Öko-Test: Welche Radler sind gut?

Radler im Test 2020

Verschiedene Biere
Foto: © boule1301

Bier und ein Schuss Zitronenlimo – fertig ist das Radler. Das erfrischende Bier-Mixgetränk ist beliebt, vor allem im Sommer. Weniger herb als Bier, doch nicht so süß wie Limonade, löscht es den Durst. Seit 1993 gibt es Radler auch fertig in der Flasche zu kaufen. Aktuell im Trend liegen die sogenannten Naturradler. Doch wie viel Natur steckt wirklich im Mixgetränk? Und wie ist es um die Qualität der herkömmlichen Radler bestellt? Das hat Öko-Test für die aktuelle Ausgabe des Verbrauchermagazins geprüft und 50 Radler genauer unter die Lupe genommen.

Bier, Zitronenlimo – und sehr viel Zucker 

Wer hin und wieder ein Radler genießt, sollte sich über eines klar sein: Die Mischgetränke sind wahre Zuckerbomben. Der Zuckergehalt einer 0,5-Liter-Flasche liegt im Durchschnitt bei 24,5 Gramm und überschreitet damit die Tagesempfehlung für einen Erwachsenen. Entsprechend hoch ist auch der Kaloriengehalt mit etwa 225 kcal pro halbem Liter.

Öko-Test erteilt für einen sehr hohen Zuckergehalt Punktabzug. Einige Produkte ersetzen Zucker durch künstliche Süßstoffe, was allerdings ebenfalls eine Abwertung zur Folge hatte. Aus diesem Grund erreichte kein Radler im Test die Note „sehr gut“.

Kritik an fehlenden Nährwertangaben

Liegt der Alkoholgehalt von Getränken über 1,2 Volumenprozent, müssen Hersteller keine Nährwertangaben auf der Verpackung machen. Dadurch lässt sich für Verbraucher nicht erkennen, wie viel Zucker ein Radler tatsächlich enthält, oder wie hoch der Kaloriengehalt ist. Öko-Test hält das für intransparent und zieht für fehlende oder unvollständige Nährwertangaben Punkte ab.

18 Radler sind „gut“

Immerhin 18 Radler schneiden mit der Gesamtnote „gut“ ab. Zu den Testsiegern gehören bekannte Marken wie das Bitburger Radler und das Krombacher Radler ebenso wie einige Naturradler, etwa das Gössler NaturRadler und das Allgäuer Büble Radler naturtrüb. Preis-Leistungs-Sieger ist das Oettinger Radler mit einem Preis von 0,55 Euro für 0,5 Liter.

Wie natürlich sind Naturradler?

Viele Hersteller bewerben ihre Radler derzeit als „naturtrüb“ oder „100% natürlich“. Verwendet werden etwa naturtrübe Saftbestandteile oder unfiltriertes Bier. Der Begriff „Natur“ ist allerdings nicht geschützt und unterliegt keinen gesetzlichen Regelungen. Einige Naturradler enthalten daher Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Antioxidations- und Konservierungsmittel. Öko-Test bewertet diese Radler entsprechend schlechter.

Fünf Radler enthalten Spuren von Glyphosat

Im Labortest zeigte sich, dass fünf Radler Spuren des Pestizids Glyphosat enthalten: das Perlenbacher Radler von Lidl, das Berliner Radler naturtrüb, das Feldschlößchen Naturtrübes Radler, das Wernesgrüner Radler und das Tyskie Radler. Bei Glyphosat-Belastung vergibt Öko-Test lediglich die Note „ausreichend“. „Mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ war jedoch kein Radler im Test.
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