Haushaltsbuch führen - Wie?

Ein Haushaltsbuch
Mit einem Haushaltsbuch behält man den Überblick
über die Finanzen - Foto: © Klaus Eppele

In Zeiten steigender Energie- und Lebensmittelpreise müssen immer mehr Haushalte mit engem Budget auskommen. Schwierigkeiten Sparpotentiale zu erkennen und Kosten zu minimieren kann man umgehen, indem man sich ein Haushaltsbuch anlegt. Diese wirklich sinnvolle Lösung ist besser als ihr Ruf. Sie wird zwar als spießig und konservativ im Volksmund betitelt, dennoch erleichtert ein Haushaltsbuch den Umgang mit Geld und hilft den Überblick über die Finanzen zu behalten.

Kosten verstecken sich überall. Schnell ein Brötchen beim Bäcker gekauft, das Kind bekommt beim Warten an der Kasse noch etwas Süßes und das kaputte Bügeleisen musste auch ersetzt werden. Kaum merklich summieren sich die Beträge und die Übersicht über Einnahmen und Ausgaben geht verloren. Haushaltsbücher liegen im Trend, ihr verstaubtes Geizkragen-Image haben sie abgelegt. Geschickt und konsequent geführt können sie nicht nur für Haushalte mit geringem Einkommen erhebliche Sparpotentiale offenlegen.

Arten von Haushaltsbüchern

Sie haben die Möglichkeit Ihr Haushaltsbuch grundsätzlich auf zwei Arten anzulegen. Entweder handschriftlich oder digital am Computer. Handschriftliche Haushaltsbücher sind bereits für drei bis vier Euro als vorgedrucktes Heft im Schreibwarenladen zu erstehen. Auch Verbraucherzentralen und Banken bzw. Sparkassen geben vorgefertigte Haushaltsbücher an ihre Kunden und Klienten ab, mitunter sogar gratis. Ganz althergebracht können Sie außerdem mit einem simplen karierten Heft ein ganz individuelles Haushaltsbuch selbst anlegen. Die Technik macht auch vor einem Haushaltsbuch keinen Halt. Viele Menschen führen ihre Finanzübersicht digital am Rechner, zum Beispiel mit Hilfe von kostenloser Freeware oder einem einfachen Tabellenkalkulationsprogramm. Auch kostenpflichtige Software für den Rechner ist erhältlich. Beim Download der Programme sollten Anwender darauf achten, dass nicht noch zusätzliche Kosten nach dem freien Download für das Führen des Buches anfallen werden. Moderne Technik macht es möglich, dass sogar Kontobewegungen direkt in das Haushaltsbuch übertragen werden können und auf diese Weise viel Schreibarbeit wegfällt.

Inhalte des Haushaltsbuches

Ein Haushaltsbuch ist letztendlich eine Übersicht über alle Einnahmen und sämtliche Ausgaben. Am Monatsende gegenübergestellt zeigen sie, wie viel Geld tatsächlich verbraucht wurde. Die Einnahmen und Ausgaben müssen minutiös und konsequent eingetragen werden, und sei es nur die Kugel Eis an der Eisdiele beim Stadtbummel. Dabei unterscheidet man jeweils zwischen fixen und variablen Einnahmen bzw. Ausgaben.

Einnahmen

Fixe Einnahmen sind zum Beispiel Löhne und Gehälter, ALG I bzw. ALG II, aber auch das Kindergeld, Wohngeld, Mieteinnahmen, Renten usw. Unter variable Einnahmen fallen beispielsweise Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder andere Sondergratifikationen und Zinserträge.

Ausgaben / Kosten

Zu den fixen Kosten monatlich gehören unter anderem die Miete, Versicherungen, Telefonrechnungen und Internetgebühren, Unterhalt, Fahrkarten, Nebenkostenvorauszahlungen, Strom- und Gasanschlüsse, Kindergarten- bzw. Hortgebühren, Essengeld, Kredittilgungen, Bausparer, Kontoführungsgebühren usw. Der höchste Anteil an den variablen Kosten sind sicher die Lebensmitteleinkäufe und die Kosten für Kleidung. Hinzu kommen ganz klassisch eventuelle Restaurantbesuche, Klassenfahrten, Urlaub, Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, Ausgaben für Benzin wie auch Reparaturen an PKW, Haushaltsgeräten und vieles mehr.

Wie führe ich ein Haushaltsbuch?

Zunächst muss das Buch erst einmal angelegt werden. Dies erfordert viel Geduld und besonders Zeit wie auch Konzentration. Am besten man legt das Buch in Ruhe an, möglichst ohne Kinder oder andere Störfaktoren im Raum. Hat man diese Basis geschaffen, braucht es noch die Konsequenz, das Haushaltsbuch auch weiterzuführen. Nicht jeder schafft dies. Denn es erfordert Zeit, die von wenigen Minuten bis hin zu Stunden reichen kann.

Wichtig beim Führen eines Haushaltsbuches ist es, am Ball zu bleiben und es in kurzen Abständen, am besten täglich, zu führen. Dafür werden wirklich alle Kassenbons und Quittungen aufgehoben und in das Buch übertragen. Als Aufbewahrungsort für die Belege kann ein Kästchen, ein stabiler Umschlag oder eine Ablage dienen. Nur so schafft man es, Sparpotentiale zu erkennen bzw. aus der Übersicht herauszulesen, ob nicht sogar die Ausgaben die Einnahmen mitunter übersteigen.

Beim Führen des Haushaltsbuches werden auch die Arten der Bezahlung notiert, also Barzahlung, Kartenzahlung oder Kundenkarten wie auch Überweisungen und Zahlungen mit Kreditkarten.

Wichtig ist, dass alle Personen des Haushalts an einem Strang ziehen. Es nützt nichts, wenn einer das Haushaltsbuch führt und ein zweiter unüberlegt Geld ausgibt und dieses nirgendwo in den Büchern auftaucht. Dies würde das Bild verfälschen.

Die Vorteile eines Haushaltsbuches im Überblick:

  • Es ermöglicht eine Kontrollfunktion über alle Einnahmen und Ausgaben.
  • Das Haushaltsbuch kann dazu führen, das Ausgabeverhalten zu verändern und das Konsumverhalten zu überdenken bzw. anzupassen.
  • Spontane Ausgaben werden oft minimiert.
  • Das Haushaltsbuch hilft dabei, eventuelle Schulden besser zu tilgen.
  • Es schafft einen optimalen Rahmen, seine finanziellen Grenzen zu erkennen.
  • Es optimiert Ausgaben und Einnahmen, viele sparen einen hohen Betrag pro Monat durch das Führen des Haushaltsbuches.
  • Es schafft finanzielle Planungssicherheit, eventuell können Rücklagen gebildet werden.
  • Bei konsequentem Führen über einen langen Zeitraum kann sogar eine Jahresbilanz erstellt werden.

Text: C. D. / Stand: 21.02.2017