Handtücher desinfizieren?

Handtücher und Waschmittel
Muss man Handtücher desinfizieren?
Foto: © Africa Studio

Handtücher zählen zu den am stärksten mikrobiologisch belasteten Textilien im Haushalt. Sie werden intensiv genutzt und viele Menschen meinen, die Desinfektion der Handtücher sei für eine angemessene Hygiene absolut notwendig. Doch Desinfektionsmittel belasten nur unnötig die Umwelt und stören das mikrobiologische Gleichgewicht in den Kläranlagen. Einfacher ist es, die Handtücher korrekt zu waschen. Lesen Sie auch:
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Ist die Handtücher Desinfektion sinnvoll?

Im Grunde genommen ist es nicht nötig Handtücher zu desinfizieren. Sollte jemand im Haushalt krank sein (z.B. Durchfall, Nagelpilz) kann man die Handtücher ausnahmsweise mal desinfizieren, um einer Ansteckung vorzubeugen.

Niedrige Temperaturen wirken sich negativ aus

Aus Umweltschutzgründen und um Energie zu sparen, waschen immer mehr Haushalte ihre Wäsche bei niedrigen Temperaturen. Dank moderner Waschmittel verschwinden tatsächlich bereits bei 40°C viele Flecken und unerwünschter Schmutz. Mikrobiologisch betrachtet, ist die Wäsche hingegen nur optisch sauber. Für die meisten Textilien ist die 40°C - Wäsche absolut ausreichend. Bei Handtüchern empfiehlt es sich jedoch, auf höhere Waschtemperaturen ab 60°C zurückzugreifen.

Die Kochwäsche ist nicht zwangsläufig notwendig

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt es als selbstverständlich, dass Handtücher in die Kochwäsche gehören. Heute werden vielmehr zumeist weiße Handtücher bei 90°C mit einem Vollwaschmittel gewaschen. Dies birgt zudem den Vorteil in sich, dass die Waschmaschine automatisch eine Reinigung erhält und unangenehmen Gerüchen vorgebeugt wird. Bunte Handtücher kommen indes meist bei 60°C zusammen mit einem Colorwaschmittel in die Maschine. Einem Großteil der Bakterien, Pilze und Viren geht es dabei bereits an den Kragen. Eine Gefahr geht dann von den Handtüchern nicht mehr aus.

Desinfektionsmittel sind in der Regel überflüssig

Immer häufiger greifen Menschen zu sogenannten Hygienespülern, um ihre Wäsche absolut keimfrei zu bekommen. Diese Maßnahme ist jedoch in den meisten Fällen mehr als überflüssig. Nicht nur dass das Immunsystem der Bewohner dieses Haushalts zu wenig beschäftigt und Überempfindlichkeiten begünstigt werden, auch die Umwelt nimmt dadurch ungewollten Schaden. Speziell bei Handtüchern, die aus Mikrofasern oder anderen Chemiefasergemischen bestehen, stellt sich die Frage nach der Hygiene. Oft können diese laut Pflegeetikett nicht heiß gewaschen werden. In solchen Fällen empfehlen Hygieneexperten, auf ein Vollwaschmittel zurückzugreifen. Letztere enthalten Bleiche, die bereits bei geringen Temperaturen zahlreiche Bakterien, Pilze und Viren ausschaltet.

Handtücher separat waschen

Wie oft muss es schnell gehen und ein Handtuch landet kurzerhand mit in der normalen Buntwäsche bei 40°C in der Maschine? Sinnvoller ist es, die Handtücher zu sammeln und in einer separaten Wäsche anzusetzen. Fallen in einem Singlehaushalt beispielsweise nicht so viele Handtücher einer Farbe an, lässt sich die Trommel mit anderen mikrobiologisch belasteten Textilien zumeist sehr schnell füllen. Dazu zählen etwa Waschlappen, Duschvorleger oder Geschirrtücher, Abwaschschwämme und Spüllappen. Auch Bettwäsche sollte bei 60°C gewaschen werden. Die Maschine wird optimal ausgelastet.
So beladen Sie die Waschmaschine richtig

Fazit: Handtücher kommen am besten bei 60°C bis 90°C in die Waschmaschine. Mischgewebe, welche nicht heiß gewaschen werden dürfen, lassen sich bereits optimal mit einem Vollwaschmittel bei 40°C hygienisch waschen. Desinfektionsmittel sind indes in einem Privathaushalt zumeist überflüssig.
Text: C. D. / Stand: 04.08.2018

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