Ob überquellender Kuchenteig, spritzender Bratensaft oder überbackener Käse – im Backofen setzt sich schnell Eingebranntes fest. Statt zu chemischen Reinigern zu greifen, können Sie den Backofen auch mit einfachen Hausmitteln reinigen. Das spart Geld, schont die Umwelt und funktioniert oft sogar besser.

Wie oft sollte man den Backofen reinigen?

Idealerweise wischen Sie den Backofen nach jeder Nutzung (sobald er abgekühlt ist) mit einem feuchten Lappen und etwas Spülmittel aus. So verhindern Sie, dass sich Schmutz einbrennt.

  • Häufige Nutzung: Alle 4 Wochen gründlich reinigen.

  • Gelegentliche Nutzung: 1–2 Mal pro Jahr reicht meist aus.

Zur Grundreinigung gehört neben dem Innenraum auch die Pflege der Backofentür, der Auszüge sowie die Außenflächen.

Backofentür reinigen nicht vergessen

Gerade in den Ritzen der Backofentür sammelt sich viel Schmutz. Wischen Sie die Tür innen und außen regelmäßig mit Wasser und Spülmittel ab. Viele Modelle lassen sich zum Reinigen sogar ausbauen – ein Blick in die Bedienungsanleitung lohnt sich.

Backofen außen reinigen

Von außen reicht meist ein feuchtes Tuch mit etwas Spülmittel. Wenn Sie den Ofen einmal von der Wand abrücken können, wischen Sie auch die Rückseite gründlich ab und entfernen Staub, Spinnweben und Fettrückstände.

Backofen mit Hausmitteln wie Zitrone und Backpulver putzen
Auch die Tür vom Herd sollte gereinigt werden! - Foto: © Andrey Popov - stock.adobe. com

Backofen reinigen mit Hausmitteln – die besten Methoden

Es gibt verschiedene Hausmittel, die Eingebranntes lösen und den Backofen wieder glänzen lassen. Hier die effektivsten Methoden:

1. Backofen mit Backpulver reinigen

Backpulver ist ein echter Alleskönner im Haushalt.

  • 1 Päckchen Backpulver mit 3 EL Wasser zu einer Paste verrühren.

  • Auf die verschmutzten Stellen auftragen und 30 Minuten einwirken lassen.

  • Mit einem feuchten Lappen gründlich auswischen.

2. Eingebranntes mit Salz lösen

  • Eingebranntes leicht anfeuchten und mit Salz bestreuen.

  • Backofen auf 50 °C aufheizen, bis das Salz braun wird.

  • Abkühlen lassen und auswischen.

3. Backofen reinigen mit Natron

  • Natron und Wasser im Verhältnis 1:1 mischen.

  • Mit einem Pinsel auftragen und 20 Minuten wirken lassen.

  • Anschließend mit einem feuchten Tuch abwischen.
    ⚠️ Achten Sie darauf, dass die Heizstäbe nicht in Kontakt mit der Mischung kommen.

4. Backofen mit Zitrone sauber machen

  • Saft einer Zitrone mit Wasser in eine ofenfeste Schale geben.

  • Bei 120 °C ca. 20 Minuten erhitzen.

  • Der Dampf löst Fett und Gerüche – danach einfach auswischen.

5. Weitere Hausmittel

  • Geschirrspültabs: 2–3 Tabs in 250 ml Wasser auflösen, die Lösung auftragen und einwirken lassen.

  • Waschsoda: In warmem Wasser auflösen und damit die Flächen einreiben.
    Immer gut mit klarem Wasser nachwischen! Das ist sehr wichtig!
    Lesen Sie dazu auch den Artikel: Waschsoda Anwendung im Haushalt – Eine Wunderwaffe

Backofen mit Zitrone sauber machen
Mit Zitrone den Backofen umweltfreundlich sauber machen. Unsere Tipps: - Foto: © lisa870 - stock.adobe. com

Welche Reinigungsmittel Sie vermeiden sollten

Um den Backofen nicht zu beschädigen, verzichten Sie auf:

  • Scheuermittel oder harte Scheuerschwämme

  • Alkoholhaltige Reiniger

  • Hochdruck- oder Dampfreiniger

  • Rasierschaum (ein hartnäckiger Mythos)

Chemische Backofenreiniger aus dem Handel wirken zwar zuverlässig, sind aber stark belastend für Umwelt und Gesundheit. Wenn Sie doch einmal einen einsetzen, achten Sie auf gute Belüftung und tragen Sie Handschuhe.
Eine Flasche Backofenreiniger gibt es schon ab ca. 1,50 Euro. Markenprodukte sind zum Teil deutlich teurer. Hier kann der Liter auch schon mal 7,50 Euro oder mehr kosten. So eine Flasche reicht dann aber auch für mehrere Anwendungen. 
Wichtig: Lesen Sie vorab die Gebrauchsanweisung!

Backofen mit Selbstreinigung

Viele moderne Backöfen verfügen über eine Selbstreinigungsfunktion:

  • Pyrolyse: Verbrennt Schmutz bei 500 °C zu Asche.

  • Katalyse und Hydrolyse: Helfen ebenfalls, Fett und Schmutz leichter zu entfernen.

Nachteil: hoher Energieverbrauch und Anschaffungskosten. Vorteil: kein Schrubben nötig.

Verschmutzungen vermeiden

Damit es gar nicht erst zu starken Verschmutzungen kommt:

  • Nutzen Sie Backpapier oder Auffangschalen.

  • Tropfendes Fett direkt abwischen.

  • Nach jedem Gebrauch kurz auswischen.

Wichtig:
Bevor Sie Ihren Haushaltsgeräte sauber machen, sollten Sie immer einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Dort finden Sie zahlreiche Hinweise zur Reinigung und Pflege. Denn nicht immer sind die hier genannten Hausmittel / Reinigungsmittel geeignet.

Häufige Fragen zum Thema „Backofen reinigen mit Hausmittel“

Am wirksamsten sind Hausmittel wie Backpulver, Natron oder Salz. Backpulver und Wasser zu einer Paste verrühren, auf die verschmutzten Stellen geben, einwirken lassen und anschließend auswischen. Bei leichten Verschmutzungen hilft auch Wasserdampf mit Zitronensaft.

Ja, Essig eignet sich (meist) gut, um Fett und Gerüche zu lösen. Mischen Sie Essig mit Wasser im Verhältnis 1:1, geben Sie die Lösung in eine hitzebeständige Schale und erhitzen Sie den Ofen bei ca. 100 °C. Der entstehende Dampf weicht Verschmutzungen auf. Danach gründlich auswischen. (Hinweise des Herstellers beachten!)
Hier erfahren Sie mehr über Essig als Reinigungsmittel.

Am besten wischen Sie den Backofen nach jeder Benutzung kurz aus. Eine gründliche Reinigung ist bei häufiger Nutzung alle 4 Wochen sinnvoll, bei seltener Nutzung reicht 1–2 Mal pro Jahr.

Chemische Reiniger wirken zwar stark, enthalten aber aggressive Inhaltsstoffe, die Haut und Atemwege reizen können. Außerdem sind sie schlecht für die Umwelt. Deshalb sollten Sie sie nur im Ausnahmefall verwenden – und dann unbedingt gut lüften und Handschuhe tragen.

Ja, Zitronensäure hat eine fettlösende Wirkung. Außerdem sorgt sie für einen frischen Duft im Backofen. Besonders praktisch: Die Dampf-Methode mit Zitronensaft ist einfach und schonend. Wir haben unseren Backofen schon mehrmals erfolgreich mit Zitronensäure gereinigt! Und wir waren mit dem Testergebnis sehr zufrieden!

Gerüche entstehen meist durch Rückstände von Reinigungsmitteln. Heizen Sie den Ofen 10–15 Minuten bei 100 °C leer auf, bis der Geruch verschwunden ist. Natürliche Hausmittel wie Zitrone oder Essig hinterlassen in der Regel keinen unangenehmen Geruch.

Davon wird abgeraten. Rasierschaum gehört zu den Putz-Mythen und kann Rückstände hinterlassen, die beim nächsten Erhitzen unangenehm riechen oder sogar schädlich sein können.

Unser Fazit:
Mit einfachen Hausmitteln wie Backpulver, Salz, Natron oder Zitrone können Sie Ihren Backofen gründlich und schonend reinigen. Chemische Mittel sollten nur im Ausnahmefall zum Einsatz kommen. Regelmäßige Pflege spart viel Arbeit – und Ihr Backofen bleibt lange wie neu.

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