Silberringe reinigen

Zwei glänzende Silberringe
Wie kann man Silberringe reinigen? - Foto: © vege

Ringe aus Silber sind besonders bei Damen und Herren beliebt, die es schlicht und dezent mögen und klassisch gestalteten Schmuck gern auch im Alltag tragen. Dennoch müssen Silberringe nicht langweilig sein, denn besetzt mit edlen Steinen oder versehen mit fantasievollen Gravuren wirken die Ringe extravagant und setzen besondere Akzente zu festlicher Kleidung. Damit die Schmuckstücke ihren Glanz nicht verlieren und durch dunkle Verfärbungen unschön wirken, müssen sie besonders gepflegt werden. Mit einigen Tricks und den richtigen Mitteln ist die Reinigung von Silberschmuck jedoch nicht besonders aufwändig und in kurzer Zeit erstrahlen die Silberringe in neuem Glanz.

Die Verfärbung der Silberringe lässt sich im Alltag kaum verhindern

Das Anlaufen von Silber lässt sich leider nicht vermeiden. Das weiß glänzende Edelmetall verfärbt sich durch chemische Prozesse, bei denen Sulfid gebildet wird, mit der Zeit schwarz. Auch wenn die meisten Silberringe aus Silberlegierungen hergestellt werden - am gebräuchlichsten sind Legierungen mit einem Silberfeingehalt von 925 oder 935 Tausendstel - bleiben sie von den Verfärbungen durch Umwelteinflüsse nicht verschont, es sei denn, das Silber wurde mit Palladium legiert. Enthält die Legierung jedoch einen großen Anteil an Kupfer, läuft der Schmuck schneller an. Vorbeugende Maßnahmen gibt es dagegen leider kaum, wie Silberschmiede bestätigen. Zwar können die Ringe mit einem Überzug aus Rhodium beschichtet werden, dieser beeinträchtigt aber den typischen Silberglanz und verfärbt sich blau-schwarz, wenn der Ring einmal durch Löten repariert werden muss. Möglich ist auch das Aufbewahren der Silberringe in luftdichten Behältern unter Schutzgas. Das ist in der Realität jedoch kaum umsetzbar.

Der beste Schutz vor dem Anlaufen: Die Silberringe regelmäßig tragen

Um das Anlaufen von Silberringen zu verhindern, sind die zuverlässigsten Mittel, sie regelmäßig zu tragen oder häufiger zu putzen. Beim Benutzen des Schmucks wird die Sulfidschicht, die sich auf der Silberoberfläche gebildet hat, abgerieben. Große und breite Ringe können mit einem Silberputztuch gereinigt werden. Diese Tücher sind von verschiedenen Herstellern sowie in unterschiedlichen Größen im Handel erhältlich und funktionieren auf einfache Art und Weise: Sie sind mit einem Mittel getränkt, das beim Putzen eine chemische Reaktion auslöst, bei der das Silbersulfid entfernt wird. Je häufiger ein Silberputztuch genutzt wird, umso wirkungsloser wird es jedoch und muss daher nach einiger Zeit ersetzt werden. Außerdem werden bei zu starkem Polieren kleine Silberpartikel abgetragen. Der Abrieb des Sulfids durch das Tragen und das Polieren der Silberringe wirken leider nur bei glatten Oberflächen. In den Vertiefungen von Gravuren oder rings um eingelassene Steine bleiben die Verfärbungen erhalten.

Anzeige: Silberputztücher in verschiedenen Ausführungen gibt es auch bei Amazon.
Silberputztuch jetzt bei Amazon kaufen

Hausmittel zum Silberringe reinigen

Unter Umständen können leichte Verfärbungen recht reizvoll und erwünscht sein, sind sie es nicht, hilft am besten und am einfachsten ein Tauchbad mit handelsüblichen Mitteln oder in einer Kochsalz-Natron-Lösung. Hierfür werden vier Teelöffel Kochsalz und vier Teelöffel Speisenatron in einen Topf aus Aluminium gegeben und mit heißem Wasser aufgefüllt. In dieses Bad werden die Silberringe für etwa drei bis fünf Minuten gegeben, nach dem Herausnehmen mit klarem Wasser abgespült und mit einem weichen Tuch nachpoliert. Ist kein Aluminiumtopf im Haushalt vorhanden, reicht es, einen normalen Topf mit Alufolie auszulegen. So ein Tauchbad riecht zwar etwas unangenehm, ist aber wirkungsvoll. Leider vertragen manche Edelsteine, wie Bernstein, Türkis oder Lapis, sowie Perlen diese Tauchbäder nicht. Sie können hierbei angegriffen werden und ihren Glanz verlieren. Im Zweifelsfall ist es bei Silberringen mit Schmucksteinen besser, einen Gold- oder Silberschmied zu befragen oder ihn mit der Reinigung zu beauftragen.
Text: H. J. / Stand: 08.08.2018