Wohnung kündigen

Mietvertrag, Schlüssel und Geld
Wie kann man die Wohnung kündigen? - Foto: © Gerhard Seybert

Erfahren Sie in diesem Artikel wie man eine Wohnung kündigen sollte und was dabei zu beachten ist.

Als Mieter die Wohnung kündigen: Was muss ich beachten?

Sie möchten umziehen, haben vielleicht schon Ihre Traumwohnung gefunden und fragen sich nun, was Sie bei der Kündigung Ihrer alten Wohnung beachten müssen? Wir haben die wichtigsten Regelungen für Sie zusammengestellt.

Die wichtigsten Fakten in Kürze

  • Gesetzliche Kündigungsfrist bei unbefristeten Mietverträgen: Drei Monate
  • Kürzere Fristen können im Mietvertrag vereinbart werden
  • Die Kündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Monats beim Vermieter eingehen
  • Mündliche Kündigungen sind nicht rechtssicher

Gründe für eine Kündigung des Mietvertrags

Der Mieter kann den Mietvertrag kündigen, wenn beispielsweise durch die Mietsache Gefahr für Gesundheit und Leben besteht (z.B. Baufälligkeit, Schimmel), die Mietsache nicht wie vereinbart genutzt werden kann (z.B. Heizung oder Wasserversorgung funktioniert nicht), eine Modernisierung und / oder Mieterhöhung angekündigt wird. Der Vermieter kann den Mietvertrag kündigen, wenn ein Mietrückstand besteht, der Mieter seinen Pflichten nicht nachkommt (z.B. Mängel nicht anzeigt), der Mieter den Vermieter beleidigt oder bedroht oder wenn sich der Mieter nicht an die Hausordnung hält.

Beachten Sie die gesetzliche Kündigungsfrist!

Bei unbefristeten Mietverträgen sieht der Gesetzgeber eine Kündigungsfrist von drei Monaten vor - gekündigt wird üblicherweise zum Monatsende. Die Kündigung muss bis spätestens zum dritten Werktag eines Monats beim Vermieter eingehen. Das bedeutet: Wenn Sie beispielsweise zum 31. Juli ausziehen möchten, muss Ihr Kündigungsschreiben bis spätestens 3. Mai bei Ihrem Vermieter eingehen. Sollte der Monatsdritte auf einen Feiertag oder ein Wochenende fallen, verlängert sich die Frist entsprechend um einen oder zwei Tage. Da der Eingang bei Ihrem Vermieter entscheidend ist, sollten Sie Verzögerungen bei der Post einplanen und entsprechend früh versenden.

Kündigungen immer schriftlich und nachweisbar!

§ 568 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) regelt die Form der Kündigung: "Die Kündigung des Mietverhältnisses bedarf der schriftlichen Form." Damit ist eine Kündigung mündlich (zum Beispiel am Telefon), aber auch elektronisch (per Email) nicht rechtssicher. Damit Sie im Fall eines Rechtsstreits auf der sicheren Seite stehen, sollten Sie die Kündigung rechtssicher versenden und damit den fristgerechten Eingang nachweisbar machen. Sie können die Kündigung persönlich abgeben und sich vom Vermieter quittieren lassen, sie unter Zeugen in den Briefkasten des Vermieters einwerfen oder per Einschreiben (Einwurf-Einschreiben, Übergabe-Einschreiben oder Einschreiben mit Rückschein) verschicken.

Ein formloses Schreiben reicht aus

Es gibt keine formale Bestimmung, an die Sie sich bei Ihrer Kündigung halten müssen. Ein formloses Anschreiben reicht also völlig aus. Folgende Informationen muss dieses unbedingt beinhalten:

  • Ihre Ankündigung, dass Sie die Wohnung kündigen wollen
  • Adresse, Stockwerk und ggfs. Lage der Wohnung (z. B. "3.Obergeschoss, Mitte")
  • Das aktuelle Datum

  • Das Datum, zu dem gekündigt werden soll
  • Eine Aufforderung an Ihren Vermieter, die Kündigung schriftlich zu bestätigen
  • Unterschriften und volle Namen aller Hauptmieter

Vor allem der letzte Punkt wird gerne übersehen: Stehen mehr als eine Person im Mietvertrag (zum Beispiel bei Paaren oder Wohngemeinschaften) müssen alle Beteiligten als Vertragspartner die Wohnung schriftlich kündigen.

Sonderfall: Einer zieht aus, einer bleibt

Manchmal will nur ein Partner aus der Wohnung ausziehen und "seinen Teil" kündigen. Dies ist nur mit Zustimmung Ihres Vermieters möglich! Er hat einen Vertrag mit zwei Partnern abgeschlossen und kann fordern, dass Sie entweder beide kündigen und ausziehen oder beide als Vertragspartner bestehen bleiben. In diesem Fall sollten Sie so früh wie möglich mit Ihrem Vermieter sprechen und ihn bitten, einen Partner aus dem Vertrag zu entlassen. Dies ist möglich über eine Ergänzung zum bestehenden Mietvertrag oder durch Aufsetzen eines neuen Vertrages. Beachten Sie in diesem Fall, dass sich bestehende Vereinbarungen ändern können (z. B. Staffelmiete, Kündigungsfristen). Lesen Sie auch: Wie Wohngeld beantragen?
Text: I. S. / Stand: 04.06.2019
Bitte beachten Sie, dass unser Artikel den Rat eines Anwalts nicht ersetzen kann! Wir geben hier nur allgemeine Tipps und Hinweise. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Anwalt Ihres Vertrauens oder einen Mieterverein.

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