Hausmittel bei leichten Verbrennungen

Verbrannten Finger unter kaltem Wasser kühlen
Ein bewährtes Hausmittel bei leichten Verbrennungen:
Kaltes Wasser - Foto: © Dan Race

Einen kurzen Moment nicht aufgepasst, und schon hat man sich den Finger am heißen Backblech verbrannt. Gerade im Haushalt kommt es häufig zu leichten Verbrennungen, etwa wenn ein Spritzer heißes Öl beim Braten auf die Haut gerät. Diese sehr leichten Verbrennungen erfordern in der Regel keinen Arztbesuch. Mit einigen wenigen Hausmitteln, kann die Heilung der leichten Verbrennung begünstigt werden.

Was hilft bei leichten Verbrennungen?

Wichtig bei leichten Verbrennungen ist schnelles Handeln. Also das heiße Backblech schnell auf ein Brettchen stellen und sich sofort um die Verbrennung kümmern. Was nützt der leckerste Kuchen, wenn Sie ihn nicht essen können, weil Sie Schmerzen haben?

Nur bei Verbrennungen ersten Grades selbst behandeln

Mediziner unterscheiden verschiedene Grade von Verbrennungen. Nur die sehr leichten Fälle, bei denen ausschließlich die Epidermis betroffen ist, können ohne Arzt zu Hause behandelt werden. Von einer Verbrennung ersten Grades spricht man, sofern lediglich die oberste Hautschicht verletzt wurde. Rötungen und eine Schwellung sowie Schmerzen gehören zu den Symptomen. Die Verbrennung wird wieder vollständig abheilen. Sobald sich Blasen bilden, handelt es sich bereits um eine Verbrennung zweiten Grades mit einer Verletzung der Dermis, bei der auf jeden Fall ein erfahrener Arzt konsultiert werden sollte. Haben Sie Zweifel, so suchen Sie zur Sicherheit immer einen Arzt auf, besonders wenn es sich um eine Verbrennung bei Kindern oder eine großflächige Verletzung handelt.

Erste Maßnahme: vorsichtige Kühlung

Die Sofortmaßnahme, die jeder einzelne Betroffene zu Hause durchführen kann, ist das Kühlen der Verbrennung. Im Idealfall erfolgt dies mit keimarmem Wasser aus dem Wasserhahn. Es sollte keinesfalls eiskalt, sondern vielmehr Zimmertemperatur haben. Eiswasser oder Eiswürfel können zu Erfrierungen führen und sind daher gänzlich ungeeignet. Ein Kühlakku aus dem Kühlschrank leistet einen ähnlich guten Dienst. Hat die Verbrennung das Gesicht verletzt, so kühlt man am besten mit feuchten nicht flusenden Tüchern die Wunde. Sie finden ein solches Tuch in jedem Verbandskasten für PKWs.

Hausmittel bei Verbrennungen ja, aber mit Vorsicht

Früher kursierten noch viele Gerüchte um Hausmittel bei Verbrennungen, die heute als völlig unzureichend oder gar verschlimmernd gelten. So sollte beispielsweise Mehl auf die Stelle gepudert werden. Im Ernstfall würde sich jedoch die Wunde infizieren und ein Arzt hätte keine Chance, im Zweifelsfall die Verbrennung ausreichend zu begutachten und dementsprechend zu behandeln. Vielmehr sind es einige wenige, dafür aber erfolgversprechende Mittel, die die Wundheilung bei einer Verbrennung ersten Grades begünstigen können. Dazu zählt in erster Linie pures Lavendelöl. Seine antiseptische Wirkung ist seit langem in der Naturheilkunde bekannt. Das Öl hält das Gewebe geschmeidig und beruhigt durch den Duft des Lavendels gleichermaßen. Eine ähnlich positive Wirkung wird Aloe Vera bescheinigt. Die sehr vielseitige Pflanze enthält ein Gel, das entzündungshemmend und reizlindernd ist. Es befeuchtet die Haut und lindert die Schmerzen. Das Gel erhalten Sie entweder in einer Apotheke oder von einer Aloe Vera Pflanze auf ihrem Fensterstock, die Sie bei Bedarf einfach abschneiden. Ein bekanntes Mittel, um die Hitze aus der Wunde zu ziehen, ist bei oberflächlichen Verbrennungen ersten Grades Quark. Vorsichtige Umschläge mit dem kühlen Quark lindern die Schmerzen und begünstigen die Wundheilung. Nicht zuletzt lässt sich mit Homöopathie sanft der Selbstheilungsprozess der Wunde unterstützen. Bei der Wahl des passenden Mittels hilft ein fachkundiger Homöopath.

Gehen Sie immer mit Vorsicht an die Behandlung einer leichten Verbrennung und suchen Sie im Zweifelsfall einen erfahrenen Mediziner auf. Durch die falsche Anwendung von Hausmitteln können Sie die Verletzung verschlimmern und Narbenbildung, Infektionen und andere körperliche Schäden begünstigen.

Hinweis: Unsere Artikel können den ärztlichen Rat nicht ersetzen! Bei Fragen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt oder Apotheker Ihres Vertrauens!

Text: C. D. / Stand: 08.11.2017