Ratten in der Wohnung / im Haus

Ratte in der Wohnung
Ratten in der Wohnung - Was tun?
Foto: © George Dolgikh

Haben sich einmal Ratten im Haus angesiedelt, müssen sich die Bewohner mit einem ernsten Problem auseinandersetzen. Nicht ohne Grund ist das Auftreten von Ratten in besiedelten Gebieten nach dem Bundesseuchenschutzgesetzt meldepflichtig. Ratten vermehren sich unglaublich schnell und sind Überträger ernster Krankheiten wie etwa dem Hanta-Virus-Syndrom, Listeriose, Tollwut, Tuberkulose, Typhus und vielen mehr. Dementsprechend erfordert die Sichtung von Ratten in der Wohnung schnelles Handeln. Das sollte aber nicht zu übertriebener Sauberkeit im Haushalt führen.

Rattenbefall erkennen

Besonders die Wanderratte (Rattus norvegicus), aber auch die weniger verbreitete Hausratte (Rattus rattus), erscheinen als ungebetene Gäste in Wohnungen.

Ratten sind äußerst intelligente Tiere, die sich nur selten offen zeigen. Wird eine Ratte gesichtet, so liegt dies zumeist an einer umfangreichen Rattenplage bzw. an Futtermangel oder einer Störung ihres Nistplatzes. Vielmehr hinterlassen Ratten andere Hinweise, die auf ihr Vorhandensein deuten. Zunächst weisen frische Kotspuren auf die unliebsamen Nager hin. Rund 40 der spindelförmigen Kotballen hinterlässt eine Ratte am Tag. Verfügen sie über einen leichten Glanz und sind noch weich, liegt ein aktueller Rattenbefall vor. Oftmals befinden sich die Kotspuren in der Nähe sogenannter Laufwege. Da Ratten immer gleiche Routen durch das Haus bevorzugen, hinterlassen sie Schmutz, Körperfett und Staub auf dem Boden. Diese rotbraunen bis schwarzen Schmierspuren gehen oft mit klassischen Fußabdrücken im Staub einher. Darüber hinaus lässt sich ein Befall durch Ratten anhand von Nagespuren ausmachen. Sie befinden sich zum Beispiel an Holz, Gipskarton oder Polstern. Wer den Lauf- und Nagespuren der langschwänzigen Plagegeister folgt, wird zumeist direkt zum Nest der Tiere geführt. Ein überaus typischer Hinweis auf Rattenbefall in der Wohnung, ist der beißende Geruch von Ammoniak.

Ein Spalt dient der Ratte als Eingang

Ratten in der Wohnung oder dem Haus sind nicht nur ein Ärgernis, sondern ein ernstzunehmendes Problem. Vielmals verschafften sich die Nager Zugang zu den vier Wänden, indem sie durch Risse, Türspalten oder offene Kellerfenster eindringen. Fugen von nur 2 cm reichen den Tieren bereits aus, um sich durchzuquetschen. Ratten suchen sich jedoch auch durch Versorgungsschächte, den Aufzugsschacht oder aber durch die Kanalisation ihren Weg. Einfachste Schleusen im Keller oder ein Abfluss in der Waschküche reichen ihnen bereits als willkommene Eintrittskarte aus.

Schäden durch Ratten

Die Allesfresser hinterlassen deutliche Spuren. Sie nagen Lebensmittel an, Tierfutter oder offen gelagerte Müllbeutel. Neben den bauliche Schäden sind auch Möbel, Bücher oder Polstermöbel bevorzugte Opfer der Ratten. Zeitweise nagen die Tiere auch Elektrokabel an, wodurch Kurzschlüsse oder gar Kabelbrände verursacht werden können. Die größte Gefahr geht jedoch von der Ansteckung durch ernste Krankheiten aus. Ratten sind Überträger von Parasiten und schwerwiegenden Infektionskrankheiten. Diese können direkt oder indirekt, zum Beispiel durch Haustiere, welche mit den Ratten Kontakt hatten, auf den Menschen übertragen werden.

Ratten bekämpfen

Die Bekämpfung von Ratten im Haus oder der Wohnung ist eine echte Herausforderung. Die Tiere verfügen über eine hohe Intelligenz. Gleichermaßen besitzen sie einen ausgeprägten Sozialsinn. Erkennen sie, dass ein Tier der Familie auf eine bestimmte Weise umkam, meiden sie den Kontakt mit der entsprechenden Maßnahme. Tritt nur eine Ratte vereinzelt in der Wohnung auf, sind althergebrachte beköderte Schlagfallen oder Lebendfallen, die einfachste Lösung. Solche Modelle bekommen Sie in Tierhandlungen, Baumärkten oder Haushaltswarengeschäften. Doch Ratten vermehren sich unglaublich schnell. Ein Weibchen wirft bis zu 8 Mal pro Jahr 5 - 8 Junge oder auch mehr. Demzufolge entsteht binnen kurzer Zeit schnell eine echte Plage. Liegt dann ein massiver Rattenbefall vor, führen die Maßnahmen mit einzelnen Fallen weniger zum Erfolg. Spätestens dann sollte unbedingt ein Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden. Zumeist setzt dieser spezielle Giftköder ein, welche mit Hilfe von blutgerinnenden Mitteln die Ratte zeitverzögert verenden lassen. Dieses Rattengift wird nicht von den anderen Tieren mit der Falle in Verbindung gebracht, dementsprechend gut wirkt es auch bei großem Rattenbefall. Rattengift gehört immer in die erfahrenen Hände eines Fachmannes. Das Gift ist für Menschen als auch für Haustiere gefährlich und gesundheitsschädigend. Daher setzen die Profis spezielle Köderboxen ein. Nur selten wird eine Rattenbekämpfung durch Gas angewandt.

Rattenbefall vorbeugen

Um sich erst gar nicht mit einer Rattenplage auseinandersetzen zu müssen, ist maßvolles und korrektes Verhalten erforderlich. Tierfutter aber auch Lebensmittel sollten niemals offen gelagert werden. Gekochte Speisereste dürfen keinesfalls auf dem Kompost landen oder in der Toilette entsorgt werden. Mülltonnen bleiben am besten immer verschlossen. Müllbeutel indes verwahrt man am einfachsten in einem sicheren abgeschlossenen Raum. Nur am Tag der Müllabfuhr dürfen sie ins Freie. Neben dem Vermeiden von Nahrungsangeboten für die Ratten, sind gleichermaßen bauliche Schutzmaßnahmen von Vorteil. Rückstauklappen verhindern den Zugang der Ratten durch die Kanalisation ins Haus. Türspalten müssen mit Dichtungen, Bürsten oder Türschotts gesichert werden. Feinmaschige Gitter auf Licht- oder Luftschächten, Abflüssen im Keller oder Zugängen zu Fahrstuhlschächten, verhindern ebenfalls den unliebsamen Rattenbesuch. Rohr- und Kabeldurchbrüche in Wänden sollten immer sorgsam abgedichtet werden. Generell gilt: aufgeräumte Schuppen, Keller, Dachböden oder Nebengelasse bieten Ratten nur unattraktive Nistplätze.
Text: C. D. / Stand: 21.03.2017