Wäsche trocknen in der Wohnung

Wäsche in der Wohnung trocknen
Wäsche in der Wohnung trocknen kann zum Problem werden
Foto: © Dan Race

Spätestens sobald es draußen nass-kalt und ungemütlich wird, stehen zahlreiche Mieter vor demselben Problem. Die Wäsche muss in der Wohnung getrocknet werden, sofern keine Trockenräume oder Trockenböden durch den Vermieter zur Verfügung gestellt werden. Die mögliche Folge: eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in den eigenen vier Wänden, die Fenster beschlagen und eventuell bildet sich sogar gesundheitsgefährdender Schimmel. (Schimmel in der Wohnung)
Tipps zum Wäsche trocknen

Warum kann das Wäschetrocknen in der Wohnung zum Problem werden?

Wird die feuchte Wäsche in den beheizten Wohnräumen zum Trocknen aufgehängt, so nimmt die warme Wohnungsluft das verdunstete Wasser aus der Wäsche auf. Die Luftfeuchte steigt. Trifft die warme, feuchte Luft nun auf kalte Flächen, vornehmlich Fenster und Balkontüren, so kondensiert sie. Die entstandenen Wassertropfen auf Scheiben und Fensterlaibungen sind ein idealer Nährboden für gesundheitsschädigenden Schimmel. Zudem können ernsthafte bauliche Mängel hervorgerufen werden.

Wie trockne ich die Wäsche richtig in der Wohnung?

Stellen Sie den Wäscheständer möglichst an einer Stelle auf, die sie nicht im alltäglichen Ablauf stört. Unbedingt sollte die Wäsche dazu in einem warmen beheizten Raum und nicht etwa im kalten Schlafzimmer getrocknet werden. Denn nur die warme Luft nimmt ausreichend Feuchtigkeit auf. Diese wird durch mehrmaliges Stoßlüften während des Trocknens nach draußen befördert. Stoßlüften bedeutet, dass das Fenster nicht über lange Zeit gekippt bleibt, sondern zum Lüften tatsächlich für mindestens 10 Minuten vollständig geöffnet wird. Währenddessen werden die Thermostate der Heizung kurz abgedreht. Als ideal hat sich das Querlüften erwiesen. Wer die Möglichkeit besitzt, kann noch effektiver die Feuchtigkeit nach draußen bekommen, indem er gegenüberliegende Räume parallel lüftet und für Durchzug sorgt. Sind die Fenster geschlossen empfiehlt es sich, die Tür des Raumes geschlossen zu halten, indem sich der Wäscheständer befindet. So kann die feuchte Raumluft nicht zusätzlich in andere Räume entweichen, zum Beispiel ins kühle Schlafzimmer.

Trocknen mit dem elektrischen Wäschetrockner

Sie sind zwar Stromfresser und dadurch eine Kostenfalle im Haushaltsbudget, dennoch finden sich immer mehr elektrische Wäschetrockner in deutschen Haushalten wieder. Vor allem Familien mit Kindern in engen Wohnungen nutzen das Haushaltsgerät gern. Unterschieden wird bei elektrischen Trocknern zwischen Abluft- und Kondenstrockner. Wird eine entsprechende Abluft-Vorrichtung durch den Vermieter zur Verfügung gestellt, so muss sie auch entsprechend beim Aufstellen eines Gerätes genutzt werden. Die feuchte Abluft durch das Fenster nach außen zu leiten, kann unter Umständen zu Problemen mit Nachbarn oder dem Vermieter führen. Einfacher zu handhaben sind Kondenstrockner, die das Wasser in einem Behälter im Trockner sammeln. Sie können unabhängig von einer Abluft-Vorrichtung in Betrieb genommen werden. Sie sollten dennoch im Voraus Kontakt mit ihrem Vermieter aufnehmen. Oft sind die Leitungsquerschnitte der Stromleitungen, besonders in alten Wohnungen, noch nicht für die starken Stromfresser ausgelegt. Auch wer einen Kondenstrockner verwendet, kommt um das Lüften nicht herum. Denn auch hier tritt noch ausreichend feuchte Luft beim Trocknen nach draußen in den Raum.

Wäsche im Winter draußen trocknen

Viele Mieter sind der Meinung, nur im Sommer ihre Wäsche an der frischen Luft im Hausgarten, dem Wäscheplatz oder dem Balkon trocknen zu können. Unter idealen Bedingungen haben jedoch bereits Generationen von Hausfrauen die Wäsche auch im Winter draußen getrocknet. Dies funktioniert dank der Sublimation. Herrscht draußen klirrende Kälte und Frost, sowie trockene Luft, ist das Wäschetrocknen im Freien kein Problem. Die Wäsche wird normal geschleudert auf die Leinen aufgehängt. Das Wasser in der Wäsche gefriert sofort, sie wird steinhart und man könnte sie theoretisch sogar zerbrechen. Unter oben genannten Bedingungen jedoch geht das Wasser danach vom gefrorenen Aggregatzustand sofort in den gasförmigen über und verdunstet quasi. Am besten funktioniert dies, wenn noch etwas Wind weht. Das Resultat ist trockene Wäsche auch bei Minusgraden.

  • Wäsche trocknen in Winter
  • Mit dem Vermieter eine Lösung zu finden

    Kommen Sie trotz Stoßlüften und Heizen mit der Feuchtigkeit in ihrer Wohnung nicht zurecht und zeigt das Hygrometer regelmäßig eine Luftfeuchtigkeit über 55 - 60 % an, so sollten Sie Ihren Vermieter kontaktieren. Vielleicht finden Sie gemeinsam eine Lösung, etwa das Einrichten eines Trockenraums im Keller, die Anschaffung eines elektrischen Wäschetrockners für die Hausgemeinschaft oder das Aufstellen einer Wäschespinne im Hausgarten.
    Text: C. D. / Stand: 22.06.2017

    [ Zum Seitenanfang ]