Schimmel in der Wohnung

Schimmel an der Wand
Schimmel in der Wohnung sollte schnellstens bekämpft
werden - Foto: © PhotographyByMK

Es ist das unbeliebte Szenario bei jedem Mieter und Vermieter: Schimmel in der Wohnung. Gern zeigen sich die bei Feuchtigkeit besonders gut gedeihenden Mikroorganismen in der Winterzeit. Schimmel beeinflusst die Wohnqualität und schädigt die Bausubstanz. Außerdem hat sich erwiesen, dass er die Gesundheit gefährden kann. Was also tun, wenn sich unliebsamer Schimmel in der Wohnung zeigt?

Mögliche Gründe für einen Schimmelbefall

Der Schimmel gedeiht am besten, wenn er einen idealen Nährboden findet - Feuchtigkeit ist eine wichtige Voraussetzung dafür. Besonders im Winter führen die Temperaturunterschiede zwischen außen und innen dazu, dass sich an Wänden Kondenswasser bildet. Wärmebrücken, wie etwa schlecht abgedichtete Fensterleibungen oder die Ecken von Außenwänden sind häufig betroffene Stellen im Haus. Wird dazu noch unzureichend gelüftet und nur spärlich geheizt, kann die feuchte Zimmerluft nicht nach draußen entweichen. Neben einer schlechten Wärmedämmung sind auch undichte Stellen in der Bausubstanz häufig Ursache für Schimmelbildung. So können beispielsweise Risse in der Fassade oder dem Dach Probleme bereiten. Havarien, etwa ein Wasserrohrbruch, bringen ebenfalls ungewollte Feuchtigkeit in die Räume und schafft einen möglichen Nährboden für die Mikroorganismen.

Schritt für Schritt schimmelfrei

Um das Wohnklima zu verbessern und die Gesundheit der Bewohner zu schützen, gilt es bei einem Schimmelbefall zeitnah und effektiv zu handeln. Zum einen muss die Ursache des Schimmels ermittelt, zum anderen der Schimmel selbst entfernt werden. Beim ersteren scheiden sich zumeist die Meinungen zwischen Mietern und Vermietern. Während Mieter meist auf bauliche Mängel tippen, vermuten Vermieter indes schlechtes Lüften bzw. spärliches Heizen als Auslöser. Genau kann dies beispielsweise ein Gutachten klären. Sind eventuelle bauliche Mängel beseitigt und der Mieter in korrektes Lüften und Heizen eingewiesen worden, muss der Schimmel beseitigt werden. Bei kleinen Flächen unter 0,5 m² dürfen die Mieter dafür getrost selbst Hand anlegen, bei größeren Flächen holen sich Mieter besser die Expertise einer fachkundigen Firma ein.

Kleine Schimmelflecken selbst beseitigen

Um ein Ausbreiten des Schimmels zu verhindern, gehen Betroffene den ungewollten Mikroorganismen am besten zeitnah an den Kragen. Schutzhandschuhe, eine Brille, eine P2-Atemschutzmaske und bei Bedarf ein Einwegschutzanzug bewahren vor ungewolltem Kontakt mit dem Schimmel. Während der Behandlung sollten Textilien im Raum abgedeckt oder entfernt werden, Lebensmittel und Kinderspielzeuge verwahrt man am besten auch in einem anderen Zimmer. Mit einem Schwamm oder einem getränkten Lappen kommen die Mittel zur Schimmelbeseitigung zum Einsatz. Diese Hilfsmittel entsorgt man einfach nach der Behandlung in der Mülltonne vor dem Haus. Kleine Schimmelschäden beseitigt man selbst mit Hilfe von:

  • Medizinischem Alkohol: nur bei oberflächlichen Schäden geeignet, mindestens 70-prozentigen Alkohol verwenden
  • Brennspiritus: er tötet ebenfalls den Schimmel ab, bei der Verwendung ist absolute Vorsicht geboten
  • Wasserstoffperoxid: hat sich als besonders wirksam gegen Schimmel erwiesen
  • Essig: gilt als altbekanntes Hausmittel gegen Schimmel. Er zeigt sein Können jedoch nur auf glatten Flächen wie Metall, Glas und Keramik.

Erneutem Schimmelbefall vorbeugen

Damit das Trauerspiel nicht von vorn beginnt, helfen einfache Maßnahmen, dem ekligen Schimmel vorzubeugen:

  • Mindestens zweimaliges Stoßlüften für einige Minuten pro Tag (gekippte Fenster reichen nicht aus!) Wohnung lüften während dem Urlaub
  • Kontinuierliches Heizen
  • Für eine gute Luftzirkulation an den Wänden sorgen, Möbel wie Schränke und Betten mindestens 10 cm von der Wand entfernt aufstellen
  • Während und nach dem Duschen bzw. Baden die Badezimmertür geschlossen halten, um den Dampf nicht in die restlichen Räume entweichen zu lassen.
  • Wäsche nach Möglichkeit im Freien trocknen.
  • Regelmäßig mit einem Hygrometer die Luftfeuchte im Raum überprüfen. Sie sollte in der Wohnung 60% nicht überschreiten.

Miete mindern nur unter Vorbehalt

Mieter greifen gern zum Mittel der Mietminderung, wenn ihre Wohnung von Schimmel befallen ist. Jedoch müssen dafür diverse wichtige Schritte im Voraus erfolgen, wie etwa die schriftliche Aufforderung an den Vermieter, den Schimmel zu beseitigen. Genaue Informationen dazu liefern beispielsweise Mieterschutzbunde, das Gesundheitsamt oder das Umweltbundesamt.
Text: C. D. / Stand: 08.11.2017
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