Hausputz

Linoleum reinigen, pflegen und zum Glänzen bringen

Linoleum richtig reinigen und pflegen: Hausmittel gegen Flecken, Tipps für streifenfreien Glanz und was Sie beim Wischen unbedingt vermeiden sollten.

Linoleum reinigen, pflegen und zum Glänzen bringen
Linoleum ist sehr pflegeleicht - Beispielfoto: © vvoe - stock.adobe.com

Linoleum ist robust, pflegeleicht und besteht überwiegend aus natürlichen Rohstoffen wie Leinöl, Korkmehl und Jutefasern.
Gerade in Küchen, Fluren und Altbauwohnungen ist der Bodenbelag nach wie vor verbreitet. Damit er lange gut aussieht und seine bakterienhemmenden Eigenschaften behält, braucht er allerdings die richtige Reinigung und Pflege. Dabei gilt vor allem eines: Weniger ist mehr. Wir zeigen, wie Sie Ihren Linoleumboden schonend sauber bekommen, hartnäckige Flecken entfernen und den Boden wieder zum Glänzen bringen.

Linoleum oder PVC?
Viele verwechseln Linoleum mit PVC- oder Vinylböden, weil sie ähnlich aussehen. Der Unterschied ist aber wichtig, denn Linoleum reagiert empfindlich auf alkalische Reiniger (ab einem pH-Wert von 9 wird es kritisch), während PVC damit in der Regel kein Problem hat. Wenn Sie unsicher sind: Echtes Linoleum riecht leicht nach Leinöl und ist an der Unterseite häufig mit einem Jutegewebe versehen.

So reinigen Sie Linoleum richtig

Im Alltag reicht es völlig aus, den Linoleumboden abzufegen oder mit einem Staubsauger (Hartbodendüse verwenden!) von losem Schmutz zu befreien und anschließend nebelfeucht zu wischen. Wichtig ist dabei: Wringen Sie den Wischmopp gut aus. Stehendes Wasser kann in die Nähte und Kanten eindringen und den Boden dauerhaft schädigen.

  • Die richtige Wassertemperatur: Verwenden Sie lauwarmes Wasser. Zu heißes Wasser greift die Schutzschicht des Linoleums an, zu kaltes Wasser reinigt schlechter.
  • Das richtige Reinigungsmittel: Am besten eignet sich ein pH-neutraler Allzweckreiniger oder ein spezieller Linoleumreiniger. Auch ein Spritzer Spülmittel im Wischwasser (etwa 5 ml auf 5 Liter Wasser) reicht für die normale Reinigung völlig aus und löst auch fettige Verschmutzungen zuverlässig.

Was Linoleum nicht verträgt

Linoleum besteht aus Naturmaterialien, die empfindlich auf bestimmte Reiniger reagieren. Diese Mittel sollten Sie auf keinen Fall verwenden:

  • Alkalische Reiniger mit einem pH-Wert ab 9: Dazu gehören typischerweise Schmierseife, Waschsoda, Waschmittel und auch Kernseife (pH 10-12). Stark alkalische Mittel greifen das Leinöl und die Naturharze im Linoleum an und können dauerhafte Schäden verursachen.
  • Scheuermittel und Scheuerschwämme: Die rauen Partikel zerkratzen die Oberfläche. Der Boden wird dadurch stumpf und anfälliger für neuen Schmutz.
  • Glanzreiniger aus dem Supermarkt: Diese bilden mit der Zeit einen schmierigen Film, der Schmutz geradezu anzieht und den Boden stumpf aussehen lässt.
  • Weichspüler im Wischwasser: Auch wenn der Tipp ab und zu kursiert - Weichspüler baut eine wasserabweisende Schicht auf, die den Boden rutschig macht und zu sichtbaren Laufspuren führt.

Flecken auf Linoleum entfernen

Da Linoleum häufig in Küchen und Esszimmern liegt, bleibt es nicht aus, dass einmal etwas auf den Boden fällt oder verschüttet wird. Die gute Nachricht: Die meisten Flecken lassen sich mit einfachen Hausmitteln beseitigen, wenn man schnell handelt.

Grundregel: Wischen Sie verschüttete Flüssigkeiten und Lebensmittelreste sofort mit einem weichen Tuch auf. Je kürzer die Einwirkzeit, desto geringer die Gefahr, dass sich der Fleck festsetzt.

Hausmittel für verschiedene Fleckenarten

  • Lebensmittelflecken (Saft, Kaffee, Soßen und ähnliches) lassen sich meistens mit einem weichen Lappen und etwas Spülmittel in lauwarmem Wasser entfernen. Wenn das nicht reicht, kann eine Paste aus Backpulver und wenig Wasser helfen: Tragen Sie die Paste auf den Fleck auf, reiben Sie sie vorsichtig und ohne Druck mit einem weichen Tuch ein und wischen Sie sie dann feucht ab. Testen Sie das Ganze am besten zuerst an einer unauffälligen Stelle, da Backpulver leicht abrasiv wirken kann. Auch ein Schuss Essig (5 % Säure) im Wischwasser kann bei leichten Verfärbungen helfen. Achten Sie aber darauf, den Essig nicht unverdünnt einzusetzen - konzentrierte Säure kann den Kalkanteil im Linoleum angreifen.
  • Gummispuren von Schuhen gehören zu den häufigsten Flecken auf Linoleum. Die dunklen Streifen lassen sich am einfachsten mit einem Radiergummi oder einem Schmutzradierer beseitigen. Einfach über den Streifen reiben, bis er verschwindet.
  • Tinten- und Kugelschreiberflecken können hartnäckig sein. Tupfen Sie etwas Spiritus auf ein weiches Tuch und reiben Sie den Fleck vorsichtig ab. Spiritus verdunstet rückstandsfrei und ist in der Regel materialverträglich. Testen Sie ihn trotzdem vorher an einer unauffälligen Stelle, und setzen Sie ihn sparsam ein.
  • Kalkflecken entstehen vor allem in Küchen und Bädern durch Wasserspritzer. Hier hilft verdünnter Essig: Geben Sie einen Schuss Essig auf ein weiches Tuch, wischen Sie den Kalkfleck ab und trocknen Sie die Stelle sofort nach.

Vorsicht beim Fleckenentfernen:
Lassen Sie keine Reinigungsflüssigkeit längere Zeit auf dem Linoleum stehen. Lieber mehrmals kurz behandeln und zwischendurch abwischen, als die Lösung einwirken zu lassen. Verwenden Sie niemals kratzige Schwämme oder Bürsten - diese hinterlassen feine Kratzer, in denen sich Schmutz festsetzt.

Linoleum zum Glänzen bringen

Mit der Zeit kann Linoleum etwas stumpf wirken, besonders in stark beanspruchten Bereichen. Es gibt mehrere Methoden, dem Boden wieder Glanz zu verleihen.

  • Milch-Wasser-Mischung: Ein altbewährtes Hausmittel, das von vielen Seiten empfohlen wird. Mischen Sie lauwarme Milch und Wasser im Verhältnis 1:1 und wischen Sie den Boden damit. Der leichte Fettanteil der Milch hinterlässt einen dezenten, natürlichen Glanz. Anschließend mit klarem Wasser nachwischen, damit keine Milchrückstände auf dem Boden bleiben. Eine Herstellerempfehlung gibt es dafür zwar nicht, erfahrungsgemäß funktioniert es aber gut auf älteren, unbeschichteten Linoleumböden.
  • Essig im Wischwasser: Ein Schuss Essig (ca. 2-3 Esslöffel auf 5 Liter Wasser) verhindert beim Wischen Schlieren und Kalkablagerungen - der Boden sieht danach sauberer und glänzender aus. Mehr braucht es oft gar nicht.
  • Bohnerwachs für langfristigen Schutz: Wer seinem Linoleum etwas Gutes tun möchte, kann den Boden nach der Reinigung dünn mit Bohnerwachs behandeln. Das Wachs schützt die Oberfläche vor mechanischer Abnutzung und chemischen Einflüssen und gibt dem Boden einen gleichmäßigen Glanz. Verwenden Sie Bohnerwachs aus natürlichen Rohstoffen (erhältlich in Drogerien und Baumärkten). Tragen Sie es dünn auf, lassen Sie es einwirken und polieren Sie den Boden anschließend mit einem weichen Baumwolltuch oder einem Mopp. Besonders sinnvoll ist das Bohnern in Küchen und Bädern, wo der Boden regelmäßig mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt. Viele moderne Linoleumböden (etwa von Forbo oder DLW) haben allerdings ab Werk eine PUR-Oberflächenvergütung, die eine zusätzliche Wachsbehandlung überflüssig macht. Schauen Sie im Zweifel in die Pflegeanleitung Ihres Herstellers.

Regelmäßige Pflege: So bleibt Ihr Linoleum lange schön

Linoleum ist ein langlebiger Bodenbelag - bei richtiger Pflege hält er problemlos mehrere Jahrzehnte. Ein paar einfache Gewohnheiten helfen dabei, den Boden in gutem Zustand zu halten:

  • Fegen oder saugen Sie den Boden regelmäßig. Sandkörner und kleine Steinchen, die unter den Schuhen hereingetragen werden, wirken wie Schleifpapier und verkratzen mit der Zeit die Oberfläche. Eine Fußmatte am Eingang fängt schon viel davon ab.
  • Wischen Sie den Boden nur nebelfeucht und trocknen Sie ihn gegebenenfalls mit einem Baumwolltuch nach. Stehendes Wasser kann das Material aufquellen lassen - und stark verquollenes Linoleum lässt sich in der Regel nicht mehr rückgängig machen.
  • Statten Sie Stuhl- und Tischbeine mit Filzgleitern aus. Das verhindert Kratzer im Linoleum, die nicht nur unschön aussehen, sondern auch Feuchtigkeit eindringen lassen.

Wenn ein älterer, unbeschichteter Boden nach einigen Jahren trotz Reinigung insgesamt stumpf und abgenutzt wirkt, kann eine Behandlung mit einer Pflegemischung aus gleichen Teilen Essig und Leinöl helfen. Die Mischung wird dünn aufgetragen und mit einem weichen Tuch einpoliert. Da Linoleum selbst Leinöl enthält, hält diese Behandlung das Material geschmeidig und frischt die Farbe auf. Bei modernen Böden mit werkseitiger PUR-Versiegelung ist das allerdings weder nötig noch sinnvoll - hier reicht die normale Reinigung.

Das brauchen Sie zum Linoleum reinigen und pflegen:

  • Weicher Besen oder Staubsauger mit Hartbodendüse
  • Wischmopp oder Bodenwischer mit weichem Bezug
  • pH-neutraler Allzweckreiniger oder Spülmittel
  • Schmutzradierer für Gummispuren
  • Essig (verdünnt) für Glanz und leichte Kalkflecken
  • Spiritus für Tintenflecken
  • Bohnerwachs für die regelmäßige Pflege
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