Richtige Schuhpflege

Text: A. W. / Zuletzt aktualisiert: 07.10.2019

Utensilien für die Schuhpflege
Was braucht man für die Schuhpflege? - Symbolbild: © Nitr - stock.adobe.com

Schuhpflege: Ein großer Überblick

Sie gehören längst zu den Selbstverständlichkeiten des Alltages und sind dennoch nicht nebensächlich: Schuhe begleiten uns zur Arbeit, in der Freizeit und bei widriger Witterung. Redlich verdient hat sich der Schutz für den Fuß folglich auch eine fachgerechte Pflege. Hier ist es wichtig, das Material zu berücksichtigen, um keine Schäden zu provozieren. In diesem Schuhpflege Ratgeber finden Interessierte alles, was sie wissen müssen.

Lederschuhe pflegen: Naturmaterialien benötigen Nahrung

Oft gerät es in Vergessenheit: Bei Leder handelt es sich um die weiterverarbeitete und gegerbte Haut. Entsprechend sind auch seine Eigenschaften nur dann vorteilhaft für den Träger, wenn die Struktur dieser Haut erhalten bleibt.

Daher lohnt es sich, Lederschuhe nicht täglich zu tragen, sondern ihnen gelegentlich etwas Urlaub zu gönnen. Das ist wichtig, damit eventuell im Material befindliche Feuchtigkeit entweichen kann. Wer feuchte Lederschuhe trägt, riskiert Formverluste sowie Schädigungen.

Auch wichtig bei der Pflege von Lederschuhen ist die Tatsache, dass das Material nach dem Gerben gefettet wurde und diese Fette im Laufe der Zeit wieder abgibt. Es wird folglich trockener und neigt zu brüchigen Stellen und schnellerer Alterung. Den Verlust verlangsamen können Schuhbesitzer, indem sie ihren Lederschuh regelmäßig sorgfältig reinigen und Glattleder anschließend mit einem hochwertigen Bienenwachs pflegen. Für raue Ledersorten eignet sich passende Schuhcreme.

Ein guter Lederschuh muss, wenn er nicht stark verschmutzt ist, nur etwa alle drei Wochen geputzt werden. In jedem Fall empfiehlt es sich, mit passenden Bürsten zu arbeiten, um das Material bestmöglich zu säubern. Starke Verschmutzungen lassen sich vermeiden, indem der Schuh nach jedem Tragen behutsam abgebürstet wird.

Formverluste bei Lederschuhen sind auch nach einmaligem Tragen denkbar. Das liegt in der Natur des Leders, das Feuchtigkeit aufnimmt und weich wird. Daher empfiehlt es sich, Lederschuhe stets mit einem entsprechenden Schuhspanner zu versehen und auf diese Weise stehend zu lagern. Ein Schuhspanner sollte aus Holz sein und über Lüftungsschlitze verfügen, um den Trocknungsprozess nicht zu blockieren.
Weitere Tipps zum Lederschuhe putzen

Schuhe aus wasserabweisenden Materialien auffrischen

GORE-TEX® ist ein Material, das sich bei Outdoorfans bewährt hat. Durch seine Beschaffenheit erzielt es Wasserdichtigkeit und nimmt dem Schuh dennoch nicht seine Atmungsaktivität. Das Schöne an GORE-TEX® ist: Das Material ist praktisch unverwüstlich und behält seine Funktion über Jahre hinweg bei. Dennoch ist eine sinnvolle Pflege empfehlenswert.

Das gilt besonders dann, wenn die Schuhe nach einem Aufenthalt im Freien schmutzig geworden sind. Eine weiche Bürste, ein sauberer sowie fusselfreier Lappen und lauwarmes Wasser helfen dabei, den oberflächlichen Schmutz zu beseitigen. Nach der Reinigung und nach dem Tragen sollten die Schuhe bei Raumtemperatur ordentlich trocknen dürfen.

WICHTIG! GORE-TEX® Schuhe müssen atmungsaktiv bleiben. Sie dürfen daher auf keinen Fall mit Fetten oder Ölen behandelt werden, da diese die Membran und den Oberstoff beeinträchtigen könnten.

Nicht fehlen sollte bei GORE-TEX® Schuhen die regelmäßige Imprägnierung. Wenngleich das Material ohnehin wasserdicht ist, unterstützt eine Imprägnierung den schmutzabweisenden Effekt und vermeidet ein Vollsaugen des Materials. Dass eine Imprägnierung ansteht, lässt sich leicht erkennen: Wird etwas Wasser über den Schuh geschüttet und perlt es nicht einfach ab, ist der Arbeitsschritt nötig.

Stoffschuhe: Die passende Pflege

Schuhe aus Stoff kommen nicht selten vor. Besonders seitdem Sneaker auf dem Vormarsch sind, finden sich Textilien in verschiedensten Ausprägungen auch an den Füßen. Die größten Risiken, denen ein Stoffschuh ausgesetzt ist, sind Schmutz und Nässe.

Schutz gegen beide Gefahren bietet die Imprägnierung von Stoffschuhen. Ein geeignetes Spray sollte rund dreimal verwendet werden, bevor der Schuh mit der Außenwelt in Kontakt kommt. Später dann empfiehlt es sich, einen regelmäßig getragenen Stoffschuh etwa alle drei Wochen zu imprägnieren.

Extra-Tipp: Es gibt Imprägniersprays, die über einen UV-Schutz verfügen. Sie eignen sich gut für Stoffschuhe, denn diese können in der Sonne zu Farbverlusten neigen.

Bei der Reinigung sollten Stoffschuhe mit einer trockenen und sauberen Bürste oberflächlich von Schmutz befreit werden. Hartnäckigere Flecken und Verunreinigungen können im Rahmen einer Nassreinigung gelöst werden. Auch Schaum bietet sich an, um Flecken ohne eine Komplettreinigung zu behandeln.

Nach dem Reinigen von Stoffschuhen und wenn diese beim Tragen sehr feucht geworden sind, sollten sie nicht ohne Hilfe trocknen. Sonst können sich unschöne Knicke oder Knittermuster ergeben, die den Schuh alt wirken lassen. Mit einem Schuhspanner oder auch Zeitungspapier lässt sich jeder Stoffschuh ausfüllen, bis er vollkommen trocken ist.
Weitere Tipps zum Stoffschuhe reinigen

Methoden und Tipps rund um die Schuhreinigung

Jeder Schuh muss im Laufe seiner Existenz mehrfach gründlich gereinigt werden. Hier bieten sich unterschiedliche Materialien und Methoden an.

WICHTIG! Beim Reinigen von Schuhen ist es entscheidend, auf die Angaben des Herstellers zu achten, um Beschädigungen zu vermeiden.

Die Nassreinigung

Stark verschmutzte Schuhe können mit Wasser gereinigt werden. Das gilt sowohl für Modelle aus Leder als auch für Stoff- und Kunststoffschuhe. Wichtig ist es allerdings, stets schonend mit dem Schuh umzugehen und ihn nur äußerlich zu befeuchten. Wasser, das innen in einen Schuh eindringt, stellt ein Risiko für Beschaffenheit und Form dar. Für die Nassreinigung empfiehlt es sich daher, passende, sehr milde Reinigungsmittel zu verwenden und den Schuh während des gesamten Vorgangs fest in der Hand zu behalten.

Der Schmutzradierer

Der Schmutzradierer kann auch bei der Schuhreinigung verwendet werden. Da sich im Material des Radierers kleine Schleifpartikel befinden, sollten Leder und andere empfindliche Materialien jedoch nicht mit ihm in Kontakt kommen. Der Schmutzradierer eignet sich hervorragend, um Sohlen wieder sauber zu bekommen und unempfindliche Oberflächen von hartnäckigen Flecken zu befreien. Hierfür wird er befeuchtet und dann mit wenig Druck über die verschmutzte Oberfläche gerieben.

Verschiedene Schuhbürsten
Für die richtige Pflege braucht man verschiedene Schuhbürsten - Symbolbild: © goir - stock.adobe.com

Die Bürsten

Bürsten sind ein entscheidender Bestandteil der Schuhreinigung. Vor allem bei Lederschuhen ist es wichtig, mehrere Bürsten zu verwenden, da diese dem individuellen Arbeitsschritt entsprechen müssen. So gibt es:

Schmutzbürsten
Diese Bürsten eignen sich für jedes Schuhmaterial und helfen dabei, oberflächlichen Schmutz zu beseitigen.

Auftragbürsten
Mit ihnen ist es möglich, Lederschuhe mit Creme zu pflegen. Durch die flexible Oberfläche der Bürste gelangt das Pflegemittel auch in Zwischenräume, weswegen diese Bürsten eine gute Alternative zu Lappen darstellen.

Glanzbürsten
Die Glanzbürsten kommen bei Glattlederschuhen zum Einsatz und werden nach der Reinigung und Pflege über das Obermaterial geführt, um es aufzupolieren.

Raulederbürsten
Raues Leder und ähnliche Materialien, also Nubuk oder Velours, können mit einer Glanzbürste nicht gepflegt werden. Für sie braucht es spezielle Raulederbürsten, die über Lamellen aus Gummi verfügen. Nach der Pflege mit Creme hilft die Bürste dann dabei, das Material wieder schön aufzurauen.

Extra-Tipp: Nicht empfehlenswert für die Schuhpflege sind jene Bürsten, deren Borsten aus Kunststoff bestehen, denn sie können auf empfindlichen Materialien unschöne Kratzer hinterlassen. Besser eignen sich folglich Bürsten mit Naturhaarborsten aus Pferde- oder Wildschweinhaar.

Mittel gegen unangenehmen Geruch

Nicht nur eine äußerliche Schuhreinigung kann notwendig werden. Ebenfalls möglich ist es, dass ein Schuh unangenehm zu riechen beginnt. In diesem Fall ist es nicht empfehlenswert, ihn von innen nass zu reinigen. Da Bakterien für den üblen Geruch verantwortlich sind, könnten diese im Zweifel sogar erhalten bleiben. Somit helfen antibakterielle Sprays am besten gegen übelriechende Schuhe. Beim Einsprühen ist es wichtig, nicht das Obermaterial zu benetzen, da dies unter Umständen zu Flecken führen könnte.

Winterschuhe richtig behandeln und aufbewahren

Der Winter ist die Jahreszeit, in der Schuhe ganz besonderen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Hier ist es wichtig, sie gut zu pflegen und nach jedem Tragen trocknen zu lassen. Da Winterschuhe oftmals gefüttert sind, kann sich in ihrem Inneren schnell ein recht feuchtes Klima bilden. Daher sollten sie so weit wie möglich geöffnet und mit Papier ausgestopft werden. Das fördert die Trocknung und verhindert Geruchsbildung sowie Verformungen.

Wichtig bei der Pflege von Winterschuhen sind auch:

  • die Entfernung von Streusalzresten nach jedem Tragen,
  • regelmäßiges Reinigen und Beseitigen von Schneerändern,
  • entsprechendes Imprägnieren der Oberfläche,
  • und die behutsame Trocknung bei Raumtemperatur.

Sollen die Winterschuhe mehrere Saisons lang getragen werden, ist die richtige Aufbewahrung entscheidend. Damit die Schuhe im Keller oder Schuhschrank nicht leiden, sollten sie mit einem guten Schuhspanner ausgestattet und in Leinenbeuteln aufbewahrt werden. So bleiben sie gut geschützt vor Verformung und Schmutz. Der richtige Ort für die Lagerung ist trocken und nicht zu warm. Mehr zum Thema Schuhpflege im Winter

Bei teuren Schuhen ist Schonung sinnvoll

Kostspielige Modelle sollten selbstverständlich besonders gut behandelt werden. Es ist sinnvoll, sie nicht täglich zu tragen, stets gut trocknen zu lassen und einen passenden Schuhspanner zu verwenden. Bei der Auswahl von Pflegeprodukten für teure Schuhe ist Qualität das A und O, weshalb der Schuhmacher als Ansprechpartner passende Produkte empfehlen sollte. Zwischen dem Tragen empfiehlt es sich, die Sohlen herauszunehmen, um die Trocknung zu optimieren und Geruchsbildung zu vermeiden.

Defekt oder abgenutzt? Wann sich der Weg zum Schuhmacher lohnt

Defekte an Schuhen können vorkommen. Abgelaufene Sohlen und kleine Makel kann ein Schuhmacher mit seinen professionellen Werkzeugen schnell wieder ausgleichen. Das allerdings lohnt sich nur bei hochwertigen Schuhen, die über viele Jahre getragen werden wollen. Bei günstigen Modellen übersteigen die Kosten für den Schuhmacher meist jene Ausgaben, die bei einem Neukauf anstünden.

Schuhe auf Reisen: So werden sie richtig transportiert

Schuhe sollten auf Reisen möglichst schonend transportiert werden. Hier empfiehlt sich die Verwendung von Schuhbeuteln aus Jute, da diese atmungsaktiv sind und die Bildung von Kondenswasser verhindern. Im Koffer sollten vor allem Lederschuhe stets so platziert werden, dass sie weder knicken noch stark gestaucht werden. Wer die Möglichkeit hat, nutzt am besten eine extra Tasche für seine Schuhe und platziert diese luftig und locker.

Etwas unkomplizierter ist das Reisen mit Stoffsneakern und Sportschuhen. Sie sollten zwar ebenfalls nicht stark zusammengedrückt werden, sind aber kompromissbereiter als Lederschuhe.

Schuhe in die Waschmaschine: Wann ist das in Ordnung?

Die Waschmaschine ist nur selten der richtige Ort für die Schuhreinigung. Durch das Schleudern, die Reinigungsmittel, den langen Wasserkontakt und hohe Temperaturen können Leder und andere Materialien unwiederbringlich zerstört werden. Bei pflegeleichten Schuhen aus Stoff oder auch Leinen, die laut Hersteller in der Maschine gewaschen werden dürfen, sieht das anders aus. Hier ist ein schonender Waschgang erlaubt. Die Schuhe sollten am besten in einen Stoffbeutel gepackt und ohne Schnürsenkel gewaschen werden. Anschließend müssen die Schuhe gut trocknen.

Zusatz-Tipp für langlebigere Schuhe

Zu einer guten Schuhpflege gehört auch die schonende Behandlung. Beim An- und Ausziehen gerät das jedoch schnell mal in Vergessenheit und der Schuh wird mit großer Kraft gedehnt. Langfristig kann das Beschädigungen und Verformungen provozieren. Daher empfiehlt sich stets die Verwendung eines Schuhlöffels. Schnürschuhe sollten grundsätzlich weit genug geöffnet werden, um den Fuß ohne Druck in das Innere gleiten lassen zu können.

Quellenangabe bzw. weiterführende Informationen:

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