Mäuse in der Wohnung

Maus in der Küche
Mäuse in der Wohnung! - Foto: © annaav

Sie sehen niedlich aus, die kleinen Nager. Doch Mäuse verursachen nicht nur erhebliche Schäden, sie übertragen gleichermaßen etliche Krankheiten und stellen ein ernstes hygienisches Problem dar. Da sich Mäuse sehr schnell und in großer Zahl verbreiten, ist sofortiges Handeln notwendig.

So finden Mäuse den Weg in die Wohnung

Kleinste Ritzen oder Spalten reichen den Nagern bereits aus, um in die warme Stube zu gelangen. Oft nehmen sie ihren Weg über Kabelkanäle oder Versorgungsleitungen und Schächte im Haus. Sogar simple Türritzen, ein offenes Zimmer- oder Kellerfenster, Spalten im Mauerwerk oder andere undichte Stellen öffnen ihnen sprichwörtlich Tür und Tor. Nebst dem Fahrstuhl, einen bis ans Gebäude reichenden Baum oder gar versteckt in diversen Waren dringen die Mäuse in Häuser und Wohnungen ein. Angelockt werden sie nicht selten von starken Gerüchen, welche durch eine leichtsinnige Lagerung von Lebensmitteln oder Müll zustande kommen.

Typische Anzeichen für einen Mäusebefall im Haus

Nicht immer läuft einem direkt eine graubraune Hausmaus mit ihren 7-10 cm Länge vor die Füße. Vielmehr deuten andere Indizien auf den unwillkommenen Mäusebesuch hin. Dazu zählen in erster Linie ein typischer, stechender und sehr charakteristischer Geruch. Er entsteht durch den Urin der Tiere. Meist liegt in diesen Fällen bereits ein äußerst umfangreicher Befall vor. Auch Kratz- bzw. Scharrgeräusche auf dem Dachboden oder in den Zwischendecken, vor allem nachts, sollten jeden hellhörig werden lassen. Typische Nagespuren an Holz, Papier, Textilien und diversen anderen Materialien weisen zwei tiefe parallele Rillen auf. Sogar Kabel oder Einrichtungsgegenstände zeigen Fraßschäden. Wer auf die Suche geht, wird bei einem Mäusebefall der Wohnung schnell Kotspuren entdecken. Mäuse legen um die 70 Stück der spindelförmigen Kotpillen am Tag. Da sich die Kotreste meist an den Laufwegen der Nager befinden, führen sie zum Teil direkt zu den Nestern der Mäuse. Die Laufwege wiederum sind durch typische Schmierspuren zu deuten. Mäuse hinterlassen nicht nur Pfotenabdrücke, sondern auch Schmutz und Fett auf ihren Routen durchs Haus. Ihre Nester bauen die Nager gern in Zwischendecken, einer ruhigen Ecke in der Nähe der Nahrungsquelle oder in Hohlwänden. Dafür nutzen sie papierähnliche Stoffe, aber auch Haare, Textilfasern und Dämmung als Nistmaterial. Da Mäuse ungefähr aller zwei Monate einen neuen Wurf von 4 - 8 Jungen hervorbringen, verbreiten sich die gesundheitsschädlichen Tiere sehr schnell.

Wichtige Verhaltensregeln gegen einen Mäusebefall

Keinesfalls sollten Essensreste oder Abfälle tierischen Ursprungs auf dem Komposthaufen landen. Letzterer befindet sich möglichst weit entfernt vom Haus und ist durch ein feines Gitter mit einer Weite kleiner als 5 mm gesichert. Nahrungsmittel im Haus sollten indes nicht offen liegen bleiben. Obwohl Mäuse Allesfresser sind, bevorzugen sie Getreide. Feste Gläser oder dicke Kunststoffdosen verhindern ein Durchnagen der Folien. Auch das Tierfutter ist für Mäuse eine echte Delikatesse und sollte dementsprechend sicher verwahrt werden. Vor allem das Lagern von Müllsäcken vor der Wohnung lockt die Mäuse gern an. Erfolgt keine regelmäßige Reinigung von Tierställen im Haus, entsteht ein wahres Eldorado für die Nager. Generell nimmt Hygiene einen großen Einfluss auf den Befall durch Mäuse. Schränke, Schubladen und Vorratskammern sollten in konstanten Abständen sorgfältig gesäubert werden. Beginnen die Temperaturen im Freien zu sinken, suchen Mäuse durch offene Kellerfenster oder Türspalten wärmere Gefilde. Besonders im Herbst und Winter empfiehlt es sich daher, diese verschlossen zu halten oder durch Gitter zu sichern. Eine Hausbegehung zwei Mal jährlich, um Maueröffnungen, Ritzen oder Spalten im Gebäude zu entdecken und zu versiegeln, erspart im Nachhinein viel Ärger. Türspalten können durch eine Gummilippe oder ein Türschott abgedichtet werden. Wer gern im Winter Vogelhäuschen aufstellt, sucht besser einen etwas entfernteren Platz vom Haus. Mäuse lieben die Körner bzw. Nüsse und begrüßen diese willkommene Futterquelle.

Sie Mäuse bekämpfen

Wer eine Katze im Haus hat, ist klar im Vorteil. Sie ist wohl das probateste Mittel gegen unliebsamen Mäusebesuch. Doch auch klassische Schlag- oder Lebendfallen erzielen gute Erfolge. Schlagfallen locken besonders mit Schokolade gefüllt die Nager an. Lebendfallen müssen aus Tierschutzgründen regelmäßig kontrolliert werden. Es ist zwingend erforderlich, die gefangenen Mäuse mindestens einen knappen Kilometer vom Haus entfernt freizulassen. Allerdings sollten zusätzlich Mieter immer den Eigentümer bzw. die Hausverwaltung der Wohnungen oder Gebäude über den Befall durch die Schädlinge informieren. Im Handel sind darüber hinaus diverse Köderboxen für die Mäusejagd im Angebot. Vorsicht ist jedoch unbegingt bei Giftködern angesagt. Sie sind nicht nur für Haustiere gefährlich, sondern vor allem für Kinder. Bei der Beseitigung toter Mäuse, der Nester oder auch der Kotspuren sind Einweghandschuhe ein Muss. Gefährliche Krankheiten, wie etwa der Hanta-Virus, Salmonellen oder diverse Parasiten könnten sich auf diesem Wege übertragen werden. Angefressene Nahrungsvorräte gehören sofort in die Restmülltonne.
Text: C. D. / Stand: 08.11.2017