Fettige Küchenschränke, verkrustete Backbleche, muffige Abflüsse – für all das brauchen Sie keine teuren Spezialreiniger. Waschsoda erledigt vieles davon gründlich, ist dabei sparsam im Verbrauch und kostet nur wenige Euro pro Packung. Das weiße Pulver gehört zu den bewährtesten Hausmitteln und war schon in der Küche unserer Großeltern ein fester Bestandteil der Putzroutine. Wir nutzen Soda regelmäßig als Reiniger und zeigen Ihnen, wo und wie Sie es einsetzen können.

Was ist Waschsoda?

Waschsoda ist Natriumcarbonat (Na2CO3), ein natürlich vorkommendes Salz der Kohlensäure. In Wasser gelöst bildet es eine alkalische Lauge, die Fett zuverlässig löst. Chemisch gesprochen wird das Fett dabei „verseift“ – die Lauge verbindet sich mit dem Fett und löst es vom Untergrund.

Nicht verwechseln:
Waschsoda (Natriumcarbonat) ist nicht dasselbe wie Natron bzw. Backsoda (Natriumhydrogencarbonat). Natron reagiert deutlich milder und wird unter anderem zum Backen verwendet. Waschsoda ist wesentlich stärker alkalisch und daher als Reinigungsmittel wirksamer – aber auch aggressiver gegenüber Haut und empfindlichen Materialien. Sie können Natron übrigens nicht einfach durch Waschsoda ersetzen oder umgekehrt.

In Drogerien wie dm oder Rossmann bekommen Sie Waschsoda als Pulver in 500-g-Packungen, meist für unter zwei Euro. Auch in Supermärkten wie Edeka oder Rewe und in Bioläden ist es erhältlich. Alternativ gibt es fertig gemischte Soda-Allzweckreiniger als Sprühflasche – praktisch, wenn Sie nicht selbst anmischen möchten.

Soda in der Küche: Fett, Krusten und Eingebranntes

In der Küche zeigt Soda seine größte Stärke, denn fettige Verschmutzungen sind seine Paradedisziplin.

  • Fettige Oberflächen und Küchenschränke reinigen. Die Oberseiten der Küchenschränke und Hängeschränke sind oft mit einer klebrigen Fettschicht überzogen, an der sich Staub festsetzt. Bei uns in der Küche ist das ein Dauerthema, weil wir jeden Tag frisch kochen und die Wrasen nach oben steigen. Wir verwenden gern einen Soda-Reiniger, sprühen die fettigen Stellen ein und nach ein paar Minuten Einwirkzeit löst sich die Fettschicht fast von selbst. Dieser Reiniger eignet sich auch für Fettablagerungen auf Küchenmöbeln, die Dunstabzugshaube und andere glatte Oberflächen in der Küche.
  • Eingebranntes in Töpfen und Pfannen lösen. Geben Sie 2 EL Soda mit einem halben Liter Wasser in den Topf oder die Pfanne und erhitzen Sie das Ganze kurz. Dann lassen Sie die Lösung etwa eine Stunde einwirken. Die Verkrustungen lassen sich anschließend ohne großes Schrubben mit einem Schwamm abwischen. So lassen sich auch verkrustete Backbleche reinigen.
  • Backofen reinigen. Lösen Sie 2 EL Soda in 500 ml warmem Wasser auf und sprühen oder wischen Sie die fettverschmutzten Stellen im Backofen damit ein. Nach 20 bis 30 Minuten Einwirkzeit lässt sich der Schmutz mit einem feuchten Tuch abwischen. Bei stärkeren Verschmutzungen können Sie die Lösung auch über Nacht einwirken lassen.

Soda im Badezimmer und Abfluss

  • Toilette reinigen. Streuen Sie 1 bis 2 EL Waschsoda direkt in die Toilettenschüssel und verteilen Sie das Pulver mit der WC-Bürste. Lassen Sie es mindestens 15 Minuten einwirken, bevor Sie nachspülen. Bei hartnäckigem Urinstein können Sie zusätzlich etwas Essig dazugeben – die Mischung schäumt auf und löst Ablagerungen.
  • Verstopfte Abflüsse frei bekommen. Geben Sie 3 bis 4 EL Soda in den Abfluss und gießen Sie eine halbe Tasse Essig hinterher. Es schäumt und blubbert – das ist normal. Lassen Sie die Mischung etwa 30 Minuten einwirken und spülen Sie dann mit heißem Wasser nach. Diese Methode eignet sich vor allem bei leichten Verstopfungen durch Fett- und Seifenreste und beugt bei regelmäßiger Anwendung auch Gerüchen vor.
  • Fliesen und Fugen. Für die Reinigung von Bodenfliesen und Fliesenfugen lösen Sie 2 EL Soda in einem Eimer mit 5 Litern warmem Wasser auf. Bei glasierten Fliesen können Sie diese Lösung bedenkenlos verwenden. Bei unglasierten Feinsteinzeugfliesen oder empfindlichen Natursteinfliesen testen Sie vorher an einer unauffälligen Stelle.

Soda in der Wäsche

Waschsoda kann die Waschwirkung bei stark verschmutzter Wäsche verstärken. Geben Sie einfach 1 bis 2 EL Soda zusätzlich zum Waschmittel in die Waschmaschine. Das Soda macht das Wasser weicher und unterstützt das Waschmittel dabei, fetthaltigen Schmutz besser aus den Fasern zu lösen.

Besonders weiße Wäsche aus Baumwolle profitiert davon: Sie können stark verschmutzte oder vergraute Stücke vor dem Waschen in einer Sodalösung (2 EL auf 5 Liter Wasser) für ein bis zwei Stunden einweichen. Das hellt die Wäsche auf und löst hartnäckigen Schmutz.

Wichtig:
Verwenden Sie Soda nur für unempfindliche Textilien aus Baumwolle, Leinen oder Viskose. Wolle und Seide werden durch die Lauge beschädigt. Auch bei Buntwäsche und Synthetik ist Vorsicht geboten – hier kann Soda die Farben angreifen. Im Zweifel lieber nur das reguläre Waschmittel verwenden.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten

  • Thermoskannen, Teekannen und Blumenvasen. Braune Beläge in Thermoskannen, Teekannen oder Blumenvasen lassen sich mit Soda lösen. Füllen Sie heißes Wasser ein, geben Sie 1 TL Soda dazu und lassen Sie die Lösung einige Stunden oder über Nacht stehen. Danach gründlich mit klarem Wasser ausspülen.
  • Unangenehme Gerüche beseitigen. Soda neutralisiert Gerüche. Zum Mülleimer reinigen streuen Sie etwas Pulver hinein, um unangenehme Gerüche zu binden. Auch in den Kühlschrank können Sie eine kleine Schale mit trockenem Soda stellen – das Pulver nimmt Gerüche auf.
  • Gartenmöbel vom Grünbelag befreien. Lösen Sie 2 EL Soda in 10 Litern warmem Wasser auf und schrubben Sie damit Holz-Gartenmöbel oder den Balkonboden ab. Der Grünbelag lässt sich so ohne aggressive Chemie entfernen.
  • Reinigungsmittel selber machen. Soda ist eine der Grundzutaten für selbst gemachte Reinigungsmittel. In Kombination mit Natron und Zitronensäure lässt sich beispielsweise ein einfaches Spülmaschinenpulver herstellen. Auch selbst gemischte Allzweckreiniger basieren häufig auf Soda.
Waschsoda Anwendung in verschiedenen Bereichen
Wo kann man Waschsoda anwenden? - Bild mit Hilfe einer KI erstellt

Wo Sie Soda besser nicht verwenden

So vielseitig Soda ist – auf einigen Materialien hat es nichts zu suchen, weil die Lauge die Oberfläche angreifen oder verfärben kann:

  • Aluminium – reagiert mit der Lauge und kann anlaufen oder sich verfärben
  • Linoleum und Laminat – die Oberfläche kann beschädigt werden
  • Marmor und Granit – Natursteine können nachdunkeln oder stumpf werden
  • Lackierte und mit Dispersionsfarbe gestrichene Oberflächen – die Lauge kann den Anstrich anlösen
  • Wolle und Seide – tierische Fasern werden durch die Lauge beschädigt

Bei Glas kommt es auf die Konzentration an: Fensterglas können Sie mit einer verdünnten Sodalösung (1 EL auf 5 Liter Wasser) reinigen. Hochkonzentrierte Lauge kann Glasoberflächen jedoch angreifen. Empfindliche Gläser wie Kristallglas sollten Sie sicherheitshalber nicht mit Soda behandeln.

Sicherheitshinweise für den Umgang mit Waschsoda

Waschsoda ist kein harmloses Hausmittel. Es ist reizend und gemäß Chemikalienrecht mit dem Gefahrenpiktogramm „Ausrufezeichen“ und dem Hinweis „Verursacht schwere Augenreizung“ gekennzeichnet – also genauso wie viele herkömmliche Reinigungsmittel auch.

Beachten Sie beim Umgang folgende Punkte:

  • Handschuhe tragen. Die Lauge trocknet die Haut stark aus und kann bei längerem Kontakt Hautreizungen verursachen. Tragen Sie beim Putzen immer Haushaltshandschuhe.
  • Augen schützen. Vermeiden Sie es, das Pulver in Augennähe aufzuwirbeln. Bei Augenkontakt sofort mehrere Minuten mit fließendem Wasser spülen und einen Augenarzt aufsuchen.
  • Bei Hautkontakt mit Wasser abspülen. Kommt das Pulver oder die Lauge auf die Haut, waschen Sie die betroffene Stelle sofort gründlich mit Wasser ab.
  • Trocken und kindersicher aufbewahren. Waschsoda nimmt Feuchtigkeit auf und verklumpt. Lagern Sie es verschlossen, trocken und außerhalb der Reichweite von Kindern.
  • Dosierung beachten. Mehr Soda bedeutet nicht automatisch bessere Reinigung. Halten Sie sich an die empfohlenen Mengen und testen Sie bei empfindlichen Oberflächen immer zuerst an einer unauffälligen Stelle.