Viele Haushaltsgeräte fressen mehr Strom als angegeben

Kann man Stromfresser vor dem Kauf erkennen?

Geldscheine
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Für viele Haushalte ist die jährliche Stromrechnung ein Ärgernis: Schon wieder sind die Kosten gestiegen. Um langfristig Strom zu sparen, achten viele Verbraucher auf die Energieeffienzklasse. A+, A++ und A+++ sollen dabei für besonders energiesparende Geräte stehen. Doch halten sich nicht alle Hersteller an diese Vorgaben, wie jetzt ein Test des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) festgestellt hat. Etwa jedes fünfte getestete Produkt verbrauchte dabei mehr Strom als angegeben. Weitere Infos über Haushaltsgeräte

18 von 100 Produkten verbrauchen mehr Energie als versprochen

Stichprobenartig haben die Tester Elektrogeräte aus 20 Produktgruppen unter die Lupe genommen, darunter Geschirrspüler, Kühlschränke, Lampen, aber auch Kleingeräte wie Babyphones. Laut Johanna Kardel vom Verbraucherzentrale Bundesverband verbrauchten dabei 18 von 100 Geräten mehr Strom als angegeben. Bis zu 30 Prozent mehr Energie als auf dem Energieeffizienzlabel versprochen, nahmen die Geräte auf – die Verbraucherschützer schätzen, dass dadurch Haushalten europaweit Mehrkosten von 10 Millionen Euro im Jahr entstehen.

Mehr Strom verbrauchen die Geräte aber nicht nur, weil sie die auf der Packung versprochene Energieeffizienzklasse nicht erreichen: Ein Geschirrspüler im Test wies zwar die geforderten Werte auf, benötigte jedoch einen zweiten Spülgang, um Teller wirklich sauber zu bekommen – und damit auch mehr Strom. Stromfresser sind zudem Geräte, die sich nicht komplett ausschalten lassen, sondern ständig im Standby-Betrieb laufen; hier schafft immerhin eine abschaltbare Steckdose Abhilfe. Weitere Stromspartipps

Nicht alle Hersteller halten sich an EU-Vorgaben

Die Vorgaben zur Energieeffizienzklasse stammen von der EU. Generell dürfen Hersteller nur Geräte verkaufen, die diese Vorgaben zum Energieverbrauch einhalten. Eine EU-Überprüfungsstelle gibt es jedoch nicht, für die Einhaltung sind allein die Hersteller verantwortlich.

Was können Verbraucher nun tun, um Stromfresser zu erkennen? Beim Kauf von neuen Produkten haben sie erst einmal wenig Möglichkeit, wirklich sparsame Geräte von Mogelpackungen zu unterscheiden und müssen sich auf die Angaben des Herstellers verlassen. Einige bereits im Gebrauch befindliche Geräte wie Digitalradios lassen sich durch Updates nachjustieren.

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