Kachelofen heizen

Blauer Kachelofen in einem Wohnzimmer
Wie heizt man einen Kachelofen richtig? - Foto: © Marina Lohrbach

Kachelofen richtig heizen

In der kalten Jahreszeit wollen wir es wohlig warm und gemütlich haben. Deshalb sind die Kachelöfen in den letzten Jahren wieder modern geworden. Aber wie heizt man so einen Kachelofen richtig?

Wohlige Wärme garantiert - So heizen Sie einen Kachelofen richtig

Kachelöfen und Kamine haben in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen, nachdem sie im Zuge von Modernisierungen ab den 1960er Jahre immer mehr aus Wohnungen oder Häusern verschwunden waren. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Ein Kachelofen sieht gut aus und verströmt wohlige Wärme. Viele Menschen verbinden Ofen oder Kamin zudem mit Erinnerungen aus Kindertagen, in denen man es sich bei den Großeltern am warmen Kachelofen so richtig gut gehen lassen konnte. Bei aller Nostalgie sollte man jedoch nicht vergessen, dass es beim Heizen des Ofens einiges zu beachten gibt, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt.
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Welche Brennstoffe eignen sich für einen Kachelofen?

Kachelöfen können zwar ganz unterschiedlich aussehen, aber die Art ihrer Befeuerung ist immer die gleiche. Welche Brennstoffe in Deutschland verbrannt werden dürfen, ist durch die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV) geregelt. Generell erlaubt sind unbehandeltes Holz, Holzbriketts oder Pellets sowie Braun- oder Steinkohle. Welcher dieser Brennstoffe nun am geeignetsten ist, darüber scheiden sich die Geister, aber langjährige Besitzer von Kachelöfen schwören meistens auf das Holz zum Anheizen und die Kohle zum Halten der Wärme. Sowohl Holzscheite, Pellets, Holzbriketts oder Kohlen können in vielen Orten in speziellen Brennstoffhandelsgeschäften und auch in den meisten größeren Baumärkten erworben werden. Zum Anheizen empfiehlt es sich außerdem, Kohleanzünder, auch als Anzündwürfel bekannt, zu kaufen. Diese enthalten meistens in Paraffin getränkte Holzfasern, die das Entfachen des Feuers erleichtern. Beim Kauf von Kohleanzünder sollte unbedingt auf das DIN-Zeichen geachtet werden, um sicher zu gehen, dass keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten sind.

Diese Materialien dürfen nicht im Kachelofen verbrannt werden

Das Verbrennen ungeeigneter Brennstoffe in einem Kachelofen ist nicht nur mit sehr hohen Schadstoffrisiken verbunden, sondern kann auch gefährlich sein und den Ofen beschädigen. In Deutschland ist es sogar strafbar, wenn ungeeignete Materialien verbrannt werden. Nicht in den Kachelofen gehören unter anderem jegliche Art von Hausmüll, bedruckte Papiere oder Pappen, Papierbriketts und lackierte Hölzer. Die Reste des Weihnachtsbaums können zwar im Kachelofen oder in einem Kamin verbrannt werden, aber meistens ist das Holz des Baumes nach dem Weihnachtsfest zum Verfeuern noch nicht trocken genug. Die Folge kann in diesem Fall eine extrem starke Ruß- und Rauchbildung sein. Besser ist es, den Baum kleinzuhacken und die Stücke einige Zeit austrocknen zu lassen. Auf alle Fälle muss der Weihnachtsbaum vorher abgeschmückt werden, denn Lametta und anderer Baumschmuck gehören nicht in den Ofen. (Lesen Sie auch: Weihnachtsbaum schmücken)

So wird der Kachelofen richtig geheizt

Das Heizen des Kachelofens macht zwar ein wenig Arbeit, aber diese wird durch eine angenehme Wärme und eine schöne Atmosphäre belohnt. Bevor Holz oder Kohlen in den Ofen gelegt werden, müssen die Drosselklappe am Ofenrohr geöffnet sowie der Feuerraum, der Rost und der Ascheraum sorgfältig von alten Ascheresten befreit werden. Hierfür sind im Handel spezielle Schürhaken und Ascheschippen erhältlich. Beim Entsorgen der Asche in eine Mülltonne sollte darauf geachtet werden, dass sie keine Glut mehr enthält, da es sonst zu einem Brand kommen kann. Ideal ist eine separate Aschetonne aus Metall. Ist der Ofen gereinigt, werden etwas Holz und Kohlen im Feuerraum locker aufgeschichtet, so dass noch ein Spalt dazwischen bleibt. In diesen wird ein angezündeter Kohleanzünderwürfel gelegt. Die innere Feuerraumtür darf nun geschlossen werden; die äußere bleibt leicht angelehnt. Das ist deshalb notwendig, weil das Feuer Luft zum Brennen benötigt und sich außerdem ansonsten giftiges Kohlenmonoxid bilden kann. Die äußere Feuertür wird dann geschlossen, wenn Holz und Kohlen durchgebrannt sind, das heißt, sie glühen komplett rot. Je nach Brennstoff dauert das zwischen 30 bis 50 Minuten.
Text: H. J. / Stand: 14.10.2017

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