Lebensmittel vakuumieren

Ein Vakuumiergerät
Ein Vakuumiergerät lässt sich einfach bedienen
Foto: © okinawakasawa

Seit langem bedient sich die Industrie der Technik, Lebensmittel im Vakuum zu verpacken. Nun erobert diese Methode dank neuer und kleinerer Vakuumiergeräte auch die privaten Haushalte. Lebensmittel halten durch das Vakuumieren um ein Vielfaches länger frisch, größere Mengen können problemlos konserviert werden und sogar Gerichte können schonend im Niedrig-Garverfahren, dem sogenannten Sous-Vide-Verfahren, zubereitet werden. Tipps zur Lebensmittellagerung

Was bedeutet vakuumieren?

Die Funktionsweise des Vakuumierens ist relativ einfach. Über eine starke Pumpe wird die Luft aus der Verpackung gesaugt, danach bleibt diese luftdicht verschlossen. Die Folge ist, dass der Zersetzungsprozess durch Mikroorganismen und Enzyme verlangsamt wird. Besonders der Erhalt der wichtigen Vitamine, Mineralien und anderer Nährstoffe steht im Vordergrund. Lebensmittel, die vakuumverpackt wurden, ändern sich weder optisch noch verlieren sie an Geschmack. Dies ist gegenüber dem Einkochen, Trocknen oder Einfrieren ein großer Vorteil. Vielmehr kann sogar Fleisch im Vakuum perfekt nachreifen.
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Die Vorteile des Vakuumierens

Nicht nur, dass die Haltbarkeit der Lebensmittel durch das Vakuumieren um das Drei- bis Fünffache erhöht wird, ist als positiv zu werten. Dank des Aussaugens der Luft, sparen die Anwender einen Großteil an Platz ein. Dies ist besonders bei Tiefkühlprodukten von Vorteil. Gefrierbrand gehört durch das Vakuumieren der Vergangenheit an. Ein weiterer Vorteil ist, dass man größere Mengen einkaufen, vakuumieren und somit länger haltbar machen kann.

Schlaue Besitzer eines Vakuumiergerätes nutzen dieses außerdem nicht nur für Lebensmittel. Auch andere Kleinteile, Wolle, Silberbesteck, Farbdosen und Tabak oder Reiseutensilien lassen sich damit platzsparend oder sicher vor dem Verstauben aufbewahren.

Haltbarkeit vakuumierter Lebensmittel

Doch wie lange halten sich vakuumierte Lebensmittel eigentlich? Hier ein paar Beispiele:

Bei Raumtemperatur

  • Brötchen: nicht vakuumiert ca. 2-3 Tage - vakuumiert ca. 7-8 Tage
  • Tee: nicht vakuumiert ca. 2-3 Monate - vakuumiert ca. 12 Monate

Im Kühlschrank

  • Gemüse: nicht vakuumiert ca. 5 Tage - vakuumiert ca. 18 - 20 Tage
  • Gekochte Suppen: nicht vakuumiert ca. 2-3 Tage - vakuumiert ca. 8 - 12 Tage

Im Tiefkühler

Vakuumiergeräte

Im Handel sind zahlreiche Vakuumiergeräte erhältlich. Jedoch müssen Nutzer schon etwas tiefer in die Tasche greifen, um ein qualitativ hochwertiges Gerät für einen leichten und einwandfreien Gebrauch zu erwerben. Die Geräte sind mit unterschiedlichen Funktionen und in diversen Größen für den Hausgebrauch oft als normale Tischgeräte erhältlich. Hochwertige Geräte haben eine Druckregulierung, die es ermöglicht, auch sensible Produkte zu vakuumieren. Das Vakuumieren von Flüssigkeiten (zum Beispiel Eintöpfe) oder mariniertes Fleisch kann direkt im Vakuumbehälter erfolgen.

Wie funktionieren hochwertige Geräte?

Vakuumierte Lebensmittel
Lebensmittel haltbar machen durch vakuumieren
Foto: © foodinaire

Nachdem die Luft abgesaugt wurde, wird der Beutel versiegelt. Bei Beuteln geschieht dies über eine oder mehrere Schweißnähte. Je mehr und desto dicker die Schweißnähte sind, umso hochwertiger ist meist die Maschine. Idealerweise sollte man Geräte mit 2 oder 3 Schweißnähten bevorzugen, um die Verschluß-Sicherheit zu erhöhen.

Beutel und Behälter

In der Regel werden für das Vakuumieren goffrierte Beutel verwendet. Sie haben eine Wabenstruktur und sind auf einer Seite aufgeraut, dadurch kann die Luft besser abgesaugt werden. Die Beutel bestehen aus einer Mehrschichtfolie, die aus Polyamid und Polyethylen besteht. So kann auch Scharfkantiges, zum Beispiel Fleisch mit Knochen, sicher luftdicht verwahrt werden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass keine Weichmacher enthalten sind. Die Vakuumbeutel gibt es in verschiedenen Größen. Nicht jedes Gerät lässt sich mit den Beuteln anderer Hersteller kombinieren. Die Vakuumbeutel gibt es auch als Schlauch. Sie lassen sich in der Größe dank der Schweißnähte sehr gut passend anfertigen. Optimal sind vor allem Vakuumboxen, wenn zum Beispiel Flüssigkeiten oder Blattsalate vakuumiert werden sollen. Mit einem Adapteraufsatz zum Vakuumiergerät wird die Luft aus den Boxen gesaugt. Sie sind außerdem meist mikrowellentauglich und tiefkühlgeeignet. Wahlweise gibt es auch Elekto- oder Handpumpen für diese Art des Vakuumierens. Ein Schweißgerät ist dann nicht mehr nötig.

Wo kann man Vakuumiergeräte kaufen?
  • Elektronikhandel (z.B. Euronics, Medimax)
  • Direkt beim Hersteller

Hersteller von Vakuumiergeräten
  • Lava
  • Caso
  • Clatronic
  • Severin
  • Unold
  • Gastroback

Kosten für ein Vakuumiergerät

Je nach Ausstattung und Marke schwanken die Preise stark. Nur wenige Hersteller produzieren noch in Deutschland, hier lohnt es sich zu vergleichen. Ein einfaches Gerät bekommt man schon für unter 20 Euro, ein hochwertiges Markengerät kann schon mal 500 Euro kosten. Empfehlenswert ist etwas tiefer in die Tasche zu greifen, denn billig gekauft ist oftmals teurer. Auch die Preise für die Vakuumierbeutel und -folien schwanken stark. Hier lohnt es sich die Preise und Produktionsstandorte zu vergleichen, denn Billiganbieter verwenden oft Folien aus Fernost, welche Weichmacher enthalten können.

Wichtige Tipps für das Vakuumieren

Je frischer die Lebensmittel sind, desto länger werden sie sich ohne die Luft im Behälter halten. Entfernen Sie daher immer schadhafte Stellen vor dem versiegeln. Arbeiten Sie immer unter einwandfreien hygienischen Bedingungen. Besonders Fleisch lässt sich dank des Vakuumierens sehr schnell und effektiv marinieren oder reift hervorragend nach. Sie können nahezu alle Lebensmittel frei von Luft verpacken, die Sie auch einfrieren können. Eine Ausnahme bilden alle gasbildenden Gemüse- und Obstsorten, wie Kohl, Zuckerschoten oder Spargel. Sie müssen vor dem verpacken blanchiert werden. Bananen, Äpfel und Kartoffeln sollten nur ungeschält vakuumiert werden. Soßen und Suppen können zum leichteren Luftentzug einen Tag vorher eingefroren werden und als Block ins Vakuum kommen. Gleiches gilt für weiche Früchte, wie Beeren, oder luftige Brötchen. Je nach Gerätetyp lassen sich sogar Einkochgläser im Handumdrehen vakuumieren. Beim Garen der Lebensmittel im Beutel wird im Niedrigtemperaturbereich ein Großteil der Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Schneiden Sie jedoch immer eine Ecke des Beutels auf, damit der Dampf beim Garvorgang entweichen kann. Weitere Informationen über das Sous Vide Garen finden Sie bei Wikipedia.de

Dank der modernen Methode des Vakuumierens werden die Küchen des Landes auf den Kopf gestellt. Lebensmittel lassen sich länger haltbar machen, ohne an Geschmack oder Farbe einzubüßen, die Umwelt wird geschont und Platz beim Lagern geschaffen. Wer in ein hochwertiges Gerät investiert, hat mehr davon!
Text: C. D. / Stand: 30.11.2017