Gelassen beim Einkauf mit Kind

Mutter mit 3 Kindern im Supermarkt
Entspannt mit Kindern einkaufen gehen ...
Foto: © Kadmy

Ist dies überhaupt möglich? Eltern, die ihre Kinder mit zum Wochenendeinkauf nehmen, wissen wovon die Rede ist. Quengeln, nörgeln, flehen und nerven - spätestens an diesem Punkt erkennen viele Eltern ihre Grenzen. Für manche Familien wird der Einkauf so zur Belastungsprobe für Eltern und Kind. Die Marketingstrategien vieler Supermärkte und Einkaufspassagen machen es den Eltern nicht gerade leichter. Überall stecken Verlockungen, die die Situation noch hochschaukeln. Wie komme ich gelassener durch den Discounter, ohne nicht die Hälfte zu vergessen und mit den Nerven am Ende zu sein?

Wer irgendwie kann, lässt seine Kinder für den Wochenendeinkauf zu Hause, bei der Oma oder in der Kita bzw. Schule. Nur leider ist dies nicht bei jedem zu jederzeit möglich. Das Einkaufen mit Kindern gehört eben zur harten Erziehungsarbeit dazu. Eltern können es sich einfacher machen, wenn sie einige wichtige Tipps beachten.

Wo soll der Einkauf stattfinden?

Wesentlich entspannter fällt der Einkauf mit Kindern aus, wenn Sie sich im bereits im Voraus überlegen, wo sie am besten shoppen gehen möchten. Überlegen Sie, ob es wirklich der Groß-Discounter mit einer Einkaufszeit von 1 ½ bis 2 Stunden sein muss, oder ob es diese Woche ausreicht, im Discounter um die Ecke oder auf dem Markt einkaufen zu gehen. Entscheiden Sie sich auch für Geschäfte, die es ihnen erleichtern, mit Ihrem Kind einkaufen zu gehen und die sich auf Familien eingestellt haben. Etwa Läden, die eine große Produktpalette vorrätig haben, über breite Gänge und eine süßwarenfreie Kasse verfügen. Manche Shops bieten auch eine Spielecke für die etwas größeren Kinder an, haben zwischendurch in einem Gang ein Schaukelpferd oder einen Fernseher positioniert.

Wann beginnt die Shopping-Tour?

Wer mit seinem Kind kurz vor dem Mittagsschlaf, der Essenszeit oder spät am Abend einkaufen geht, ist selbst schuld. Mit etwas Planung lassen sich solche Einkaufszeiten meist vermeiden. Auch muss der Wochenendeinkauf wenn möglich nicht unbedingt in der größten Stoßzeit stattfinden, etwa Freitag abends oder Samstag morgens.

Brauche ich Equipment für das Einkaufen?

Wer sein Kind ablenken kann, sollte es tun. Ein Brötchen in der Hand, ein Kuscheltier oder ein Bilderbuch für die Kleinsten kann helfen. Ab einem gewissen Alter lassen sich die Kinder nicht mehr ganz so einfach außer Gefecht setzen. So lange es möglich ist, hilft es Eltern sehr, wenn ihre Kinder in der Autoschale, dem Kinderwagen oder dem Einkaufswagen sitzen. Viele Supermärkte bieten dafür auch eigens entworfene Kindereinkaufswagen an. Für Shops mit Einkaufswägen ohne Kindersitze hilft ein einfacher sehr preiswerter Buggy im Kofferraum des Autos.

Was muss ich im Vorfeld klären?

Kind beim Einkaufen im Supermarkt
Kinder helfen gerne beim Einkaufen ...
Foto: © st-fotograf

Eine Einkaufsliste hält die Gedanken beisammen. Während Sie einkaufen, müssen Sie schließlich nebenbei noch das Kind beschäftigen und so vergisst man schnell das eine oder andere. Wer zudem noch einen Speiseplan hat, vermeidet es, häufiger einkaufen zu müssen und spart sich Stress. Neben all der Planung gibt es jedoch noch einen wichtigen Punkt im Vorfeld zu klären. Sobald die Kinder alt genug sind, sollten Sie vor dem Einkauf die Regeln mit ihm klären und sich später auch ganz strikt daran halten.

Soll ich das Kind einbeziehen in den Einkauf?

Ja unbedingt. Erlaubt es das Alter des Kindes hilft es sowohl Ihnen als auch Ihrem Sohn oder der Tochter, wenn es eine Aufgabe hat. Eigens dafür entworfene Kinder-Einkaufswagen mit langer Fahne zum Wiederfinden des Kindes in den Gängen und eine Aufgabe, wie etwa: Du besorgst den Honig für das Frühstück, lenken das Kind ab und es lernt, Verantwortung zu übernehmen.

Wie verhalte ich mich im Laden?

Ein Kind ist und bleibt ein Kind und wird auf die vielen Versuchungen in einem Laden, der ihm wie das Schlaraffenland vorkommt, kaum widerstehen können. Auch dafür sollten Sie als Eltern Verständnis zeigen. Halten Sie sich an die Regeln, die Sie im Vorfeld mit dem Kind abgesprochen haben. So gibt es keine Süßigkeiten an der Kasse, auch wenn sie noch so lecker locken. Und wenn Ihr Kind noch so wütend schreien wird, versuchen Sie mit so viel Gelassenheit und Ruhe den Einkauf fortzusetzen, wie es die Situation erlaubt. Nur wenn das Kind merkt, dass es mit seinem Verhalten einen Erfolg erzielt, wird es immer wieder diese Methode anwenden. Wie so oft liegt auch der Erfolg Ihrer Erziehung in der Konsequenz, und zwar auch den anderen Kunden des Supermarktes gegenüber, die hinter Ihnen an der Kasse dem Kind gut zureden und Sie anhalten, dem armen Kind doch etwas Süßes zu gönnen.

Keep Cool!

Ignorieren Sie die vielsagenden Blicke der Passanten, wenn Ihr Kind heulend auf dem Boden des Supermarktes liegt und halten Sie sich an Ihre Einkaufsliste. Lange Diskussionen sind fehl am Platz. Zugegeben, dies erfordert einiges an Selbstvertrauen und Übung, doch am Ende werden Sie dafür belohnt werden. Und zwar spätestens dann, wenn Ihr Kind nach einigen erfolglosen Versuchen aufgeben wird, denn dann ist der Einkauf wesentlich entspannter. Außerdem lernt Ihr Kind auf diese Weise für das Leben, dass es nicht alles was es sich wünscht auch haben kann. Und Sie werden sehen, dass andere verständnisvolle Eltern Sie lächelnd bei Ihren Erziehungsversuchen unterstützen, denn sie wissen das alle Eltern in dieser Situation schnell ins Schwitzen kommen.
Text: C. D. / Stand: 08.11.2017