Ein warmes Bad nach einem langen Tag entspannt nur dann wirklich, wenn die Wanne einladend sauber ist. Grauer Rand, Kalkschleier oder vergilbte Flecken verderben den Genuss schnell. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Badewanne gründlich und materialschonend reinigen - mit Hausmitteln, die meist schon im Haushalt stehen, und mit dem Wissen, welche Mittel Sie besser im Schrank lassen.

Erst das Material klären: Acryl oder Emaille?

Bevor Sie zum Schwamm greifen, sollten Sie wissen, aus welchem Material Ihre Badewanne gefertigt ist. Denn die beiden heute üblichen Wannenarten - Acryl und Stahl-Email - reagieren sehr unterschiedlich auf Reinigungsmittel.

  • Acryl- und Kunststoff-Wannen sind leicht, warm und angenehm glatt, aber auch empfindlich. Die Oberfläche ist verhältnismäßig weich und bekommt schnell feine Kratzer, in denen sich dann Schmutz festsetzt. Scheuermilch, Scheuerschwämme und raue Topfreiniger sind hier tabu. Auch Säuren wie Essig oder Zitronensäure sollten Sie nur verdünnt und nicht über längere Zeit einwirken lassen, weil sie die Oberfläche mit der Zeit matt werden lassen können.
  • Emaille-Wannen bestehen aus einem Stahlkorpus mit einer eingebrannten Glasschicht. Sie sind deutlich härter als Acryl, können aber durch starke Säuren mattiert werden und zeigen mitunter rostähnliche Flecken, wenn säurehaltige Reiniger zu lange einwirken. Schmierseife, Spülmittel oder ein mildes Shampoo sind hier die erste Wahl.

Wenn Sie nicht sicher sind, welches Material Ihre Wanne hat, hilft ein einfacher Test: Klopfen Sie leicht mit dem Knöchel gegen den Rand. Acryl klingt gedämpft und fühlt sich bei Handauflegen eher warm an, Emaille klingt metallisch und wirkt kühl.

Immer erst an einer verdeckten Stelle testen.
Unabhängig vom Material sollten Sie jedes neue Reinigungsmittel zuerst an einer wenig sichtbaren Stelle ausprobieren - etwa am unteren Rand der Wanne. So vermeiden Sie böse Überraschungen durch Farbveränderungen oder matte Stellen.

Übersicht: Welches Mittel passt zu welcher Wanne?

Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, welche Reinigungsmittel sich für welches Wannenmaterial eignen und wie lange sie einwirken dürfen:

Reinigungsmittel Acryl / Kunststoff Emaille Whirlpool-Wanne
Spülmittel / Schmierseifegeeignet, beliebig oftgeeignet, beliebig oftgeeignet, beliebig oft
Mildes Shampoogeeignetgeeignetgeeignet
Natronpastegeeignet, 15-30 Min.geeignet, 15-30 Min.nur für sichtbare Flächen
Essig / Essigessenz (1:1 verdünnt)maximal 10-15 Min.maximal 5 Min.nur mit Herstellerfreigabe
Zitronensäure (2 TL auf 0,5 L Wasser)maximal 10-15 Min.maximal 5 Min.nur mit Herstellerfreigabe
Vollwaschmittel (über Nacht in Wasser)geeignetgeeignetnicht im Wasserkreislauf
Scheuermilch, Scheuerpulvernicht geeignetnicht geeignetnicht geeignet
Harte Schwämme, Topfreinigernicht geeignetnicht geeignetnicht geeignet
Kalkentferner für Heißwassergerätenicht geeignetnicht geeignetnicht geeignet
Aceton, Nagellackentfernernicht geeignetnicht geeignetnicht geeignet
Mit der weichen Seite des Schwamms die Badewanne sauber machen
Beim Badewanne putzen immer nur die weiche Seite des Schwamms benutzen! - Foto: © Smole - stock.adobe.com

Die wöchentliche Grundreinigung

Je regelmäßiger Sie die Badewanne reinigen, desto weniger Arbeit macht sie. Einmal pro Woche reicht in den meisten Haushalten aus, um Hautfett, Seifenreste und beginnende Kalkränder zu entfernen, bevor sie sich festsetzen.

So gehen Sie vor: Spülen Sie die Wanne zunächst mit warmem Wasser aus, um losen Schmutz, Haare und Seifenreste wegzuspülen. Geben Sie dann einen Spritzer Spülmittel auf ein weiches Mikrofasertuch oder die weiche Seite eines Schwamms und wischen Sie die Wanne gründlich aus. Spülmittel ist ein hervorragender Fettlöser und für alle Wannenarten unbedenklich. Anschließend mit klarem Wasser nachspülen und mit einem sauberen Tuch trockenreiben - das verhindert neue Kalkflecken.

Wer Antirutsch-Sticker oder eine Badematte nutzt: Vor der Reinigung abnehmen, die Fläche darunter mit reinigen und die Matte selbst in lauwarmem Seifenwasser waschen. Unter Saugnäpfen sammeln sich sonst Feuchtigkeit und Schimmelsporen.

Hausmittel für hartnäckige Verschmutzungen

Wenn sich trotz regelmäßiger Reinigung Kalk, gelbe Ränder oder Fettablagerungen gebildet haben, helfen bewährte Hausmittel oft besser und günstiger als Spezialreiniger. Entscheidend ist dabei die richtige Dosierung und Einwirkzeit.

Natron gegen Kalk und gelbliche Verfärbungen
Natron ist der Allrounder unter den Hausmitteln - auch wenn oft von Backpulver die Rede ist. Backpulver enthält zwar Natron, aber zusätzlich Stärke und Säuerungsmittel, die beim Reinigen nichts zu suchen haben. Reines Natron aus der Drogerie ist günstiger und wirksamer. Rühren Sie zwei bis drei Esslöffel Natron mit wenig Wasser zu einer Paste an, verteilen Sie diese auf den betroffenen Stellen und lassen Sie sie 15 bis 30 Minuten einwirken. Anschließend mit einem weichen Schwamm abwischen und gründlich nachspülen.

Essig oder Zitronensäure gegen Kalkflecken
Hartnäckige Kalkablagerungen lassen sich mit Essig oder Zitronensäure lösen. Mischen Sie Haushaltsessig oder Essigessenz im Verhältnis 1:1 mit Wasser oder lösen Sie zwei Teelöffel Zitronensäurepulver in einem halben Liter lauwarmem Wasser. Tragen Sie die Lösung mit einem weichen Tuch auf, lassen Sie sie bei Acrylwannen höchstens 10 bis 15 Minuten, bei Emaille höchstens 5 Minuten einwirken und spülen Sie anschließend gründlich mit klarem Wasser nach.

Für dicke Kalkkrusten hat sich ein kleiner Trick bewährt: Tränken Sie Küchenpapier oder weiches Toilettenpapier mit der Essig- oder Zitronensäurelösung und legen Sie es direkt auf die verkalkten Stellen. So bleibt die Säure vor Ort und kann länger wirken, ohne dass sie die Umgebung angreift. Weitere Methoden gegen besonders hartnäckige Ablagerungen finden Sie in unserem Ratgeber hartnäckigen Kalk entfernen.

⚠ Achtung

Niemals Säure mit chlorhaltigen Reinigern kombinieren. Wenn Sie Essig, Zitronensäure oder Essigreiniger zusammen mit chlorhaltigen Badreinigern oder WC-Reinigern verwenden, kann giftiges Chlorgas entstehen. Verwenden Sie die Mittel immer nacheinander und spülen Sie dazwischen gründlich mit klarem Wasser nach.

Spülmittel für Hautfett und Badeöle
Rückstände von Hautfett, Haarspülung und fetthaltigen Badezusätzen - die typische graue Linie am Wasserstand - lösen sich am besten mit warmem Wasser und Spülmittel. Einfach etwas Spülmittel auf einen feuchten Mikrofaser-Lappen geben, den Rand auswischen und nachspülen. Bei Acryl ist Spülmittel ohnehin das Mittel der Wahl, weil es die Oberfläche nicht angreift.

Gegen gelbe Flecken: Natron und verdünnter Essig
Gelbliche Verfärbungen entstehen meist durch eine Kombination aus Hautfett, Seifenrückständen und Badeölen, die sich über Monate einbrennen. Bei Acrylwannen hat sich eine Paste aus Natron und wenig Wasser bewährt: Auftragen, 15 Minuten einwirken lassen, sanft mit dem weichen Schwamm aufnehmen und mit klarem Wasser abspülen. Verzichten Sie auf die früher oft empfohlene Mischung aus Salz und Essig - das Salz wirkt wie ein Scheuermittel und kann feine Kratzer in die Acryloberfläche reiben.

Vollwaschmittel als Geheimtipp
Bei stark verschmutzten Wannen kann handelsübliches Vollwaschmittel gute Dienste leisten. Füllen Sie die Wanne so weit mit warmem Wasser, dass der verschmutzte Rand knapp bedeckt ist. Geben Sie eine Dosierkappe Pulver- oder Flüssigwaschmittel dazu und lassen Sie das Ganze über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen ablassen und mit klarem Wasser nachspülen. Das Verfahren eignet sich besonders für ältere Wannen, in denen sich über längere Zeit Ablagerungen gebildet haben.

Silikonfugen: Das Sorgenkind am Wannenrand

Die Silikonfuge zwischen Wanne und Wand ist die mit Abstand problematischste Stelle im Bad. Hier sammelt sich Wasser, Seife und Hautfett - ein Nährboden, auf dem sich früher oder später dunkle Punkte bilden. Dabei sollten Sie zwei Fälle unterscheiden.

  • Oberflächlicher Schmutzfilm - meist gräulich-schmierig - lässt sich mit Natronpaste und einer weichen Zahnbürste gut entfernen. Aufragen, eine halbe Stunde einwirken lassen, sanft ausbürsten und mit klarem Wasser nachspülen.
  • Echter Schimmel erkennbar an schwarzen oder dunkelgrünen Punkten, sitzt meist tiefer im Material. Hausmittel wie Essig oder Alkohol reichen hier oft nicht aus. Wirksam sind chlorhaltige Schimmelentferner, die allerdings sorgfältig angewendet werden wollen: gut lüften, Handschuhe tragen, Mittel gezielt mit dem Pinsel auftragen und niemals zusammen mit Säuren verwenden. Ein bewährter Trick ist, Küchenpapier mit dem Schimmelentferner zu tränken und als schmalen Streifen auf die Fuge zu legen - so bleibt der Wirkstoff dort, wo er hingehört, und dampft nicht einfach in den Raum.

Wenn der Schimmel trotz wiederholter Behandlung immer wieder auftaucht oder die Fuge rissig wird, hilft langfristig nur eines: die Silikonfuge erneuern. Das ist günstiger und gesünder, als monatelang zu schrubben. Ein Fachhändler oder geübter Heimwerker schafft das an einem Nachmittag.

Silikonfugen trocken halten.
Der beste Schimmelschutz ist Trockenheit. Wischen Sie nach dem Baden oder Duschen die Fuge mit einem Handtuch oder Abzieher trocken und lüften Sie das Bad gründlich. Das ist lästig, spart aber auf Dauer viel Arbeit.

Abfluss, Armaturen und Duschkopf nicht vergessen

Wer schon einmal dabei ist, sollte auch die Stellen mitnehmen, die sonst gern übersehen werden.

  • Abfluss: Haare und Seifenreste verstopfen den Ablauf mit der Zeit - und sorgen für Gerüche. Ein bewährtes Hausmittel: zwei bis drei Esslöffel Natron in den Abfluss geben, eine halbe Tasse Haushaltsessig hinterher. Es schäumt ordentlich, das ist normal. Nach einigen Minuten mit reichlich heißem Wasser nachspülen. Bei hartnäckigen Verstopfungen tun mechanische Hilfsmittel wie eine Saugglocke oder eine Abflussspirale ihren Dienst besser als aggressive chemische Rohrreiniger.
  • Wannenstöpsel: Nehmen Sie den Stöpsel heraus und reinigen Sie ihn auch von unten. Die Unterseite wird oft jahrelang nicht berührt und sammelt Schmutz, Seifenreste und manchmal sogar schimmelnde Ablagerungen.
  • Armaturen und Duschkopf: Kalk setzt sich besonders gern am Wasserauslauf und an der Brause fest. Ein weiches Tuch mit Essigreiniger oder verdünnter Zitronensäure entfernt den Kalk meist problemlos. Bei stark verkalktem Duschkopf lässt er sich abschrauben und für eine Stunde in ein Gefäß mit Essig-Wasser-Mischung legen - das nachher einfach auszuspülen, und die Brause ist wieder frei. Wie Sie dabei am besten vorgehen, haben wir im Ratgeber Duschkopf entkalken ausführlich beschrieben.
  • Fliesen rund um die Wanne: Spritzwasser und Seifenreste hinterlassen hier einen feinen Film. Ein Allzweckreiniger oder eine milde Essiglösung reichen meist aus, um die Fliesen wieder zum Glänzen zu bringen.

Besondere Fälle: Whirlpool und Haarfärbemittel

  • Whirlpool- und Wasserstrahlwannen brauchen besondere Aufmerksamkeit. In den Leitungen und Düsen des Wasserkreislaufs bildet sich über die Zeit ein Biofilm aus Hautfett, Seifenresten und Bakterien - auch wenn das Wasser klar aussieht. Die Hersteller liefern in der Regel spezielle Systemreiniger mit und empfehlen, diese ein- bis zweimal im Monat durchlaufen zu lassen. Füllen Sie die Wanne bis über die Düsen mit warmem Wasser, geben Sie den Reiniger dazu, lassen Sie die Pumpe einige Minuten laufen und spülen Sie anschließend gründlich mit frischem Wasser nach. Ersatzweise hat sich eine Mischung aus warmem Wasser und Geschirrspülmaschinen-Tab bewährt - aber nur, wenn der Hersteller keine abweichenden Vorgaben macht.
  • Haarfärbemittel-Flecken sind die Schreckgespenster jedes Badezimmers. Frisch behandelt lassen sich die meisten Rückstände noch mit Spülmittel, Mikrofasertuch und warmem Wasser entfernen. Ist der Fleck bereits eingetrocknet, hilft bei Acrylwannen eine Paste aus Natron und etwas Wasser, die 20 bis 30 Minuten einwirkt. Für Emaille ist zusätzlich ein Versuch mit Allzweckreiniger oder verdünntem Sauerstoffbleiche-Pulver (aus dem Drogeriemarkt) möglich. Aggressive Lösungsmittel wie Aceton gehören dagegen nicht ins Bad - sie können die Oberfläche dauerhaft schädigen.

So beugen Sie Verschmutzungen vor

Mit wenigen Routinen halten Sie Ihre Wanne dauerhaft in gutem Zustand:

  • Spülen Sie die Wanne nach jedem Bad mit klarem Wasser aus, bevor Sie das Badezimmer verlassen.
  • Ein kurzes Trockenwischen mit einem Mikrofasertuch verhindert Kalkflecken, gerade in Regionen mit hartem Wasser - wie hier bei uns in Berlin.
  • Lüften Sie das Bad nach jedem Bad oder jeder Dusche kräftig, am besten mit weit geöffnetem Fenster.
  • Feuchte, warme Luft ist der beste Freund von Schimmel. Halten Sie Silikonfugen möglichst trocken.
  • Und: Wechseln Sie Antirutsch-Matten regelmäßig, statt sie nach einmaligem Anbringen jahrelang in der Wanne zu lassen.

Wie oft muss die Wanne wirklich gereinigt werden?

Eine starre Regel gibt es nicht - die Antwort hängt davon ab, wie oft Sie baden, wie hart Ihr Wasser ist und ob mehrere Personen die Wanne nutzen. Als Orientierung:

Für den Alltag reicht eine wöchentliche Kurzreinigung mit Spülmittel und warmem Wasser. Zusätzlich empfiehlt sich eine gründliche Reinigung alle zwei bis vier Wochen, bei der Sie Kalk, Fett und Seifenreste systematisch entfernen und auch Abfluss, Stöpsel und Armaturen mitmachen. Eine komplette Grundreinigung inklusive Silikonfugen, Fliesen und eventueller Imprägnierung ist zwei- bis dreimal im Jahr sinnvoll - zum Frühjahrsputz etwa, und noch einmal im Herbst, bevor die Heizperiode beginnt.

In unserem Portal finden Sie viele weitere Tipps für den Hausputz und mehr hilfreiche Haushaltstipps. Wir freuen uns auf Ihr Feedback

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