Öko-Test: Fast jeder zweite Müsliriegel fällt im Test durch

Müsliriegel im Test 2020

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Foto: © Zerbor

Müsliriegel sind ein beliebter Snack für zwischendurch. Die Mischung aus Getreideflocken, Honig, Kernen und Nüssen gilt vielen als gesünder als Schokolade. Aber stimmt das tatsächlich? Öko-Test hat die Probe aufs Exempel gemacht und für die April-Ausgabe des Verbrauchermagazins 20 Müsliriegel untersucht. Knapp die Hälfte der Testkandidaten fällt durch. Der Grund: Viele sind mit Mineralölbestandteilen belastet und enthalten zudem zu viel Zucker. Übrigens gehören Müsliriegel auch zu den sinnvollen Vorräten während der Coronakrise.

Drei von vier Bio-Müsliriegeln sind „sehr gut“

Für den Test wählte Öko-Test Müsliriegel vom Discounter, von Markenherstellern und vier Bio-Produkte. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden nur Riegel getestet, die keine besondere Auslobung wie „zuckerfrei“ enthielten. Das Ergebnis: Fünf Riegel bekommen die Note „sehr gut“, vier sind immerhin noch „gut“. Ein getesteter Riegel erhält die Note „befriedigend“, einer das Urteil „ausreichend“, einer ist „mangelhaft“. Insgesamt acht Mal vergeben die Tester die Note „ungenügend“.

Drei der „sehr guten“ Müsliriegel sind Bio-Produkte. Mit der Bestnote schneidet zum Beispiel der Riegel „Alnatura Müsli Ahorn-Dattel“ ab, den es für 0,66 Euro pro 50 Gramm gibt. Auch der Müsliriegel von Rapunzel besteht den Test. Günstigstes Produkt unter den Testsiegern ist der „Jeden Tag Müsliriegel Nuss“ für 0,25 Euro pro 50 Gramm. Der vierte Bio-Müsliriegel, der „Mymuesli Müsli-Riegel Cranberry Pistazie“ (2,71 Euro pro 50 Gramm), enthält den Testern zu viel Zucker und bekommt daher nur die Note „befriedigend“.

Alle Schoko-Banane-Müsliriegel fallen im Test durch

Eine besonders beliebte Geschmacksrichtung bei Müsliriegeln ist Schoko-Banane. Gleich sieben solcher Riegel hat Öko-Test untersucht. Alle sind mit Mineralölrückständen belastet. Im Labor fanden die Tester aromatische Kohlenwasserstoffe, sogenannte MOAH, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen.

In drei Produkten wiesen die Tester zudem eine bedenkliche Menge an Pestiziden nach: In den Riegeln von Corny und Hafervoll fanden die Tester das kritische Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Die Grenzwerte werden allerdings eingehalten. Der Riegel von Seitenbacher enthielt Rückstände von zehn unterschiedlichen Pestiziden, darunter zwei Bienengifte.

Nicht jeder Müsliriegel ist eine Zuckerbombe

Wie gesund sind Müsliriegel nun? Zucker enthalten sie alle, doch nicht jeder Riegel ist unbedingt eine Zuckerbombe. Am wenigsten Zucker enthält der Müsliriegel des Bio-Herstellers Rapunzel, nämlich 15 Prozent. Der Seitenbacher-Müsliriegel bringt es dagegen auf ganze 44 Prozent Zucker. Wer auf einen möglichst gesunden Snack setzen möchte, sollte auf Müsliriegel mit Schokolade eher verzichten. Alle getesteten Schoko-Banane-Riegel knacken zum Beispiel die Marke von 12,5 Gramm Zucker pro 50 Gramm. Das entspricht der Hälfte der von der WHO empfohlenen Tagesdosis. Auch einige Riegel ohne Schokolade kommen auf einen derart hohen Zuckergehalt. Relativ zuckerarm sind die Bio-Müsliriegel.
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