Wie Kindern aufräumen beibringen?

Mädchen hat Spaß beim Aufräumen
Kinder sollten beim Aufräumen Spaß haben - Foto: © luismolinero

So lernen Kinder Ordnung zu halten

Kinder spielen gerne. Doch schnell sind sie abgelenkt und lassen alles stehen und liegen. Wer darf dann aufräumen? Mama! Ab einem gewissen Alter sollte man Kinder dazu anhalten Ordnung zu halten. Wie man das am besten macht erfahren Sie hier:

Kindern das Aufräumen beibringen - Mit Geduld zum Ziel

Legosteine und Puzzleteile verteilen sich auf dem gesamten Teppich, der Puppenwagen liegt umgekippt in der Ecke und der Schreibtisch ist vor lauter Papier und Bastelutensilien kaum mehr sichtbar. Spätestens wenn das Chaos im Kinderzimmer über einen langen Zeitraum anhält und das eigene Kind nicht daran denkt, selbst Ordnung zu schaffen, verlieren so manche Eltern die Geduld. Mit Schimpfen und Strafe kommen sie jedoch nicht weiter. So ist auch das Aufräumen eine Aufgabe, die zunächst gelernt werden muss. Am besten funktioniert das mit Unterstützung, Verständnis und einer förderlichen Umgebung.

Ordnung halten - Für Kinder gar nicht so leicht

Um zu verstehen, warum Kinder Probleme mit dem Aufräumen haben, braucht es einen Blick auf die kindliche Entwicklung. So kommt kein Mensch mit einem Grundbedürfnis nach einer aufgeräumten Umgebung zur Welt. Kinder erkunden ihr Umfeld auf eine nur selten strukturierte Weise. Gerade im Kleinkindalter ist Ordnung ein Konzept, das Kinder noch gar nicht verstehen können.

Eltern sollten daher als Vorbilder wirken und ihren Kindern einen ordentlichen Lebensstil durch "Vormachen" nahelegen. So entsteht durch das sogenannte Imitationslernen ein erstes Verständnis davon, wie es mit der Ordnung klappen kann. Diese Phase erstreckt sich bis zu einem Alter von etwa sechs Jahren. Dann wissen Kinder meist genau, welche Handgriffe zum Aufräumen gehören. Oft überlegen sie sich dabei ganz individuelle Konzepte und Ideen, die mit den Erwartungen der Eltern nicht unbedingt übereinstimmen müssen. Eltern sollten die kreative Ordnung ihres Kindes jedoch nicht unterbinden, denn sie ebnet den Weg hin zur Selbständigkeit.

Im Schulalter funktioniert es dann meist schon besser mit dem Aufräumen. Doch auch dann sind Eltern weiterhin gefordert. Durch liebevolle Unterstützung ohne harsche Ermahnungen und lautes Schimpfen lernen Kinder auch dann noch, dass Aufräumen sogar Spaß machen kann.

Kinder brauchen Anleitung

Ein Kindergartenkind ist mit dem Projekt "Aufräumen" nicht selten überfordert. Es weiß nicht, wo es beginnen soll und wie es Ordnung im eigenen Zimmer herstellen kann. Um dem eigenen Kind das Aufräumen beizubringen, sollten sich Eltern an der Aufräumarbeit beteiligen und sogar die Führung übernehmen. Hier erhält das Kind konkrete Aufforderungen und es kann sich an der Vorgehensweise der Eltern orientieren. Dabei sollten Kinder ihre eigenen Ideen beim Aufräumen umsetzen dürfen. Die Bilderbücher sollen nicht ins Regal, sondern in eine Kiste? Ist das für Mama und Papa in Ordnung, wird das Kind in seiner freien Entwicklung unterstützt und kann sich entfalten.

Wichtig ist, dass das Aufräumen mit Lust statt Frust erfolgt. Eine schöne CD und ein witziges Aufräumspiel sorgen für eine entspannte Atmosphäre. So fühlen sich Kinder nicht gezwungen und unter Druck gesetzt, sondern verstehen auch das Aufräumen als angenehme - wenn auch notwendige - Tätigkeit. Mit einer Belohnung sollten Eltern ihr Kind ebenfalls nicht zum Aufräumen überreden, denn das sorgt für eine falsche Einstellung und kann im späteren Leben zu Problemen führen.

Ist das Kind schon etwas älter und kommt es der Aufforderung, sein Zimmer aufzuräumen, nicht nach, braucht es konsequentes Verhalten. Eltern sollten die Aufräumarbeiten nicht aus Ungeduld kurzerhand selbst übernehmen, sondern dem Kind weiterhin nahelegen, selbst Ordnung zu schaffen. Nur so kann es verstehen, dass Ordnung in seinem Zimmer eine Aufgabe ist, die ihm selbst obliegt.

Unterstützung durch eine gute Einrichtung

Ein entscheidender Faktor auf dem Weg zum leichteren Aufräumen ist auch ein gut eingerichtetes Kinderzimmer. Es lohnt sich, eher weniger Spielsachen im Zimmer aufzubewahren, um mehr Übersichtlichkeit zu erhalten. Alles, was "zuviel" ist, kann in einer Kiste im Keller aufbewahrt und gelegentlich gegen Spielsachen aus dem Zimmer ausgetauscht werden. Auch ist es für Kinder hilfreich, wenn sie das "System Kinderzimmer" selbst erkennen können. Dies gelingt durch das Aufkleben von Fotografien der Spielsachen auf Kisten und Regalfächer. Und bleiben Mama und Papa dann trotzdem dabei und helfen beim entspannten Lernen, ist die Sache mit der Ordnung bald schon kein Streitpunkt mehr.
Text: A. W. / Stand: 14.10.2017