsere Tipps zum Bügeln

Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen ein paar Bügeltipps. Denn eine Hose muss anders gebügelt werden als ein Hemd. Und das muss man erstmal lernen....

Schon im Mittelalter wurde gebügelt

Bügeln ist keine Beschäftigung der Neuzeit. Bereits im 15. Jahrhundert wurde dieser Arbeit nachgegangen. Damals bestanden die Bügeleisen lediglich aus einer massiven Eisenplatte mit Griff, welche auf dem heißen Herd die notwendige Wärme erhielt. Etwa zwei Jahrhunderte später wurde dann mit Bügeleisen geglättet, welche innen hohl waren. Dort hinein gab man damals Glut oder brennende Kohle. Eine Temperatureinstellung gab es also nicht und die Hausfrauen mussten ziemlich aufpassen, dass empfindsame Kleidung nicht verbrannte. Unsere heutigen Bügeleisen sind purer Luxus dagegen und die Arbeit geht damit schnell von der Hand, wenn man einmal weiß, wie man die Sache mit dem Bügeln richtig anstellt.

Warum bügeln wir eigentlich?

Aus reiner Langeweile bügeln wohl die wenigsten Menschen. Das Glätten der Textilien dient in erster Linie dazu, dass diese ansehnlich aussehen und keine Knitterfalten aufweisen. Zerknautschte Kleidung wirkt ungepflegt und hinterlässt beim Gegenüber keinen guten Eindruck. Besonders wichtig sind knitterfreie Kleidungsstücke natürlich im Beruf, aber auch in der Freizeit sollte jeder bestrebt sein, auf diesen Punkt zu achten. Doch wir bügeln nicht nur um einer ordentlichen und gepflegten Erscheinung willen. Beim Glätten der Textilien werden die Fasern platt gedrückt und so können sich in ihnen deutlich weniger Schmutz und Staub verfangen. Die Folge: gebügelte Wäsche bleibt länger sauber und frisch. Und noch einen Grund gibt es, das Bügeleisen hin und wieder in die Hand zu nehmen: sehr heiß gebügelte Wäsche ist weniger mit Keimen belastet als ungeglättete. Dieses Wissen kann beispielsweise für Mütter, welche bei ihrem Baby Stoffwindeln verwenden, von Nutzen sein.

Was sollte alles gebügelt werden?

Über die Frage, welche Bekleidung und welche Haushaltstextilien gebügelt werden müssen, gibt es sehr unterschiedliche Ansichten. Bügelfanatiker glätten so ziemlich alles, was ihnen in die Finger kommt - angefangen bei Hemden, Blusen, Handtüchern, Bett- und Tischwäsche über Jeans und T-Shirts bis hin zur Unterwäsche. Nun ja, wer die Zeit dafür hat und wem es Spaß macht - warum nicht. Doch die meisten Menschen glätten nur das Notwendigste, und dazu zählen in der Regel Oberhemden, Blusen, Bettwäsche, Tischdecken und Shirts, welche nach der Wäsche noch knittrig sind. Textilien aus reiner Baumwolle sind meist empfänglicher für Knitterfalten als Bekleidung aus Mischgewebe und müssen daher öfter unters heiße Eisen. Wer allerdings seine Wäsche vor dem Aufhängen gut in Form zieht und glatt schüttelt, der erspart sich im Nachhinein viel Arbeit beim Bügeln, denn jede Falte, welche beim Aufhängen der Wäsche in der Bekleidung ist, wird beim Trocknen fixiert. Ob und mit welcher Temperatur Kleidungsstücke oder Haushaltswäsche gebügelt werden dürfen, das verraten uns die eingenähten Pflegehinweise.

Ausstattung zum Bügeln

Zum Glätten der Wäsche benötigt man ein Bügeleisen - ganz klar. Diverse Hersteller warten hier mit ganz unterschiedlichen Modellen auf, so dass für jede Hausfrau und jeden Hausmann das passende Exemplar gefunden werden kann. Immer beliebter wird das Dampfbügeleisen. Ein Bügelbrett erleichtert die Arbeit enorm und erspart Rückenschmerzen, da es sich auf unterschiedliche Höhen einstellen lässt. Für Menschen, welche allerdings nur einmal im Jahr die Notwendigkeit des Bügelns sehen, ist auch eine dicke Decke als Unterlage ausreichend, welche einfach auf den Tisch gelegt wird. Die zu glättende Wäsche lässt sich deutlich besser bearbeiten, wenn sie noch eine Restfeuchte von etwa 6-8 Prozent aufweist. Ist dies nicht der Fall, so können die Textilien mit einer Sprühflasche, welche mit Wasser gefüllt ist, eingesprüht werden. Ein großes Tuch - bei Rechtshändern auf der linken Seite unter dem Bügelbrett ausgebreitet -, verhindert ein Verschmutzen der Wäschestücke, welche eventuell bei der Arbeit vom Bügelbrett herunterhängen. Die geglättete Wäsche wird nach dem Bügeln gleich zusammengelegt und in einem Wäschekorb zwischengelagert; Hemden und Blusen kommen auf einen Kleiderbügel entweder direkt in den Schrank oder aber sie werden auf einer mobilen Kleiderstange platziert.

Mit dem richtigen Know-How ist Bügeln wirklich keine schwierige Aufgabe. Und immer dran denken: nicht erst Körbeweise Bügelwäsche ansammeln, sondern regelmäßig zum heißen Eisen greifen! Das spart Nerven und Frust und die Motivation für diese Hausarbeit sinkt nicht gleich auf den Nullpunkt.
Text: K. L. / Stand: 08.11.2017