Wäsche trocknen bei Frost

Wäsche hängt bei Frost im Garten
Auch bei Frost kann man die Wäsche draußen trocknen
Foto: © Vitaliy Bondarchuk

Viele denken bei Frost trocknet die Wäsche draußen sowieso nicht. Warum diese Menschen falschen liegen, erklären wir Ihnen ausführlich in diesem Artikel:

Wäsche fällt in jedem Haushalt an. Der Füllstand des Schmutzwäschekorbs richtet sich bekanntermaßen nicht nach den Jahreszeiten und den draußen herrschenden Temperaturen. Natürlich ist es im Sommer einfacher seine Wäsche auf der Leine im Garten oder dem Wäscheständer auf dem Balkon zu trocknen. Sonne und hohe Temperaturen beschleunigen diesen Vorgang - doch auch bei Frost können Hausfrauen und Hausmänner ihre frisch gewaschene Wäsche unter freiem Himmel aufhängen. Tipps zum Wäsche trocknen

Warum trocknet Wäsche bei Frost?

Hier erfahren Sie was es mit der Sublimation auf sich hat und wie Sie auch bei Frost weiche Wäsche von der Leine nehmen können.

Wäsche trocknen durch Sublimation

Zugegeben: eine Wäschespinne voller steif gefrorener Kleidungsstücke mutet wirklich etwas seltsam an und so mancher, der sich noch nicht mit der Materie befasst hat, wird darüber auch nur verwundert den Kopf schütteln. Doch in der Tat wird die Wäsche auch bei frostigen Temperaturen draußen trocken. Das Geheimnis nennt sich Sublimation. Klettert das Thermometer unter null Grad Celsius, so gefriert die Wäsche zuerst und anschließend findet ein so genannter Phasenübergang statt - das Eis geht direkt in den gasförmigen Zustand über. So ist zu erklären, dass selbst bei -20 Grad die Wäsche auf der Wäschespinne im Garten trocknet. Natürlich braucht dieser Vorgang unter Umständen etwas länger als das Wäschetrocknen bei sommerlichen Temperaturen, doch wann immer die Möglichkeit besteht, sollten Kleidungsstücke und Haushaltswäsche an die frische Luft. Dafür ist etwas Geduld notwendig: wer seine Wäsche steif gefroren von der Leine nimmt, der kann natürlich keine trockene Wäsche erwarten. Lassen Sie also Kleidungsstücke und Haushaltswäsche draußen so lange hängen, bis die Sublimation stattgefunden hat und die Wäsche trocken ist.

Wind und Luftfeuchtigkeit spielen eine Rolle

Die Sublimation ist ein einfach nachvollziehbarer physikalischer Vorgang, doch hängt das Trocknen der Wäsche auch von der jeweils vorherrschenden Luftfeuchtigkeit und den Windbewegungen ab. Egal ob das Wasser einfach verdunstet oder aber vom gefrorenen Zustand direkt in den gasförmigen übergeht - die Feuchtigkeit muss aus den Fasern der Wäsche austreten und von der Luft aufgenommen werden. Wind beschleunigt diesen Prozess ganz erheblich, doch nützt auch dieser nicht viel, wenn die relative Luftfeuchtigkeit an die 100 % heranreicht und die Luft demzufolge keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann. Daher verspricht ein frostiger und trockener Tag die besten Trockenergebnisse.

Weiche Wäsche bei Frost?

Wenn die Kniestrümpfe der Kids auf der Leine wie eine Mini-Version Eishockeyschläger aussehen und die Jeans steif wie ein Brett von Wäscheklammern gehalten werden, dann kann man sich nur schwer vorstellen, dass daraus im trockenen Zustand richtig weiche Wäsche wird. Doch dem ist wirklich so und dieser Effekt macht sich besonders bei Handtüchern aus Frottee bemerkbar. Im Sommer werden diese leider häufig durch die sehr hohen Temperaturen richtig hart, doch trocknen sie bei Frost, dann sind die Fasern herrlich weich und können sogar mehr Wasser aufnehmen als Handtücher, welche mit Weichspüler behandelt wurden.
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Vorteile des Wäschetrocknens bei Frost

Natürlich können Sie bei Minusgraden auch ganz bequem den Wäschetrockner anschalten und in kurzer Zeit ist Ihre Wäsche trocken und fertig zum Einräumen in den Kleiderschrank. Doch leider braucht dieses Haushaltsgerät relativ viel Strom, so dass sich die regelmäßige Nutzung des elektrischen Wäschetrockners spürbar auf der Stromrechnung bemerkbar macht. Genauso gut können Sie den Wäscheständer in der Wohnung aufstellen - doch schon bald werden sich die Fenster durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit im Raum beschlagen. Nur häufiges Lüften kann dann verhindern, dass sich mit der Zeit an den Wänden Schimmel bildet. Mit dem Aufhängen der Wäsche im Freien sparen Sie also bares Geld und verhindern eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen.

Auch wenn das Wäsche trocknen bei Frost etwas gewöhnungsbedürftig ist: probieren Sie es ruhig mal aus! Sie werden mit herrlich weicher Wäsche verwöhnt, welcher zudem der unverwechselbare Duft nach frischer Luft anhaftet.
Text: K. L. / Stand: 13.12.2018

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