Öko-Test: Welche Jeans sind empfehlenswert?

Jeans im Test

Junge Menschen mit Jeans
Foto: © kiuikson

Sie sind praktisch, sie sind robust und sehen je nach Schnitt ganz lässig oder sexy aus: Mindestens ein paar Damen-Jeans findet sich im Kleiderschrank so gut wie jeder Frau. Wie es um die Qualität der beliebten Hosen bestellt ist, wollte das Verbrauchermagazin Öko-Test für seine August-Ausgabe herausfinden. 21 Damen-Jeans unterschiedlicher Hersteller mussten sich dem Testverfahren stellen. Geprüft wurde neben der Haltbarkeit auch der Gehalt an Schadstoffen. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: 15 der getesteten Hosen erhalten den unter Krebsverdacht stehenden Farbbestandteil Anilin. Keine Jeans bekommt eine bessere Note als „befriedigend“.

Fünf Unternehmen machen keine Aussagen zu Produktionsbedingungen

Die getesteten Jeans kommen aus Preisklassen von 10 bis 150 Euro, stammen von Discountern, bekannten Bekleidungsketten und Markenherstellern. Zusätzlich zum Test befragte das Verbrauchermagazin die Hersteller auch nach den Produktionsbedingungen. Die Tester wollten unter anderem wissen, wo die Jeans hergestellt werden, welche Löhne die Arbeiter erhalten und welche Sicherheitsvorkehrungen bei der Produktion getroffen werden. Fünf Unternehmen gaben keine Antwort, darunter die bekannten Jeans-Hersteller Diesel, Lee, Mustang und Wrangler.

Testsieger und Verlierer

Selbst die besten Jeans schnitten lediglich mit der Note „befriedigend“ ab. Die Damenjeans von Armedangels und Hess Natur punkteten in den Kategorien Glaubwürdigkeit und Transparenz, Materialeigenschaften und weitere Mängel. Nur ein „mangelhaft“ gab es allerdings für die Inhaltsstoffe, da die Jeans den Farbbestandteil Anilin aufwiesen. Anilin ist eine Chemikalie aus dem synthetischen Farbstoff Indigo, der Bluejeans die markante Farbe verleiht. In dieser Hinsicht unbedenklich sind die Jeans von Esprit und Kuyichi. Eine Abwertung erfolgte jedoch aufgrund Mängeln bei der Transparenz.

Die Note „ungenügend“ ging unter anderem an die Markenjeans von Kings of Indigo, Lee und Levi’s. Die Damen-Jeans von Diesel bekam aufgrund ihres Anilingehalts die Note „mangelhaft“.

Tipps zum Jeans-Kauf

Öko-Test empfiehlt Verbrauchern, beim Jeans-Kauf auf die Siegel der Fair Wear Foundation und der GOTS zu achten. Die Siegel stehen für faire Handelsbedingungen und hohe Umweltstandards. Die GOTS gibt unter anderem vor, dass Jeans nicht mehr als 100 mg Anilin pro Kilogramm Stoff enthalten dürfen. Wer Bluejeans kauft, sollte diese zudem vor dem ersten Tragen waschen. So lassen sich Rückstände aus der Produktion entfernen. Wird die Jeans beim Waschen auf links gedreht, hält die Farbe länger.
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