Reinigungsmittel entsorgen

Verschiedene Reinigungsmittel
Wohin mit alten Reinigungsmitteln?
Foto: © gawriloff

Ein Blick auf die Putzmittel in deutschen Haushalten verrät schnell: viel zu viel dieser Spezialreiniger werden hierzulande verwendet. Ein Mittel für das Bad, eines für den Backofen und das nächste für den Abfluss. Irgendwann müssen diese entsorgt werden, doch in den Restmüll dürfen sie keinesfalls gelangen. Wohin also mit Resten von Putzmitteln und Spezialreinigern?

Haushaltschemikalien müssen fachgerecht entsorgt werden

Etliche Flaschen, Tuben oder Tüten von Reinigungsmitteln sammeln sich über die Zeit im Putzschrank an. Ein Großteil dieser Chemikalien darf jedoch nicht über den Restmüll entsorgt werden, da schwere Umweltschäden drohen. So könnten sie auf Mülldeponien das Grundwasser verseuchen, nachdem sie in den Boden sickern. Oder aber die schädlichen Dämpfe, welche bei der Müllverbrennung entstehen, gelangen nicht vollständig gefiltert in die Atmosphäre. Werden die Reiniger unbedacht in der Toilette zusammen herunter gespült, kann eine explosive Mischung entstehen. Überdies wird das Abwasser stark belastet. Daher gehören selbst haushaltsübliche Reiniger wie etwa Waschbenzin, Metallputzmittel oder aber der alte Grillreiniger fachgerecht entsorgt.

Wo kann man Reinigungsmittel entsorgen?

Neben vielen Verkaufsstellen, die Putzmittel wieder zurücknehmen, sind es vor allem die Wertstoffhöfe der Städte und Gemeinden, die sich um die Restbestände der Haushaltschemikalien kümmern. Die meisten Putzmittel sind reizend und giftig. Verfügt die Kommune nicht über einen Wertstoffhof, werden oft Sammelstellen oder aber ein Schadstoffmobil eingesetzt. Nicht vollständig verbrauchte Behälter dürfen dort meist kostenfrei oder gegen ein geringes Entgelt in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden. Anschließend werden sie einer fachgerechten Entsorgung zugeführt. Informationen über die Entsorgungsstellen oder Recyclinghöfe liefern die Gemeinden in ihren Bürgerbüros oder dem Abfallamt. Mitunter veröffentlichen die Kommunen auch einen Abfallkalender, in welchem wichtige Termine für die Entsorgung solcher Haushaltschemikalien aufgeführt sind.

Leere Behälter dürfen in den grünen Punkt

Nach dem vollständigen Aufbrauchen der Reinigungsmittel dürfen die leeren Behälter ohne schlechtes Gewissen meist der Wertstofftonne mit dem grünen Punkt zugeführt werden. Genaue Informationen dazu befinden sich im Regelfall direkt auf der Verpackung des Putzmittels.

Bewusstes Einkaufen vermeidet Problemstoffe

Unzählige Schmutzarten lassen sich mit einfachem Allzweckreiniger, Haushaltssoda oder Essigreiniger problemlos beheben. Der Kauf unnötig vieler verschiedener Chemikalien ist häufig überflüssig und nicht zuletzt sehr teuer. Wer sich informiert erkennt schnell, dass altbewährte Hausmittel nahezu die gleichen Effekte wie preisintensive und umweltschädliche Reiniger erzielen. Auch Alternativen, wie etwa die gute alte Saugglocke für Rohrverstopfungen oder aber ein Schuss Essig im Spülwasser beim Fensterputzen schonen die Umwelt und ersparen den Besuch im Wertstoffhof. Unterdessen befindet sich auch eine anschauliche Vielfalt von biologisch abbaubaren Reinigungsmitteln in den Regalen von Drogerien und Supermärkten.

Bevor man den Weg zum Recyclinghof auf sich nimmt, um nicht vollständig entleerte Flaschen und Dosen von Reinigern zu entsorgen, lohnt sich das Nachfragen bei Familie, Bekannten oder Freunden. Während im eigenen Haushalt das Putzmittel zwar nicht mehr benötigt wird, leistet es in einem anderen womöglich noch gute Dienste.
Text: C. D. / Stand: 20.08.2017