Kleidermotten - Ungebetene Gäste im Kleiderschrank

Kleidermotte auf einem Kleidungsstück
Wie kann man Kleidermotten bekämpfen?
Foto: © zagorskid

Millimetergroße, unregelmäßige Löcher in der Kleidung verheißen nichts Gutes: wahrscheinlich ist die Wohnung von Kleidermotten befallen. Diese Tiere zählen zu den am weitest verbreiteten Schädlingen auf der Welt. Doch keine Sorge - es braucht keinen Kammerjäger um die lästigen Motten loszuwerden und die Kleidung vor weiteren Schäden zu bewahren. Wir verraten Ihnen, wie sie Kleidermotten Schritt für Schritt loswerden.

Mottenbefall erkennen

Dass es sich Kleidermotten in der Wohnung gemütlich gemacht haben, fällt weniger durch herumfliegende Tierchen auf, sondern vielmehr über die Schäden im Gewebe von Textilien. Kleine Löcher sind ein typisches Indiz. Außerdem finden sich mitunter kleine Gespinste, die aus weißen Fäden - ähnlich feiner Spinnweben - bestehen, an diversen Textilien. Eine sichere Methode, Kleidermotten im Haushalt nachzuweisen sind einfache Pheromonfallen mit Klebeflächen, welche in jeder Drogerie erhältlich sind. Sie ziehen durch Sexuallockstoffe die männlichen Exemplare an. Steht der Befall fest, beginnt die Suche nach weiteren betroffenen Textilien. Denn die Schädlinge breiten sich nicht nur im Kleiderschrank aus. Betroffen sind ebenfalls häufig Kuscheltiere, Sofas, Kissen, Gardinen oder gar Teppiche. Bei letzterem befinden sich die Gespinste zumeist an der Unterseite des Gewebes.

Kleidermotten bekämpfen

Nun geht es daran die Kleidermotten zu bekämpfen. Dabei sollte man sehr gründlich vorgehen, um auch wirklich alle Schädlinge zu erwischen.

Textilien waschen, Einfrieren oder mit Hitze bekämpfen

Grundsätzlich ist die Bekämpfung von Kleidermotten mit ein wenig Aufwand verbunden. Sämtliche Textilien müssen bei möglichst 60°C gewaschen werden. Dann sterben sowohl die Eier, als auch die Raupen und ausgewachsenen Falter ab. Da nicht jedes Textil so heiß gewaschen werden kann, hat sich das Einfrieren als wirksam erwiesen. Den Wollpulli einfach in eine Plastiktüte legen und fest verschlossen im Tiefkühlschrank für eine Woche verwahren. Teppiche können entweder in die Reinigung gebracht werden, oder mit Hitze - zum Beispiel mit Hilfe eines Haartrockners - behandelt werden.
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Gründliche Reinigung aller Oberflächen

Eine Kleidermotte legt mehr als 300 Eier ab. Die daraus schlüpfenden Raupen fressen sich anschließend munter durch den Kleiderschrank. Daher gilt es, jede Ritze und alle Oberflächen gründlich mit einem Essigreiniger zu säubern. Regalböden werden am besten herausgenommen, denn auch in der kleinsten Ecke verbergen sich die Eier der Kleidermotte. Den Schrank anschließend sorgsam trocken wischen. Wertvoller Tipp: Sind die Motten in einem Zimmer der Wohnung, zum Beispiel im Kleiderschrank des Kinderzimmers, haben sie sich wahrscheinlich im gleichen Raum auch auf anderen Textilien niedergelassen - etwa den Gardinen oder in Plüschtieren. Auch diese müssen gründlich gereinigt werden.

Auch die letzten Kleidermotten erwischen

Selbst bei gründlichster Reinigung können ohne weiteres Eier der Kleidermotte übersehen werden. Daher ist es besonders wichtig, zwei weitere Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Zum einen kommen Klebefallen mit Pheromonen im Kleiderschrank zum Einsatz. Sie fangen die männlichen Tiere ein und verhindern ein weiteres Vermehren der Kleidermotte. Zum anderen haben sich als wirksamste Methode gegen Kleidermotten Schlupfwespen bewährt. Sie sind die natürlichen Feinde der Motte und legen ihre Eier in die der Kleidermotte. Schlupfwespen können simpel im Internet bestellt werden. Auf kleinen Kärtchen geliefert, verstaut man sie nur noch im Kleiderschrank. Von der Arbeit der kleinen Helfer merkt man selbst gar nichts. Nachdem die Motteneier restlos beseitigt wurden, sterben die 0,4 mm großen Schlupfwespen einfach ab.

Dem Mottenbefall vorbeugen

Kleidermotten kommen zumeist durch das geöffnete Fenster in die Wohnung. Ein Fliegengitter ist bereits eine erste Barriere gegen die Schädlinge. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich Kleidermotten von organischen Rückständen auf Textilien ernähren. Dies sind zum Beispiel Fett, Haare oder Hautschuppen, aber auch Schweiß. Getragene Kleidung mit Bestandteilen wie Wolle, Federn, Pelzen oder Filz gehören keinesfalls zurück in den Schrank. Außerdem verwahrt man am besten lange nicht getragene Kleidung, wie den Hochzeitsanzug, Winterjacken oder den Wollpulli im Sommer besser in Zeitungspapier oder Plastiktüten verpackt. Tipp: Synthetische Materialien oder Baumwolle werden von Kleidermotten nicht befallen. Als weitere Maßnahme dienen ätherische Öle, die die Motten als unangenehm empfinden. Sie meiden Schränke, in den beispielsweise Zedernholz, Lavendel, Kampfer, Zirbelkiefer oder Nelken ihren Duft verströmen. Selbstverständlich bietet der Handel auch chemische Wirkstoffe, die einem erneuten Mottenbefall vorbeugen sollen. Altbekannt ist hier das Mottenpapier, welches schon Oma in ihrem Kleiderschrank deponierte.

Kleidermotten sind lästig, aber lassen sich durchaus in den Griff bekommen. Wurden die Motten einmal aus der Wohnung vertrieben, sollten Textilien zukünftig regelmäßig auf Mottenbefall überprüft werden. Mottenfallen zeigen ebenfalls an, ob ein erneuter Befall des Schädlings vonstattenging.
Tipp: Herumfliegende Kleidermotten werden gern mit Lebensmittelmotten verwechselt!
Text: C. D. / Stand: 21.03.2017