Elterngeld - Finanzielle Absicherung für junge Familien

Ein Elterngeldantrag
Elterngeld beantragen - Foto: © klickerminth

Seit dem 1. Juli 2007 gibt es das Elterngeld. Es wurde als Ablösung des bis dahin geltenden Bundeserziehungsgeldes eingeführt und steht im Bundeselterngesetz (BEEG) niedergeschrieben. Ziel ist es, jungen Familien beim Start in ein gemeinsames Leben mit einem Baby eine finanzielle Absicherung zu geben. Gleichzeitig soll es den Eltern erleichtert werden, eine Pause im Beruf einzulegen bzw. die Arbeitszeit zu verkürzen, um voll und ganz zum Wohl des Kindes da zu sein. Seit der Einführung des Elterngeldes kommen auch immer mehr Väter zu dem Entschluss, eine Auszeit für ihr Kind und sich selbst zu nehmen. Seit dem 1. Januar 2011 sind einige Neuerungen dem Bundeselterngeldgesetz hinzugefügt worden.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Im Grunde genommen alle Eltern, deren Kinder nach dem 01. Juli 2007 geboren wurden. Elterngeld wird dem Elternteil gezahlt, der eine Auszeit vom Beruf nimmt, oder aufgrund der Kinderbetreuung zumindest verkürzt auf maximal 30 Stunden pro Woche arbeitet. Eltern können auch gemeinsam parallel Elternzeit in Anspruch nehmen.

Wie lang wird Elterngeld gewährt?

Die monatlichen Zahlungen werden höchstens für 14 Monate gewährt. Ein Elternteil kann davon minimal 2 bis maximal 12 Monate Elterngeld beziehen. Ausnahmen bilden Alleinerziehende. Ihnen werden die vollen 14 Monate aufgrund des fehlenden Partners gewährt.

Wie hoch ist das Elterngeld? - Elterngeld Berechnung

Es beträgt theoretisch 67 % des durchschnittlich bereinigten Nettoentgeldes der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes für die Person, dessen Verdienst zwischen 1000,- € und 1200,- € lag und aufgrund der Betreuung des Babys wegfällt. Verdienste über 1200,- € erhalten neuerdings nur 65 %, maximal werden 1800,- € gezahlt. Für Eltern, deren zu versteuerndes Einkommen über 250.000,- € pro Person und Jahr lag, entfällt zukünftig das Elterngeld komplett. Mindestbetrag für das Elterngeld sind jedoch 300,- € pro Monat. Für Geringverdiener mit einem monatlichen Nettoentgeld von weniger als 1000,- € wird der Betrag durch eine Ersatzrate auf bis zu 100 % erhöht. Eltern, die neben dem Neugeborenen weitere Kinder unter drei Jahren betreuen, steht ein weiterer Kinderzuschuss von 10 % zusätzlich zum Elterngeld zu, mindestens jedoch wird ein Betrag in Höhe von 75,- € monatlich gewährt. Bei Mehrlingsgeburten kommt für jedes weitere Kind der Mindestzuschuss hinzu. Dieser Anspruch erlischt mit dem vollendeten 3. Lebensjahr der Geschwisterkinder. Neu seit dem 1. Januar 2011 ist, dass das Elterngeld zukünftig bei dem Arbeitslosengeld II, der Sozialhilfe sowie dem Kinderzuschlag vollständig angerechnet wird, auch der Mindestbetrag von 300,- €.

Es gibt aber eine Ausnahme: Alle Elterngeldberechtigten, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder den Kinderzuschlag beziehen und die vor der Geburt ihres Babys erwerbstätig gewesen sind, erhalten einen Elterngeldfreibetrag. Dieser entspricht dem Einkommen vor der Geburt, beträgt jedoch höchstens 300,- €. Bis zu dieser Höhe bleibt das Elterngeld weiterhin anrechnungsfrei und steht damit zusätzlich zur Verfügung. Die Homepage des Bundesministeriums für Familie und Soziales bietet Ihnen einen Elterngeldrechner an, um bereits im Vorfeld die Höhe der zukünftigen monatlichen Bezüge zu überschlagen und dadurch etwas mehr Planungssicherheit für junge Familien anzubieten. Ebenso wird Ihnen dort die Möglichkeit gegeben, den Gesetzestext einzusehen und Details nachzulesen.

Wo muss man Elterngeld beantragen?

Der Antrag muss immer schriftlich durch einen Vordruck bei der zuständigen Elterngeldstelle eingehen. Welche Elterngeldstelle im Speziellen für Sie zuständig ist, erfahren Sie beim Bundesministerium für Familie oder in Ihrer Stadtverwaltung. Häufig sind die Elterngeldstellen in Jugendämtern, Bürgerbüros oder in den zuständigen Gemeinden untergebracht. Der Antrag muss nicht sofort nach der Geburt gestellt werden. Zeitnahes Absenden gewährt Ihnen jedoch eine schnellere Bearbeitung und dadurch eher finanzielle Sicherung. Außerdem werden die Anträge maximal für 3 Monate rückwirkend genehmigt. Um den Behördenstress gerade in der Zeit nach der Geburt zu minimieren, können Sie die meisten Daten bereits im Voraus eintragen und nur noch fehlende Daten nach der Geburt ergänzen. Die Mitarbeiter der zuständigen Stellen geben Ihnen natürlich auch gern Hilfestellung beim Ausfüllen der Formulare. Mitunter kann dies besonders für selbstständige Unternehmer nötig werden, um alle Daten korrekt anzugeben.
Text: C. D. / Stand: 20.08.2017