Hausmittel gegen Blasenentzündung

Eine Tasse Brennesseltee
Brennesseltee ist ein bewährtes Hausmittel gegen
Blasenentzündung - Foto: © unpict

Brennen beim Wasserlassen, leichte Schmerzen im Unterleib, ständiger Drang auf die Toilette zu gehen, obwohl man gerade erst war - all das sind typische Anzeichen einer Blasenentzündung. Nicht immer ist bei einer akuten Zystitis (so der lateinische Name) gleich der Gang zum Arzt notwendig. Erkennt man die Anzeichen einer Blasenentzündung rechtzeitig, so können einfache Hausmittel eine schnelle Linderung bringen.

Was hilft gegen Blasenentzündung?

Verschiedene Kräutertees sowie viel Wärme haben sich bei Blasenentzündung bewährt. Im Folgenden stellen wir einige dieser Hausmittel vor:

Kräutertees gegen Blasenentzündung

Die Natur stellt uns bei der Selbstbehandlung der Blasenentzündung einige wirksame Kräuter und Pflanzen an die Seite. Zu diesen gehören unter anderem Wacholder, Beerentraube, Gänseblümchen, Brunnenkresse, Kapuzinerkresse, Salbei, Hagebutte, Cranberry und Brennnessel. Wer die Möglichkeit besitzt, abseits von viel befahrenen Straßen diese grünen natürlichen Helfer zu sammeln, der sollte dies tun. Getrocknet halten sich Kräuter und Heilpflanzen über mehrere Monate und sind so stets zur Hand, wenn sie benötigt werden.

Folgende Kräuter haben sich bei einer Blasenentzündung bewährt:

  • Tee aus Gänseblümchen und Blättern zubereiten und mehrmals am Tag eine Tasse frisch überbrüht trinken
  • 2-3 TL getrocknete Bärentraubenblätter im Mörser zerkleinern und mit etwas Honig vermischt jeweils früh und abends auf einem kleinen Stück Brot zu sich nehmen
  • Aus 5 EL Brunnenkresse einen Tee kochen und mit heißem Wasser überbrühen. 10 Minuten ziehen lassen und mindestens 3 Tassen pro Tag trinken
  • Bis zu dreimal täglich einen Tee aus jeweils 1 TL getrockneten Brennnesselblättern und 250 ml kochendem Wasser zubereiten. Vorsicht: Brennnesselblättertee dürfen Sie nicht trinken, wenn Sie an einer Herz- oder Nierenschwäche leiden.
  • Zweimal am Tag ein Glas Cranberry-Saft trinken. Dieser ist fertig in der Apotheke erhältlich.

Sind Sie sich bei der Bestimmung von Kräutern und Heilpflanzen unsicher, so können Sie natürlich auch auf einen fertigen Blasen- und Nierentee zurückgreifen. Dieser ist in Apotheken, Drogerien sowie in größeren Supermärkten erhältlich.

Wärme hilft bei Blasenentzündung

Hat Sie eine böse Blasenentzündung erwischt, so holen Sie doch einfach Ihre Wärmflasche hervor. Füllen Sie diese mit nicht zu heißem Wasser und positionieren Sie sie dort, wo es Ihnen angenehm ist. Die meisten Patienten benötigen die Wärme am Bauch, andere wiederum fühlen sich wohler, wenn sie sich die Wärmflasche zwischen die Beine legen oder sie zwischen Rücken und Sofalehne stopfen. Eine ähnliche Wirkung wie die Wärmflasche erzielt ein Kirschkernkissen oder ein Dinkelkissen. Beides kann entweder im Backofen oder in der Mikrowelle erwärmt werden. Beachten Sie dazu auch die Hinweise auf dem jeweiligen Produkt. Eine weitere Möglichkeit, um eine Blasenentzündung selbst zu behandeln, sind warme Wickel beziehungsweise Auflagen. Genau wie bei hartnäckigem Husten kann auch bei einer akuten Zystitis eine Auflage aus warmen Kartoffeln sehr wirksam sein. Dazu werden die Kartoffeln gekocht, grob zerdrückt und in ein Leinentuch gewickelt. Anschließend auf dem Unterbauch platzieren. Statt Kartoffeln können Sie auch angedünstete Zwiebeln verwenden. Beachten Sie jedoch bei beiden Varianten, dass die Auflagen nicht zu heiß sind. Unangenehme Verbrennungen wären sonst die Folge.

Fußbäder und Sitzbäder bei Blasenentzündung

Bei einer Blasenentzündung ist Wärme das oberste Gebot. Neben den gerade vorgestellten Möglichkeiten helfen auch ansteigende Fußbäder sowie Sitzbäder bei der Selbstbehandlung.

Ein ansteigendes Fußbad wird wie folgt durchgeführt:

  • 35° Celsius warmes Wasser in einen Eimer oder in eine Wanne füllen und die Füße hineinstellen
  • Ganz langsam immer mehr heißes Wasser dazugeben, bis die Temperatur zwischen 39 und 40° Celsius liegt
  • Etwa 15 Minuten lang die Füße bei dieser Temperatur baden
  • Füße gut abtrocknen und sofort in warme Socken schlüpfen

Sitzbäder können auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Sie können dazu in der halb gefüllten Wanne Platz nehmen oder aber eine spezielle Sitzbadewanne verwenden. Diese besteht aus Kunststoff und passt auf fast alle Toiletten.

Als heilender Badezusatz haben sich folgende Rezepte bewährt:

  • 50 g Kamillenblüten (getrocknet) mit 500 ml kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und den Sud in die Sitzbadewanne gießen
  • Einige Tropfen Teebaumöl mit 39°C warmen Wasser vermischen und darin baden
  • 10 Tropfen ätherisches Manukaöl mit 39°C warmen Wasser vermischen und in eine Sitzbadewanne geben

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Die hier vorgestellten Hausmittel können bei einer Blasenentzündung sehr gut wirken - wenn sie rechtzeitig angewendet werden. Verringern sich die Beschwerden innerhalb der nächsten 24 Stunden seit Beginn der Selbstbehandlung nicht oder tritt gar eine Verschlechterung ein, so ist in jedem Fall der Arzt aufzusuchen. Auch dann, wenn der Urin mit Blut oder Eiter vermischt ist und/oder starke Schmerzen und Fieber auftreten, reichen Hausmittel bei der Behandlung der akuten Zystitis allein nicht mehr aus. Falls notwendig, wird der Arzt Ihnen dann ein Antibiotikum verschreiben. Als begleitende Maßnahme können Sie natürlich weiterhin Fuß- und Sitzbäder durchführen und daneben Blasen- und Nierentee trinken.

Hausmittel sind immer dann angebracht, wenn die Blasenentzündung leichter Natur und Ihr Allgemeinbefinden nicht stark eingeschränkt ist. Um die Heilung zu fördern und die Harnwege gut durchzuspülen, ist es ratsam, die Trinkmenge zu erhöhen. In Frage kommen neben den hier genannten Teemischungen vor allem Wasser und Saftschorlen. Kaffee und alkoholische Getränke sind zu meiden. Und ganz wichtig: gönnen Sie sich viel Ruhe und schalten Sie mal einen Gang zurück - dann sind Sie schnell wieder auf dem Berg!

Hinweis: Unsere Artikel können den ärztlichen Rat nicht ersetzen! Bei Fragen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt oder Apotheker Ihres Vertrauens!
Text: K. L. / Stand: 22.06.2017