Verkalkter Wasserhahn: So fließt das Wasser wieder
Wenn der Wasserstrahl schwächer wird oder das Wasser in alle Richtungen spritzt, steckt fast immer Kalk dahinter. Je härter das Leitungswasser in Ihrer Region ist, desto schneller lagern sich Calcium- und Magnesiumverbindungen an der Armatur ab. Die gute Nachricht: Zum Entkalken brauchen Sie keine teuren Spezialreiniger. Mit einfachen Hausmitteln bekommen Sie Ihren Wasserhahn in wenigen Minuten wieder frei – und mit etwas Vorsorge bleibt er auch länger kalkfrei.
Perlator entkalken – in den meisten Fällen reicht das schon
Der häufigste Grund für einen schwachen oder spritzenden Wasserstrahl ist ein verkalkter Perlator. Das ist das kleine Sieb am Auslauf des Wasserhahns, das den Wasserstrahl gleichmäßig macht und Luft beimischt. Weil hier ständig Wasser verdampft, setzt sich Kalk besonders schnell fest.
Perlator abschrauben und einweichen
- Schrauben Sie den Perlator ab. Er sitzt am unteren Ende des Auslaufs und lässt sich meist mit der Hand lösen. Sitzt er fest, verwenden Sie eine Armaturenzange – wickeln Sie ein Tuch um den Perlator, damit Sie die Oberfläche nicht verkratzen.
- Zerlegen Sie den Perlator in seine Einzelteile: Sieb, Dichtungsring und Überwurfmutter.
- Legen Sie die Teile in eine Schale mit Entkalkungslösung (siehe Hausmittel weiter unten) und lassen Sie alles 30 bis 60 Minuten einwirken. Bei starker Verkalkung kann das Einweichen auch über Nacht nötig sein.
- Schrubben Sie verbliebene Kalkreste mit einer alten Zahnbürste ab.
- Spülen Sie alle Teile gründlich mit klarem Wasser ab und schrauben Sie den Perlator wieder auf.
Tipp der Redaktion: Wasserhahn entkalken ohne Abschrauben
Bei leichter Verkalkung können Sie eine halbierte Zitrone mit einem Haushaltsgummi direkt über den Auslauf stülpen. Lassen Sie die Zitrone etwa 30 Minuten einwirken und spülen Sie danach gründlich nach. Das funktioniert auch über Nacht, wenn der Kalk hartnäckiger ist.
Gesamten Wasserhahn entkalken – bei starker Verkalkung
In Regionen mit sehr hartem Wasser (wie hier in Berlin) kann sich Kalk nicht nur im Perlator, sondern auch am gesamten Wasserhahn festsetzen – an der Oberfläche, rund um den Sockel und in den Anschlüssen. Dann reicht es nicht, nur den Perlator zu reinigen.
Kalkablagerungen an der Außenseite entfernen
Sichtbare Kalkflecken auf der Armatur lassen sich meist einfach entfernen: Tränken Sie ein Tuch oder einen Lappen mit Essigwasser oder Zitronensäure-Lösung und wickeln Sie es um die verkalkten Stellen. Lassen Sie das Tuch 15 bis 30 Minuten einwirken und wischen Sie danach mit einem weichen Tuch nach.
Vorsicht bei empfindlichen Oberflächen:
Armaturen mit gebürsteter, matten oder schwarzen Oberflächen können empfindlich auf Säure reagieren. Testen Sie das Mittel vorher an einer unauffälligen Stelle. Auch Naturstein-Waschtische aus Marmor oder Granit vertragen keine Essigsäure oder Zitronensäure – die Säure greift die Oberfläche an und hinterlässt matte Flecken.
Wasserhahn komplett abbauen und entkalken
Ist die Armatur von innen so stark verkalkt, dass der Wasserfluss auch nach dem Entkalken des Perlators nicht besser wird, kann es nötig sein, den gesamten Wasserhahn abzubauen und in einer Entkalkungslösung einzuweichen. Das lohnt sich vor allem bei hochwertigen Armaturen, bei denen sich ein Austausch nicht lohnt.
Dazu schließen Sie zunächst die Eckventile unter dem Waschbecken, um die Wasserzufuhr zu unterbrechen. Öffnen Sie danach kurz den Hahn, damit das Restwasser ablaufen kann. Dann lösen Sie die Schlauchverbindungen und die Befestigungsmutter an der Unterseite des Waschbeckens und ziehen den Hahn nach oben heraus.
Legen Sie den Wasserhahn vollständig in einen Eimer mit Entkalkungslösung und lassen Sie ihn 8 bis 12 Stunden einweichen. Danach schrubben Sie verbliebene Reste ab, spülen alles gründlich durch und montieren die Armatur wieder.
Wichtig:
Prüfen Sie vor dem Entkalken in der Herstelleranleitung, welche Mittel für Ihre Armatur geeignet sind. Manche Oberflächen vertragen keine Essigsäure. Wenn Sie sich den Aus- und Einbau nicht zutrauen, beauftragen Sie einen Installateur – falsch montierte Anschlüsse können zu Wasserschäden führen.
Hausmittel zum Wasserhahn entkalken
Für die Entkalkung brauchen Sie keine Spezialreiniger. Zwei bewährte Hausmittel haben die meisten ohnehin zu Hause:
- Essig-Wasser-Mischung
Mischen Sie Essigessenz mit Wasser im Verhältnis 1:3. Diese Lösung wirkt zuverlässig gegen Kalk und löst selbst festsitzende Ablagerungen. Sie können die Mischung leicht erwärmen, um die Wirkung zu verstärken – aber nicht kochen, denn heißer Essig riecht sehr unangenehm und die Dämpfe reizen die Atemwege. Normaler Haushaltsessig (5 % Säure) funktioniert ebenfalls, braucht aber länger zum Einwirken als Essigessenz.
Beachten Sie: Essigsäure kann Dichtungen aus Gummi bei längerem Kontakt angreifen und porös machen. Entfernen Sie Gummidichtungen deshalb vor dem Einweichen oder wählen Sie bei empfindlichen Teilen lieber Zitronensäure. - Zitronensäure-Lösung
Lösen Sie zwei bis drei Esslöffel Zitronensäurepulver in einem Liter warmem Wasser auf. Zitronensäure ist milder als Essig, greift Dichtungen weniger an und hinterlässt keinen unangenehmen Geruch. Sie eignet sich besonders gut für leichte bis mittlere Verkalkungen und für empfindlichere Armaturen.
Egal welches Mittel Sie verwenden: Spülen Sie den Wasserhahn und alle Einzelteile nach dem Entkalken immer gründlich mit klarem Wasser ab, bevor Sie ihn wieder zusammenbauen.
Wie oft sollte man den Wasserhahn entkalken?
Wie schnell sich Kalk absetzt, hängt von der Wasserhärte in Ihrer Region ab. Die Angabe finden Sie auf der Webseite Ihres örtlichen Wasserversorgers oder auf Ihrer Wasserrechnung. Als Faustregel gilt:
- Hartes Wasser (über 14 °dH): Den Perlator alle zwei bis drei Monate entkalken.
- Mittelhartes Wasser (8,4 bis 14 °dH): Zwei- bis dreimal im Jahr reicht aus.
- Weiches Wasser (unter 8,4 °dH): Ein- bis zweimal jährlich genügt.
Je regelmäßiger Sie entkalken, desto leichter geht es – frische Kalkablagerungen lösen sich deutlich schneller als alter, festsitzender Kalk.
Tipp: Verwenden Sie beim Putzen von Bad und Küche einen Reiniger, der bereits Kalk vorbeugt.
Kalkablagerungen vorbeugen
Ganz verhindern lässt sich Kalk bei hartem Wasser nicht. Aber mit ein paar einfachen Gewohnheiten bremsen Sie die Ablagerungen deutlich aus:
- Nach dem Benutzen kurz trockenwischen: Das ist der wirksamste Tipp. Wenn kein Wasser auf der Armatur verdunstet, kann sich auch kein Kalk absetzen. Ein kurzes Nachwischen mit einem trockenen Tuch nach dem Händewaschen oder Geschirrspülen reicht schon aus.
- Regelmäßig bei der Badreinigung mitwischen: Wenn Sie bei der wöchentlichen Badreinigung oder Küchenreinigung den Wasserhahn mit einem milden Reiniger abwischen, haben Kalkflecken kaum eine Chance, sich festzusetzen.
- Wasserfilter einbauen: Unter der Spüle lassen sich Filterkartuschen einbauen, die den Kalkgehalt des Wassers reduzieren. Beachten Sie aber, dass diese Filter regelmäßig ausgetauscht werden müssen, damit sie hygienisch einwandfrei bleiben.
