Die Zahl der ärztlich verordneten Läusemittel ist 2025 in Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe spürbar zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest, die beide Zahlen Ende April 2026 veröffentlicht hat. In Schleswig-Holstein wurden rund 3.600 Packungen Anti-Läusemittel verschrieben – knapp zehn Prozent weniger als im Vorjahr. In Westfalen-Lippe fiel der Rückgang mit gut zwölf Prozent noch deutlicher aus: Statt knapp 12.000 waren es nur noch rund 10.400 Packungen.
Ob der Rückgang auf weniger Befall oder auf veränderte Behandlungsgewohnheiten zurückgeht, lässt die Auswertung offen. Die AOK nutzt die Zahlen jedenfalls als Anlass, noch einmal auf den richtigen Umgang mit Kopfläusen hinzuweisen – denn Fehler passieren hier häufig.

Was Kopfläuse sind – und was nicht

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein zwei bis drei Millimeter kleines Insekt, das im Haar lebt und sich von Blut ernährt. Beim Stich gibt sie Speichel ab, der den typischen Juckreiz auslöst. Die Eier klebt sie mit einem wasserunlöslichen Stoff nah an die Kopfhaut – normales Haarewaschen bringt also nichts. Leere Eihüllen, die sogenannten Nissen, finden sich durchscheinend weißlich auch weiter außen am Haar.
Gefährlich sind Kopfläuse nicht. Sie übertragen keine Krankheiten. Trotzdem sollte man sie rasch behandeln, weil sie sich sonst schnell weiterverbreiten.

Wie die Übertragung funktioniert

Kopfläuse können weder springen noch fliegen. Sie brauchen direkten Haar-an-Haar-Kontakt, um von einem Kopf auf den anderen zu gelangen. Genau deshalb trifft es vor allem Kinder in Kitas und Grundschulen: Beim Spielen, auf dem Pausenhof oder beim Vorlesen stecken sie buchstäblich die Köpfe zusammen – und die Läuse nutzen das aus.

So wird behandelt

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Kombination aus Läusemitteln und konsequentem Auskämmen. Einmal auftragen reicht nicht: Das Mittel muss nach neun oder zehn Tagen wiederholt aufgetragen werden. Parallel dazu sollte man zwei Wochen lang alle drei bis vier Tage nass auskämmen – am besten mit einem speziellen Nissenkamm. Apotheken führen verschiedene Produkte, die gesetzliche Krankenkassen erstatten.
Ausdrücklich nicht empfohlen wird, Läuse mit heißer Luft – also Fön oder Sauna – abtöten zu wollen. Das schadet der Kopfhaut, tötet aber die Läuse nicht zuverlässig ab. Auch Essigwasser, das immer wieder als Hausmittel kursiert, ist zur Bekämpfung ungeeignet.

Was man noch tun kann

Kämme, Haarbürsten, Haarspangen und Haargummis sollten in heißer Seifenlauge gereinigt werden. Bettwäsche, Schlafanzüge und Handtücher gehören gewechselt. Kopfbedeckungen, Schals und andere Gegenstände, auf die Läuse gelangt sein könnten, einfach für drei Tage luftdicht in einer Plastiktüte verstauen – danach sind eventuelle Läuse abgestorben. Insektizid-Sprays für die Wohnung braucht man nicht.
Wichtig: Sobald ein Kind betroffen ist, sollte die Schule oder Kita umgehend informiert werden, damit auch andere Familien reagieren können.
Lesen Sie dazu auch unseren Artikel: Läuse erkennen und behandeln

Quelle: AOK NordWest, Pressemitteilungen vom 21. April 2026