Eine einfache Frühjahrsputz Anleitung

Im Winter bleibt es meistens unbemerkt. Doch sobald die Märzsonne wieder flach durch die Fenster fällt, zeigt sich schonungslos, was sich in den letzten Monaten so alles angesammelt hat: Staubschichten auf den Regalen, Schlieren auf den Scheiben, ein leichter Grauschleier auf dem Laminat. Kein Grund zur Panik – mit einem gründlichen Frühjahrsputz bringen Sie Ihre Wohnung an einem Wochenende wieder auf Vordermann. Das Geheimnis: ein guter Plan. Wer sich vorher überlegt, was in welcher Reihenfolge erledigt werden soll, spart sich unnötiges Hin und Her zwischen den Räumen. In dieser Anleitung finden Sie eine Checkliste für alle Räume, Tipps zum Ausmisten und Vorschläge, welche Aufgaben Kinder in welchem Alter übernehmen können.

Der richtige Zeitpunkt

Einen festen Termin für den Frühjahrsputz gibt es nicht. Die meisten Familien legen ihn in den März oder April – wenn es draußen wieder wärmer wird und man die Fenster zum Trocknen offenlassen kann. Wer den Putztag vor Ostern einplant, hat zum Fest eine frische Wohnung und kann die Feiertage entspannt genießen.

Was Sie an Reinigungsmitteln brauchen

Schauen Sie ein paar Tage vorher nach, ob noch alles da ist. Nichts ist ärgerlicher, als mitten im Putzen festzustellen, dass der Glasreiniger leer ist.

An Reinigungsmitteln benötigen Sie: einen Allzweckreiniger für die meisten Oberflächen, Bad- und WC-Reiniger, Spülmittel und bei Bedarf Glasreiniger. Gegen hartnäckige Verkrustungen an Herd oder Waschbecken hilft Scheuermilch. Kalkablagerungen lösen sich gut mit Zitronensäure oder Essig – beide sind günstig und wirken zuverlässig.

Bewährt hat sich, Schwammtücher in verschiedenen Farben zu verwenden: eine Farbe für die Küche, eine fürs Bad, eine für die Toilette. So vermeiden Sie, dass Keime von einem Bereich in den nächsten wandern. Für Fenster und Spiegel eignen sich Mikrofasertücher in Kombination mit einem Abzieher oder Fensterleder. Für die Böden brauchen Sie einen Mopp oder ein Bodenwischtuch – am besten ebenfalls aus Mikrofaser, da dieses Material Schmutz besser aufnimmt als herkömmliche Baumwolltücher.

Von oben nach unten: die richtige Reihenfolge

Bevor Sie zum Lappen greifen, lohnt sich ein kurzer Rundgang durch die Wohnung. Gehen Sie Raum für Raum durch und notieren Sie, was jeweils anfällt. Eine einfache To-Do-Liste auf Papier oder im Handy reicht völlig aus – Hauptsache, Sie haben einen Überblick und vergessen nicht die kleinen Handgriffe wie das Entstauben der Lampen oder das Abwischen der Türrahmen.

Beim Putzen selbst gibt es eine einfache Grundregel: immer von oben nach unten arbeiten. Wer zuerst den Boden wischt und danach die Regale abstaubt, darf anschließend den Boden ein zweites Mal wischen. Fangen Sie also oben an – Lampen, Schrankoberflächen, Fenster – und arbeiten Sie sich nach unten bis zum Boden vor.

Innerhalb jedes Raums hat sich folgende Reihenfolge bewährt: Zuerst Schränke ausräumen und auswischen, dann Fenster putzen, anschließend alle Oberflächen entstauben und zuletzt den Boden saugen und wischen.

Die Frühjahrsputz-Checkliste

Die folgende Liste können Sie als Vorlage für Ihren eigenen Putzplan nutzen. Nicht jeder Punkt ist in jeder Wohnung relevant – streichen Sie einfach, was bei Ihnen nicht anfällt, und ergänzen Sie, was fehlt.

Aufgaben in jedem Raum

  • Fenster putzen
  • Gardinen waschen oder Rollos und Jalousien reinigen
  • Lampen und Lampenschirme entstauben
  • Türen und Türrahmen feucht abwischen
  • Schränke ausräumen, auswischen und wieder einräumen
  • Spinnweben entfernen – auch in Ecken und hinter Möbeln
  • Alle Oberflächen gründlich abstauben
  • Heizkörper reinigen (zwischen den Lamellen sammelt sich besonders viel Staub)
  • Fußboden saugen und feucht wischen

Wohnzimmer

  • Polstermöbel absaugen, bei Bedarf mit Polsterreiniger behandeln
  • Sofakissen und Wohndecken waschen
  • Fernseher, Fernbedienungen und andere Geräte mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch reinigen
  • Teppiche gründlich saugen oder ausklopfen

Schlafzimmer

  • Kleiderschrank durchsortieren (dazu mehr im Abschnitt „Ausmisten“)
  • Matratzen absaugen, lüften und bei Bedarf professionell reinigen lassen
  • Bettdecken und Kopfkissen waschen oder in die Reinigung geben

Küche

  • Herd und Backofen gründlich reinigen – eingebrannte Reste lassen sich mit Backpulver oder speziellen Backofenreinigern lösen
  • Kaffeemaschine, Wasserkocher und andere Kleingeräte entkalken
  • Kühlschrank komplett ausräumen, auswischen und Abgelaufenes entsorgen
  • Eisfach abtauen – eine dicke Eisschicht erhöht den Stromverbrauch merklich
  • Dunstabzugshaube reinigen und Fettfilter auswaschen oder austauschen
  • Vorratsschränke durchsehen und neu sortieren

Badezimmer

  • Fliesen schrubben und verschmutzte Fliesenfugen mit einer alten Zahnbürste und Natron reinigen
  • Spiegel streifenfrei putzen
  • Kosmetik und Hausapotheke aussortieren – abgelaufene Medikamente gehören in die Apotheke, nicht in den Hausmüll
  • Wasserhähne und Duschkopf entkalken
  • Abfluss reinigen
  • Spülkasten der Toilette reinigen und bei Bedarf entkalken

Kinderzimmer

  • Spielzeugkisten und Schränke komplett ausräumen
  • Kaputtes Spielzeug aussortieren
  • Zu klein gewordene Kleidung zur Seite legen – verschenken, verkaufen oder für jüngere Geschwister aufbewahren

Tipp:
Wer Haustiere hat, sollte auch deren Schlafplatz gründlich reinigen. Decken und Kissen der Tiere bei mindestens 60 °C waschen, Körbchen feucht auswischen

Ausmisten: Weniger Ballast, mehr Platz

Der Frühjahrsputz ist der beste Anlass, sich gleichzeitig von Dingen zu trennen, die nur noch Platz wegnehmen. Gehen Sie beim Ausräumen der Schränke jeden Gegenstand kurz durch: Wurde er im letzten Jahr benutzt? Passt er noch? Funktioniert er noch? Wenn nicht – weg damit.

Gut erhaltene Kleidung und Haushaltsgegenstände müssen nicht in den Müll. Auf diversen Plattformen im Internet finden sie schnell neue Besitzer, und in vielen Städten gibt es Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser, die sich über Spenden freuen. Manche Dinge lassen sich auch tauschen: In Tauschnetzwerken geben Sie ab, was Sie nicht mehr brauchen, und bekommen dafür etwas, das Ihnen fehlt. Mehr Tipps zum Wohnung entrümpeln

Nutzen Sie die Gelegenheit auch, um Ihre Ordnungssysteme zu überdenken. Wenn Sie jeden Tag Zeit damit verlieren, in einer Schublade nach dem Korkenzieher oder dem Klebeband zu suchen, stimmt die Aufteilung nicht. Einfache Schubladeneinsätze oder kleine Boxen kosten wenig und machen einen erstaunlichen Unterschied – besonders in Küche, Flur und Bad.

Frühjahrsputz mit Kindern
Auch Kinder können beim Frühjahrsputz helfen - Foto: © New Africa - stock.adobe. com

Kinder einbinden: Wer mithilft, lernt fürs Leben

Ein Putztag, an dem die ganze Familie anpackt, geht nicht nur schneller vorbei – er vermittelt Kindern auch ganz nebenbei, dass ein sauberer Haushalt Arbeit macht und diese Arbeit nicht von allein erledigt wird. Sie brauchen dafür keinen zweiten Putzplan. Verteilen Sie einfach passende Aufgaben aus Ihrer bestehenden Liste.

Können die Kinder schon lesen, geben Sie ihnen eine eigene kurze Liste zum Abhaken. Das verschafft sichtbare Erfolgserlebnisse und motiviert zum Weitermachen.

Ab dem Kindergartenalter (ca. 3–5 Jahre)
Kleinkinder unter drei Jahren sind mit dem Trubel eines Großputztags schnell überfordert – sie verbringen den Tag besser bei den Großeltern oder Freunden. Ab dem Kindergartenalter können Kinder dagegen schon mitmachen, wenn die Aufgaben einfach und ungefährlich sind. Kissen zum Lüften nach draußen tragen, Spielzeug in die richtigen Kisten sortieren, zusammen mit Mama oder Papa den Teppich ausklopfen oder beim Altglas-Wegbringen die Flaschen in den Container werfen – all das schaffen schon Vierjährige.

Auch bei größeren Aufgaben können die Kleinen mithelfen: Beim Bettbeziehen das Bettzeug anreichen, vor dem Wischen das Wasser in den Eimer füllen oder beim Ein- und Ausräumen von Regalen die Gegenstände weiterreichen.

Grundschulkinder (ca. 6–10 Jahre)
Mit dem Schulalter wachsen die motorischen Fähigkeiten und das Verständnis für Abläufe. Kinder in diesem Alter können sich eine Aufgabe erklären lassen und sie dann weitgehend selbstständig erledigen. Natürlich sollte ein Erwachsener ab und zu nach dem Rechten sehen.

Geeignete Aufgaben: Staub wischen, Heizkörper abwischen, den Mülleimer nach draußen bringen, Schränke feucht auswischen, das eigene Bett frisch beziehen, das Kinderzimmer aufräumen und entrümpeln. Wer seinem Kind eine Freude machen will, lässt es am Ende noch das Fahrrad putzen – das fühlt sich weniger nach Haushalt und mehr nach Abenteuer an.

Ab elf Jahren: Die ganze Bandbreite
Nach der Grundschule dürfen die Aufgaben anspruchsvoller werden. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie man einen Spiegel streifenfrei bekommt, wie Wasserhähne entkalkt werden oder wie der Backofen von innen wieder sauber wird. Staubsaugen, Bodenwischen und das Reinigen des eigenen Badezimmers schaffen Jugendliche problemlos allein.

Nicht ärgern:
Kinder putzen selten so gründlich wie Erwachsene. Das ist normal und kein Grund zur Kritik. Beim Frühjahrsputz geht es nicht um Perfektion, sondern darum, dass die Kinder sehen, wie viel Arbeit im Haushalt steckt – und stolz auf das sein können, was sie geschafft haben.

So kommen Sie gut durch den Putztag

Der häufigste Fehler beim Frühjahrsputz: sich zu viel vornehmen. Wer morgens eine endlose Liste aufstellt und abends nur die Hälfte geschafft hat, ist frustriert statt zufrieden. Planen Sie lieber realistisch – wenn am Ende noch Zeit übrig ist, können Sie immer noch den Keller in Angriff nehmen.

Musik oder ein Hörbuch im Hintergrund machen die Arbeit deutlich erträglicher. Gönnen Sie sich zwischendurch bewusst eine Pause mit einer Tasse Kaffee, statt sich durchzuhetzen. Und wenn die ganze Familie mitmacht, machen Sie ruhig ein kleines Spiel daraus: Wer hat als Erster seine Aufgaben erledigt – ordentlich natürlich, nicht nur schnell? Der Gewinner bekommt eine Belohnung, etwa eine Runde Süßigkeiten oder einen Freibrief für die restlichen Hausarbeiten des Tages.

Wenn beim Frühjahrsputz die ganze Familie hilft, können Sie auch eine Challenge daraus machen. Wer hat als Erster seine Aufgaben erledigt? Natürlich geht es hier nicht einfach um die Zeit, die Aufgaben sollten auch ordentlich erledigt sein! Der Sieger bekommt dann eine Belohnung z.B. in Form von Süßigkeiten, die er genießen darf während die anderen noch putzen oder in Form eines „Freibriefs“ für alle Hausarbeiten, die er oder sie laut Haushaltsplan an diesem Tag sonst noch erledigen müsste.

Frühjahrsputz ohne Selbermachen: Reinigungsfirma beauftragen

Wer den Frühjahrsputz nicht selbst machen möchte oder körperlich nicht dazu in der Lage ist, kann eine Reinigungsfirma beauftragen. Gerade bei großen Wohnungen oder Häusern kann sich das lohnen – professionelle Reinigungskräfte arbeiten in der Regel deutlich schneller als Laien und bringen das nötige Equipment mit. Auf Wunsch übernehmen sie auch die Fenster, den Keller oder das Treppenhaus. Die Kosten lassen sich als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen – bis zu 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 4.000 Euro pro Jahr.

Und egal, ob Sie selbst putzen oder putzen lassen: Vergessen Sie nicht das Balkon reinigen und das Auto. Nach einem langen Winter haben beide eine Grundreinigung verdient – und auf einem sauberen Balkon schmeckt der erste Kaffee in der Frühlingssonne gleich doppelt so gut.

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