Hausmittel gegen Blähungen

Frau mit Wärmflasche
Wärme hilft schnell gegen Blähungen
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Blähungen sind nicht nur peinlich und unangenehm, sie können auch sehr schmerzhaft sein. Bahnen sich überschüssige Gase und Luft den Weg durch die verkrampfte Darmmuskulatur, kommen vielleicht Aufstoßen oder heftige Bauchschmerzen hinzu, ist meist eine falsche Ernährung oder eine Verdauungsstörung die Ursache.

Bei lang anhaltendem und ständig wiederkehrendem Blähbauch, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bei gelegentlichen Blähungen helfen hingegen sehr gut alte Hausmittel, die nahezu frei von Nebenwirkungen eine echte Alternative zu chemischen Präparaten aus der Apotheke sind.

Bewährte Hausmittel gegen Blähungen

Wir stellen Ihnen sanfte Methoden vor, die gegen Blähungen helfen können.

Eine breite Teeauswahl

Gegen jedes Leiden sei ein Kraut gewachsen - so sagt es der Volksmund. Besonders bei einem zwickenden und kneifenden Blähbauch helfen Tees, den Verdauungstrakt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und überschüssige Gase entweichen zu lassen. Über Generationen hinweg wird Fencheltee gegen Blähungen getrunken. Die Fenchelsamen wirken besonders gut, wenn sie im Mörser frisch zerstoßen wurden. Nahezu die gleiche Wirkung erzielt Anissamen oder Kümmel. Wer den Geschmack nicht mag, kann auch die Samen mischen und sich eine Teemischung selbst zusammenstellen. Enthalten sein könnten zudem Kamillenblüten, Melissen- und Pfefferminzblätter, wie auch Gelbwurz. Mischen Sie nach Möglichkeit maximal vier Zutaten zusammen. Den Tee trinken Sie über den Tag verteilt immer wieder.

Lebensmittel- und Gewürzwahl überdenken

Es wäre äußerst schade, auf Lebensmittel wie beispielsweise Linsen oder Vollkornbrot zu verzichten, da sie die Blähungen oft verursachen. Vielmehr können ballaststoffreiche vollwertige Lebensmittel mit Gewürzen verträglicher gemacht werden, und dadurch die wichtigen gesunden Inhaltsstoffe trotzdem dem Körper zugeführt werden. Solche verdauungsfördernden Gewürze sind vor allem Kümmel, Anis und Ingwer. Außerdem hat Knoblauch eine äußerst positive Wirkung auf den Darm und wirkt nachhaltig gegen Blähungen. Vielen unbekannt ist der reinigende Effekt von Petersilie auf den Verdauungstrakt. Sie kann an Salaten, Suppen oder als Kräuterbutter außerdem den Speiseplan bereichern. Koriander ist gleichermaßen gesund und förderlich. Kardamom hat sich vor allem in der Weihnachtsbäckerei einen Ruf gemacht, es zeigt aber auch gegen unerwünschte Darmwinde Erfolge.

Was hilft schnell gegen Blähungen? Wärme!

Schon Oma legte bei schmerzhaften Blähungen einen warmen Leibwickel an. Dabei wird ein Baumwoll- oder Leinentuch in möglichst warmes Wasser gelegt, ausgewrungen und um den Bauch gewickelt. Zwei weitere Lagen Handtücher verhindern das zu schnelle Entweichen der Wärme und schützen das Sofa oder das Bett vor Nässe. Wer sich den Aufwand nicht zumuten möchte, kann trotzdem mit einer Wärmflasche oder einem Kirschkernkissen die Entspannung der Muskulatur des Verdauungstraktes fördern.

Massagen des Bauches

Auch manuell können Sie etwas gegen schmerzhafte Blähungen unternehmen. Eine Bauchmassage regt die Darmtätigkeit an, überschüssige Luft und Gase können besser entweichen. Verwenden Sie dabei noch warmes Öl, verstärkt sich die Wirkung. Kümmelöl oder Lavendelöl helfen dementsprechend nicht nur bei Babys mit Koliken, sondern auch bei Erwachsenen.

Blähungen möglichst vorbeugen

Eine gesunde ballaststoffreiche Ernährung kann Blähungen verursachen, wenn sie abrupt eingeführt wird. Möchten Sie Ihre Ernährung umstellen, ist dies schrittweise empfehlenswert, damit sich der Darm daran gewöhnen kann. Außerdem ist viel Bewegung nicht nur gesund, sondern fördert ebenso die natürliche Peristaltik des Darms und beugt Blähungen vor. Der berühmte Verdauungsspaziergang ist daher durchaus kein Ammenmärchen. Verzichten Sie auf stark kohlensäurehaltige Getränke, sie reichern oft zusätzlich Gase im Verdauungstrakt an. Regelmäßiges Essen zu festen Zeiten ist ferner gleichermaßen wichtig, wie das langsame Essen und ausreichende Kauen. Auf diese Weise vermeiden Sie es, durch hastiges Schlucken beim Essen nebenbei oder im Stehen, unnötige Luft zu sich zu nehmen.

Bei langanhaltenden Beschwerden zum Arzt

Es ist das eine, wenn Sie unter Blähungen leiden, nachdem Sie ein deftiges Chili gegessen haben, oder ob Sie ständig unter den unangenehmen Darmwinden leiden. Blähungen können auch Symptome von ernsthaften Erkrankungen sein. Dazu gehören nicht nur Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie eine Zölliakie oder eine Laktoseintoleranz, sondern auch schwerwiegende Erkrankungen wie Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenprobleme, Leberzirrhose und viele mehr.

Hinweis: Unsere Artikel können den ärztlichen Rat nicht ersetzen! Bei Fragen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt oder Apotheker Ihres Vertrauens!
Text: C. D. / Stand: 08.11.2017