Wir verbringen rund ein Drittel unseres Lebens im Bett – Grund genug, der Matratze etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn mit der richtigen Pflege bleibt sie nicht nur hygienisch, sondern hält auch deutlich länger. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Matratze optimal pflegen, welche Matratzenarten es gibt und was Sie bei nächtlichem Schwitzen tun können.
Welche Matratzenarten gibt es?
Bevor wir uns der Pflege widmen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die verschiedenen Matratzenarten. Denn je nach Material können sich die Pflegeanforderungen leicht unterscheiden.
- Kaltschaummatratzen bestehen aus aufgeschäumtem Polyurethan und sind besonders atmungsaktiv. Sie passen sich gut an den Körper an und eignen sich für alle Schlafpositionen. Kaltschaum ist pflegeleicht und für Allergiker gut geeignet.
- Federkernmatratzen enthalten im Inneren Stahlfedern, die für eine gute Durchlüftung sorgen. Sie sind robust und langlebig. Taschenfederkernmatratzen bieten durch einzeln in Taschen eingenähte Federn eine besonders gute Punktelastizität.
- Latexmatratzen werden aus Natur- oder Syntheselatex hergestellt. Sie sind sehr formstabil, punktelastisch und eignen sich gut für Menschen mit Rückenproblemen. Allerdings sind sie schwerer als andere Matratzenarten.
- Viscoschaummatratzen passen sich durch ihre Temperaturempfindlichkeit besonders gut an die Körperform an. Sie werden auch als Memory-Foam-Matratzen bezeichnet und eignen sich vor allem für Seitenschläfer.
Tipp: Wählen Sie beim Matratzenkauf den Härtegrad passend zu Ihrem Körpergewicht. Ist die Matratze für Ihr Gewicht zu weich, liegt sie schnell durch und verliert ihre Stützfunktion.
Warum ist Matratzenpflege so wichtig?
Eine gute Matratzenpflege zahlt sich gleich mehrfach aus. Der wichtigste Grund: Hygiene. Jede Nacht verlieren wir bis zu einem halben Liter Feuchtigkeit durch Schwitzen. Diese Feuchtigkeit, kombiniert mit Hautschuppen und Wärme, schafft ideale Bedingungen für Hausstaubmilben. Auch andere ungebetene Gäste wie Bettwanzen können sich in ungepflegten Matratzen ansiedeln.
Mit der richtigen Pflege halten Sie Milben, Bettwanzen und anderes Ungeziefer fern und sorgen für ein gesundes Schlafklima. Gleichzeitig verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Matratze erheblich. Eine gut gepflegte Matratze hält problemlos bis zu 10 Jahre oder sogar länger. Das schont nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.
Die richtige Matratzenpflege
Doch wie geht man in der Praxis vor? Die folgenden Maßnahmen sind einfach umzusetzen und werden schnell zur Routine.
Regelmäßig lüften
Lüften ist eine wichtige Pflegemaßnahme für Ihre Matratze. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, morgens die Bettdecke zurückzuschlagen und das Schlafzimmerfenster zu öffnen. Ein bis zwei Stunden Frischluft reichen aus, damit die Feuchtigkeit aus der Matratze entweichen kann. Besonders gründlich sollten Sie beim Bettwäschewechsel lüften. Lassen Sie die Matratze an diesem Tag ruhig mehrere Stunden oder sogar den ganzen Tag über unbedeckt – das beugt Schimmel und Stockflecken vor.
Matratze drehen und wenden
Damit sich Ihre Matratze gleichmäßig abnutzt, sollten Sie sie regelmäßig drehen und wenden. Drehen Sie die Matratze etwa alle drei Monate um 180 Grad, sodass das Kopfende zum Fußende wird. Zusätzlich sollten Sie die Matratze wenden, also die Ober- und Unterseite tauschen. Durch das regelmäßige Drehen und Wenden entstehen keine Liegekuhlen und die Matratze behält länger ihre Stützfunktion.
Wichtig:
Nicht alle Matratzen sind zum Wenden geeignet. Manche Modelle haben eine spezielle Oberseite und dürfen nur gedreht werden. Prüfen Sie das vor dem Kauf oder schauen Sie in die Herstellerangaben.
Matratze absaugen
Ein- bis zweimal im Jahr sollten Sie Ihre Matratze gründlich absaugen. Verwenden Sie dafür die Polsterdüse Ihres Staubsaugers und fahren Sie damit in gleichmäßigen Bahnen über die gesamte Oberfläche. So entfernen Sie Staub, Hautschuppen und Milben, bevor sie sich tief im Material festsetzen können.
Achtung:
Klopfen Sie die Matratze niemals aus! Das mag zwar verlockend erscheinen, kann aber das Innere der Matratze beschädigen. Bei Federkernmatratzen können Federn brechen, bei Schaummatratzen kann das Material Risse bekommen.
Matratzenbezug waschen
Wenn Ihre Matratze über einen abnehmbaren Bezug verfügt, sollten Sie diesen mindestens zweimal im Jahr waschen – am besten im Frühjahr und im Herbst. Bei starkem Schwitzen oder Allergien kann ein häufigeres Waschen sinnvoll sein.
Achten Sie auf die Pflegehinweise des Herstellers. Die meisten Bezüge können bei 60 Grad gewaschen werden, was ausreicht, um Milben und Bakterien abzutöten. Lassen Sie den Bezug vollständig trocknen, bevor Sie ihn wieder aufziehen.
Flecken zeitnah entfernen
Flecken sollten Sie immer so schnell wie möglich entfernen. Je länger ein Fleck auf der Matratze bleibt, desto tiefer dringt er ins Material ein und desto schwerer lässt er sich entfernen.
Tupfen Sie frische Flecken zunächst mit einem sauberen, trockenen Tuch ab. Reiben Sie nicht, das würde den Fleck nur tiefer ins Gewebe drücken. Für die weitere Reinigung können Sie ein mildes Reinigungsmittel mit lauwarmem Wasser verwenden. Geben Sie nur wenig Flüssigkeit auf die Matratze und tupfen Sie die behandelte Stelle anschließend mit einem trockenen Tuch ab.
So bekommen Sie spezielle Flecken aus der Matratze:
Wichtig:
Lassen Sie die Matratze nach der Fleckenbehandlung vollständig trocknen, bevor Sie das Bett neu beziehen. Feuchte Stellen in der Matratze begünstigen die Bildung von Schimmel und Stockflecken.
Kann man die Matratze mit dem Dampfreiniger säubern?
Im Prinzip schon. (Beachten Sie die Herstellerangaben!) Allerdings sollte man dabei vorsichtig vorgehen! Dringt zu viel Feuchtigkeit in die Matratze lässt diese sich schwer trocknen und könnte zudem Schaden nehmen. Ein herkömmlicher Dampfreiniger sollte deshalb besser nur punktuell z.B. bei Flecken eingesetzt werden. Mit einem Trockendampfreiniger hingegen können Sie auch die gesamte Matratze reinigen, da dieses Gerät bei der Reinigung weniger Feuchtigkeit hinterlässt. Mehr Infos zum Thema Matratze reinigen mit Dampfreiniger
Matratze schützen
Ein guter Schutz verlängert die Lebensdauer Ihrer Matratze deutlich. Wichtig ist aber auch der richtige Umgang mit der Matratze: Essen und Trinken gehören nicht ins Bett – Krümel und verschüttete Getränke verursachen Flecken und ziehen Ungeziefer an. Wenn Kinder die Matratze als Trampolin nutzen, wird das Material zu stark belastet und kann vor allem bei Federkernmatratzen zu Schäden führen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Matratze zu schützen:
- Ein Matratzentopper ist eine dünne Auflage, die den Liegekomfort erhöht und gleichzeitig die Matratze schont. Topper gibt es in verschiedenen Materialien wie Kaltschaum, Viscoschaum oder Gel und in unterschiedlichen Härtegraden, sodass Sie den Liegekomfort Ihrer Matratze individuell anpassen können.
- Matratzenauflagen schützen die Matratze von oben vor Flecken und Nässe – sei es durch Schweiß, verschüttete Getränke oder andere Flüssigkeiten. Sie werden mit einem Gummizug an den Ecken befestigt und lassen sich einfach in der Waschmaschine reinigen.
- Matratzenunterlagen liegen zwischen Matratze und Lattenrost und schützen die Matratze von unten gegen Abnutzung durch Reibung. Sie verhindern, dass die Matratze durch die Latten Druckstellen bekommt.
- Rundumbezüge umschließen die gesamte Matratze und können nicht verrutschen.
- Allergiker-Matratzenschutz, auch Encasing genannt, ist speziell für Hausstauballergiker entwickelt. Diese Bezüge sind atmungsaktiv, schützen aber zuverlässig vor der Ausbreitung von Milben und ihrem allergieauslösenden Kot.
- Inkontinenzauflagen und -bezüge sind wasserdicht und bieten den besten Schutz vor Feuchtigkeit. Die Oberseite besteht meist aus saugfähiger Baumwolle, die Flüssigkeit aufnimmt. Die Unterseite ist mit Polyurethan beschichtet, das verhindert, dass die Feuchtigkeit in die Matratze eindringt. Besonders hilfreich sind sie in der Pflege, bei Kleinkindern und während der Menstruation.
Tipp: Teilen Sie das Bett mit Kindern oder Haustieren, ist ein Matratzenschutz besonders sinnvoll. Er schützt nicht nur vor Feuchtigkeit durch kleine Missgeschicke, sondern auch vor Kratzern durch die Krallen von Katze und Hund.
Gesunder Schlaf beginnt mit der richtigen Pflege
Eine Matratze ist mehr als nur eine Unterlage zum Schlafen. Mit regelmäßiger Pflege schaffen Sie ein hygienisches Schlafumfeld, das frei von Milben und Schmutz bleibt. Die Investition in einen guten Matratzenschutz und ein paar Minuten tägliche Aufmerksamkeit zahlen sich aus. So schonen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Wir wünschen Ihnen erholsame Nächte! Weitere Tipps zum Matratze reinigen
Weiterführende Informationen und Quellenangaben:
- Der Verband Pneumologischer Kliniken e.V. (VPK) gibt auf seiner Webseite für Hausstauballergiker spezielle Tipps zum Umgang mit der Matratze und Bettwäsche.
https://www.lungenaerzte-im-netz.de/…vorbeugung/ - Auf der Webseite https://www.matratzenschutz24.net/ können Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten informieren wie Sie ihre Matratze schützen können.
Es werden verschiedene Matratzenschoner vorgestellt und die jeweiligen Vor- und Nachteile diskutiert. - Das Universitätsklinikum Tübingen gibt allgemeine Tipps für einen gesunden Schlaf:
https://www.medizin.uni-tuebingen.de/…/funf-tipps-fur-gesunden-schlaf
