Stiftung Warentest: Wie gut sind nachhaltige Shampoos?

Nachhaltige Shampoos im Test 2020

Frau kauft ein Shampoo
Frau beim Kauf eines Shampoos - Foto: © CandyBox Images - stock.adobe. com

Bei der Körperpflege setzen immer mehr Verbraucher auf nachhaltige Produkte. Auch für klassische Shampoos gibt es mittlerweile Alternativen, die umweltfreundlicher sein sollen. Dazu gehören etwa feste Shampoos und spezielle Haarseifen. Statt in der Plastikflasche stecken diese Produkte im Karton und reduzieren dadurch den Abfall. Wie gut sich diese Produkte im Alltag bewährend und wie es tatsächlich um ihre Öko-Bilanz bestellt ist, hat Stiftung Warentest für die aktuelle Ausgabe des Verbrauchermagazins getestet.

18 Shampoos und Haarseifen im Test

Auf dem Prüfstand: 18 Shampoos, darunter acht klassische Flüssigshampoos. Bei den restlichen Produkten handelte es sich um feste Shampoo-Blöcke oder Haarseifen. Bewertet wurden die Pflegeeigenschaften, die Anwendbarkeit, die Verpackung, die Werbeaussagen und die Deklaration. Getrennt vom eigentlichen Test untersuchte Stiftung Warentest zudem die Öko-Bilanz der Shampoos.
Ganze 14 Testkandidaten erhielten die Endnote „gut“. Lediglich ein Produkt wurde mit „ausreichend“ bewertet, die übrigen Shampoos sind „befriedigend“.
Alle Flüssigshampoos schneiden mit der Gesamtnote „gut“ ab. Testsieger ist das „Vitamin-Shampoo für normales Haar“ von Lidl. Allerdings fanden die Tester in den flüssigen Shampoos auch Konservierungsstoffe und biologisch schwer abbaubare Stoffe. Lesen Sie auch: Hausmittel für glänzende Haare

Feste Shampoos und Haarseifen: Verzicht auf Konservierungsstoffe

Ohne derartige Stoffe kommen die festen Shampoos und Haarseifen aus. Viele der festen Produkte überzeugen auch in der Anwendung.
Wenn sich feste Shampoos und Haarseifen auf den ersten Blick auch ähneln, so gibt es doch einen bedeutenden Unterschied: Haarseifen enthalten keine Tenside, sie werden mit Lauge verseift. Der hohe pH-Wert der Lauge verändert das Waschergebnis, Haare können leichter aufquellen, lassen sich schlechter kämmen oder es bleiben weiße Rückstände zurück. Eine Spülung mit einer sauren Rinse – 2 Esslöffel Apfelessig auf einen Liter kaltes Wasser – gleicht den pH-Wert aus und verhindert negative Ergebnisse.

Kritik an drei festen Produkten

In der Kategorie „Verpackung“ erhielten alle Haarseifen im Test die Note „sehr gut“. Das feste Shampoo „Foamie – Festes Shampoo normales Haar“ von Foamie erwies sich dagegen als Mogelpackung und bekam in dieser Kategorie nur ein „mangelhaft“.

Anwendung und Verpackung überzeugten auch beim teuersten Produkt im Test, dem festen Shampoo „Honey I washed my Hair Honigsüße“ von Lush. Das elf Euro teure Produkt enthält allerdings auch als einziger Testkandidat den kritischen Duftstoff Lilial. Insgesamt bekam das Lush-Shampoo die Note „befriedigend“.

Schlusslicht im Test wurde die „Savion Haarseife Natur“ von Savion, die mit der Aussage „Frei von Duftstoffen“ wirbt. Die Tester konnten im Labor jedoch mehrere Duftstoffe nachweisen.

Feste Shampoos und Haarseifen mit besserer Öko-Bilanz

Und wie ist es nun um die Umweltbilanz der Shampoos bestellt? Beim Waschen gibt es keine Unterschiede zwischen festen und flüssigen Shampoos und Haarseifen. Bei Herstellung und Transport schneiden feste Shampoos und Seifen jedoch wesentlich besser ab als Flüssigshampoos. Die Produktion verbraucht weniger Energie, die Verpackung besteht aus Papier oder Pappe. Außerdem werden die festen Produkte den Testern zufolge seltener überdosiert als die flüssigen Varianten.
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