Rotwein auf der Ledercouch, Kugelschreiberstriche vom Nachwuchs auf dem Sessel oder Jeansabfärbungen auf hellem Leder - Leder ist zwar robust, aber…
Hausputz
Wie kann man Ledermöbel pflegen? Einige Hausmittel zur Lederpflege vorgestellt. Ledersessel / Ledersofa und andere Möbel aus Leder pflegen.
Eine Ledergarnitur im Wohnzimmer sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch nach Jahren noch angenehm an - vorausgesetzt, man kümmert sich regelmäßig darum. Denn Leder ist ein Naturmaterial, das mit der Zeit Feuchtigkeit und Fett verliert. Ohne Pflege wird es spröde, rissig und verliert seinen weichen Griff. Die gute Nachricht: Der Aufwand hält sich in Grenzen. Wer sein Ledersofa einmal pro Woche kurz abstaubt und zwei Mal im Jahr gründlich pflegt, wird lange Freude daran haben.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie Ihre Ledermöbel im Alltag richtig reinigen und pflegen, welche Hausmittel tatsächlich funktionieren und wovon Sie besser die Finger lassen sollten.
Rotwein auf der Ledercouch, Kugelschreiberstriche vom Nachwuchs auf dem Sessel oder Jeansabfärbungen auf hellem Leder - Leder ist zwar robust, aber…
Warum wird ein Ledersofa speckig? Wer regelmäßig auf seinem Ledersofa sitzt, kennt das Problem: Irgendwann glänzen die Sitzflächen unschön, fühlen…
Tipps zur Fleckenentfernung auf Ledermöbeln und zur Reinigung eines speckigen Ledersofas finden Sie in unseren separaten Ratgebern.
Bevor Sie mit der Pflege loslegen, sollten Sie wissen, mit welcher Lederart Sie es zu tun haben. Denn nicht jedes Pflegemittel eignet sich für jedes Leder - im schlimmsten Fall richten Sie damit mehr Schaden an als Nutzen. Die meisten Möbel sind aus einer dieser vier Lederarten gefertigt:
Pigmentiertes Glattleder (gedecktes Leder)
Das mit Abstand häufigste Leder bei Polstermöbeln. Die Oberfläche ist mit einer Farbschicht überzogen, die das Leder robust und pflegeleicht macht. Man erkennt es daran, dass ein Tropfen Wasser auf der Oberfläche abperlt, statt einzuziehen. Die natürlichen Hautporen sind unter der Pigmentschicht nicht mehr sichtbar. Wer eine schwarze Ledergarnitur zu Hause hat, besitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit pigmentiertes Glattleder - bei uns ist das jedenfalls der Fall. Diese Lederart verzeiht im Alltag einiges und ist auch mit einem Hund im Haushalt gut handhabbar.
Semianilinleder
Ein Leder mit nur dünner Pigmentschicht, bei dem die natürliche Narbung und die Hautporen noch sichtbar bleiben. Es fühlt sich wärmer und weicher an als pigmentiertes Leder, ist aber auch empfindlicher gegenüber Flecken, Fett und UV-Strahlung. Semianilinleder findet sich häufig bei höherpreisigen Möbeln und gilt als guter Kompromiss zwischen natürlicher Optik und Alltagstauglichkeit.
Anilinleder
Die offenporige Variante unter den Glattledern - komplett durchgefärbt, ohne Pigmentschicht auf der Oberfläche. Man erkennt es daran, dass ein Wassertropfen sofort einen dunklen Fleck hinterlässt, der beim Trocknen wieder verschwindet. Anilinleder fühlt sich besonders natürlich und weich an, ist aber empfindlich gegenüber Verschmutzungen, Nässe und Sonnenlicht. Weniger als 20 Prozent aller weltweit verfügbaren Rohhäute eignen sich für diese Verarbeitung, was den hohen Preis erklärt. Für Haushalte mit kleinen Kindern oder Haustieren ist Anilinleder eher ungeeignet.
Rauleder (Nubuk, Velours, Wildleder)
Bei Rauleder ist die Oberfläche angeschliffen, wodurch eine samtig-weiche Haptik entsteht. Typisch ist der sogenannte Schreibeffekt: Streicht man mit dem Finger darüber, bleibt eine sichtbare Spur. Rauleder braucht eine andere Pflege als Glattleder und darf nie mit Cremes oder Lotionen behandelt werden, weil diese die aufgerauten Fasern verkleben.
Wenn Sie nicht wissen, welches Leder Ihr Sofa hat, geben Sie an einer unauffälligen Stelle (z. B. an der Rückseite oder unter einem Kissen) einen Tropfen Wasser auf das Leder. Perlt er ab? Dann ist es pigmentiertes Glattleder. Zieht er langsam ein? Dann haben Sie vermutlich Semianilinleder. Dringt er sofort ein und hinterlässt einen dunklen Fleck? Dann handelt es sich um Anilinleder. Bei samtiger Oberfläche mit Schreibeffekt ist es Rauleder.
Staub, Krümel, Hautfett und Alltagsschmutz setzen sich auf Ledermöbeln ab, auch wenn man es nicht sofort sieht. Wer einmal pro Woche kurz Hand anlegt, verhindert, dass sich der Schmutz in den Poren festsetzt und das Leder mit der Zeit speckig wird.
Glattleder (pigmentiert und Semianilin)
Wischen Sie das Leder mit einem trockenen, weichen Baumwolltuch ab, um Staub und lose Partikel zu entfernen. Ritzen und Falten im Sofa lassen sich gut mit der weichen Möbelbürste des Staubsaugers reinigen. Bei stärkerem Alltagsschmutz können Sie das Tuch leicht anfeuchten - aber wirklich nur nebelfeucht, nicht nass. Das Leder sollte nach dem Wischen innerhalb weniger Minuten wieder trocken sein.
Anilinleder
Saugen Sie die Oberfläche mit der Polsterdüse auf niedriger Stufe ab. Ein feuchtes Tuch sollten Sie hier nur im Ausnahmefall verwenden, da Anilinleder Wasser sehr schnell aufnimmt und Flecken hinterlässt. Für die regelmäßige Reinigung gibt es spezielle Reinigungstücher für offenporiges Leder, die im Fachhandel erhältlich sind.
Rauleder (Nubuk, Velours)
Saugen Sie das Leder mit der Polsterdüse ab. Leichte Verschmutzungen lassen sich mit einer speziellen Veloursbürste mit Gummilamellen entfernen, die gleichzeitig die Fasern wieder aufrichtet. Hartnäckigere Stellen können Sie vorsichtig mit einem Nubuk-Radierer behandeln - einem speziellen Reinigungsblock aus dem Fachhandel, der trockenen Schmutz löst, ohne die Oberfläche zu beschädigen.
Neben der wöchentlichen Reinigung braucht Leder ein bis zwei Mal im Jahr eine gründliche Pflege, bei der Feuchtigkeit und Fett zugeführt werden. Ohne diese Behandlung trocknet das Leder aus, wird hart und bildet mit der Zeit Risse.
Wann braucht das Leder Pflege? Drücken Sie mit dem Finger auf das Leder. Bleibt der Abdruck kurz sichtbar und das Leder fühlt sich etwas trocken an, ist es Zeit für eine Pflegebehandlung. Bei geschmeidigem, gut gepflegtem Leder verschwindet der Abdruck sofort.
Im Internet kursieren zahlreiche Tipps zur Lederpflege mit Hausmitteln. Manche davon sind hilfreich, andere richten mehr Schaden an als sie nützen. Hier eine ehrliche Einordnung:
Geeignete Hausmittel
Hausmittel, die Sie besser nicht verwenden
Die richtige Pflege ist nur die halbe Miete. Mindestens genauso wichtig ist es, typische Schadenquellen zu kennen und zu vermeiden.
Standort und Raumklima
Stellen Sie Ledermöbel möglichst nicht direkt ans Fenster oder in die pralle Sonne. UV-Strahlung bleicht das Leder aus und macht es spröde - besonders bei Anilin- und Semianilinleder. Auch die Nähe zur Heizung schadet dem Leder: Trockene Heizungsluft entzieht ihm Feuchtigkeit. Ein Abstand von mindestens 30 bis 40 Zentimetern zu Heizkörpern und Wärmequellen ist ratsam.
Haustiere
Hunde und Katzen können dem Leder zusetzen. Katzenkrallen hinterlassen schnell tiefe Kratzer, und auch ein großer Hund kann mit den Pfoten Spuren auf der Oberfläche verursachen. Wer seine Tiere nicht konsequent von den Möbeln fernhalten kann oder möchte, sollte die beanspruchten Stellen mit einer Decke oder einem Sofaüberwurf schützen.
Kleidung und Körperpflegeprodukte
Frisch aufgetragene Bodylotion, Sonnenmilch oder Handcreme kann beim Sitzen auf das Leder gelangen und dort Fettflecken verursachen. Dunkle Jeans, vor allem neue, die noch nicht gewaschen wurden, können auf hellem Leder abfärben. Bei hellem Leder lohnt es sich daher, eine dünne Decke über die Sitzfläche zu legen, bis die Jeans einige Male gewaschen wurde.
Falsche Reinigungsmittel
Verwenden Sie auf Ledermöbeln niemals scharfe Reinigungsmittel wie Glasreiniger, Scheuermilch, Allzweckreiniger oder lösungsmittelhaltige Produkte. Auch Nagellack, Nagellackentferner und Schuhcreme haben auf Polsterleder nichts verloren. Diese Mittel greifen die Oberfläche des Leders an, entfernen die Pigmentschicht oder hinterlassen dauerhafte Flecken.
Für die regelmäßige Pflege sind spezielle Lederprodukte aus der Drogerie oder dem Fachhandel den meisten Hausmitteln überlegen. Sie sind auf die jeweilige Lederart abgestimmt, haben den richtigen pH-Wert und enthalten Wirkstoffe, die das Leder mit Feuchtigkeit und Fett versorgen, ohne es zu übersättigen.
Achten Sie darauf, ein Produkt zu wählen, das zu Ihrem Leder passt: Pigmentiertes Glattleder benötigt ein anderes Pflegemittel als Anilinleder oder Rauleder. Im Zweifel finden Sie die Angabe zur Lederart in den Unterlagen, die Sie beim Kauf Ihrer Möbel erhalten haben, oder auf dem Etikett an der Unterseite der Polster.
Testen Sie jedes Produkt - auch wenn es speziell für Ihre Lederart ausgelobt ist - immer zuerst an einer unauffälligen Stelle. Das kann die Unterseite eines Sitzkissens sein oder eine verdeckte Stelle an der Rückseite des Sofas. Warten Sie nach dem Auftragen einige Minuten und prüfen Sie, ob das Leder die Behandlung gut verträgt.
Lassen Sie sich im Möbelhaus ein zum Leder passendes Pflegeset empfehlen. Viele Hersteller bieten eigene Pflegesets an, die genau auf das jeweilige Leder abgestimmt sind. Das ist die sicherste Variante - und auf lange Sicht deutlich günstiger als eine Reparatur durch den Profi.
Manche Schäden lassen sich mit Hausmitteln und handelsüblichen Pflegeprodukten nicht beheben. Tiefe Kratzer, eingerissenes Leder, starke Verfärbungen oder großflächige Flecken auf empfindlichem Anilinleder gehören in die Hände eines Profis. Auf Lederpflege spezialisierte Raumausstatter oder Polstereien können das Leder professionell reinigen, nachfärben oder beschädigte Stellen ausbessern. Die Kosten dafür variieren, liegen aber in der Regel deutlich unter dem Preis für ein neues Sofa.