Hefe selber machen

Text: S. G. (Hausfrau) / Letzte Aktualisierung: 21.04.2021

Hefe selber machen aus Obst wie z.B. Datteln
Hefe selber machen aus Obst - Foto: © eflstudioart - stock.adobe. com

Hefe aus Bier oder Obst herstellen

Während der Corona Pandemie hat so mancher das Brotbacken für sich entdeckt. Mit den Ostertagen oder Weihnachten vor der Tür planen zudem viele Hobbybäcker die Zubereitung von allerlei Leckereien. Doch was tun, wenn die Hefe ausverkauft ist? Wer dennoch nicht auf frisches Brot oder den Hefezopf zu Ostern verzichten möchte, kann Hefe selber machen. Dafür brauchen Sie nur drei Zutaten!

Variante 1: Hefe aus Bier selber machen

Das brauchen Sie:

  • 100 ml lauwarmes Hefeweizen-Bier
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Weizen- oder Dinkelmehl
  • 1 Einmachglas zum Abfüllen
Füllen Sie das Bier in das Einmachglas. Geben Sie den Zucker und das Mehl hinzu. Verschließen Sie das Glas und schütteln Sie es kräftig, bis sich Zucker und Mehl aufgelöst haben. Nun müssen Sie das Gemisch nur noch eine Nacht lang an einem warmen Ort stehen lassen. Am nächsten Morgen ist Ihre Hefe bereits fertig. Das Rezept entspricht etwa einem Hefewürfel und 100 ml Wasser. Verwenden Sie beim Backen etwa 100 ml weniger Flüssigkeit als im Rezept angegeben.

Variante 2: Hefe aus Obst selber machen

Kein Bier im Haus, aber Trockenobst? Dann probieren Sie doch einmal diese Variante zur Hefe-Herstellung aus. Diese Methode zum Hefe selber machen braucht allerdings etwas mehr Zeit.

Sie brauchen:

  • 4 EL Rosinen, getrocknete Datteln oder Trockenpflaumen
  • 1 EL braunen Zucker oder Honig
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Einmachglas
Füllen Sie das Trockenobst mit Zucker oder Honig und dem Wasser ins Einmachglas. Verschließen Sie das Glas und schütteln Sie es kräftig. Lassen Sie das Glas anschließend drei bis acht Tage an einem warmen Ort (25 bis 30°C) stehen. Schütteln Sie es dabei immer mal wieder. Beim Gären bilden sich Bläschen und das Wasser wird trüber. Damit die überschüssigen Gase entweichen können, sollte man es täglich 1-2 mal kurz öffnen. Dabei immer einen Geruchstest machen. Riecht es nach faulen Eiern sofort entsorgen! 100 ml Hefewasser entsprechen etwa einem Hefewürfel plus Flüssigkeit. Das Trockenobst entfernen Sie vor der Verwendung. Der Teig, den Sie mit dem Hefewasser herstellen, muss etwas länger gehen als gewohnt.

Achtung: Bei dieser Methode können sich auch unerwünschte Organismen im Wasser vermehren. Schwangere sollten auf diese Hefe-Variante daher verzichten.

Was sollte man beachten?

Ist die Hefe endlich fertig, kann man sich ans Backen machen. Daei sollte man allerdings beachten, dass die selbstgemachte Hefe weniger Triebkraft hat als industriell hergestellte Hefe. Pro 500 g Mehl sollte man ca. 100-125 ml Hefe nehmen. Im Idealfall verwendet man zum Backen einen Vorteig oder man lässt den Teig länger als üblich gehen.

Tipp:
Die selbstgemachte Hefe kann man bis zu 2 Monate im Kühlschrank aufbewahren. Dort wird sie durch die Kälte inaktiv. Vor dem Verwenden einen Tag bei Zimmertemperatur lagern und daran riechen.

Backen ohne Hefe?

Hat man im Supermarkt keine Hefe bekommen und keine Zeit oder Lust selber welche herzustellen, muss man nicht zwangsläufig auf das Backen verzichten. Doch wie funktioniert das Backen ohne Hefe?
Der Kuchen wird auch mit Backpulver schön fluffig. Hier sollte man sich vorsichtig rantasten. Je nach Teigmenge 1 TL bis ein Päckchen Backpulver verwenden. Aber auch mit Natron und Buttermilch oder Kefir kann man einen fluffigen Teig herstellen. Pro 500 g Mehl verwenden Sie 1 TL Natron sowie 375 ml Buttermilch oder Kefir. Wer Buttermilch oder Kefir nicht mag, kann stattdessen 3-4 TL Essig (keine Essigessenz!) verwenden. Natürlich schmeckt das Gebackene nicht nach Hefe. Wer also den Hefegeschmack mag, sollte lieber mit Hefe backen.

Rezepte:

Küchentipps: