Mineralwasser bei Öko-Test: Schlechte Noten für bekannte Marken

Mineralwasser im Test 2020

Gläser mit Mineralwasser
Foto: © Martin M303

Gerade im Sommer ist es wichtig, viel zu trinken. In Deutschland stehen dafür mehr als 500 Sorten Mineralwasser zur Auswahl. Wie in jedem Sommer hat Öko-Test auch in diesem Jahr einige davon auf ihre Qualität und mögliche Schadstoffe geprüft. Für die Juni-Ausgabe des Verbrauchermagazins waren dieses Mal 100 „medium“-Wasser an der Reihe. Einige bekannte Marken fallen dabei durch. Übrigens erfahren Sie bei uns auch wie man Getränke lagern sollte.

Mehr als die Hälfte der „medium“-Minerwalwässer ist „sehr gut“

Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte aller „medium“-Wasser im Test erhält die Bestnote „sehr gut“. An 51 Produkten haben die Tester nichts zu beanstanden. 14 weitere Mineralwasser schneiden mit dem Testurteil „gut“ ab. Zu den Testsiegern gehören unter anderem das Adelholzener Sanft, das Franken Brunnen Medium und das Residenz-Quelle Medium.

Bei insgesamt 18 Quellen stellten die Tester Verunreinigungen fest. Solche Verunreinigungen können über das Regenwasser in die Mineralquellen gelangen. Im Labor wiesen die Tester in den 18 betroffenen Produkten etwa einen zu hohen Gehalt von Uran, Nitrat und Bor nach, außerdem fanden sie Abbauprodukte von Pestiziden.

Vier Produkte fallen durch

Vier „medium“-Mineralwasser waren so stark mit Schadstoffen belastet, dass Öko-Test sie lediglich mit der Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertete. Das Testurteil „mangelhaft“ ging an die Anhaltiner Bergquelle Medium und das Mineralwasser Brohler Medium. Mit der Note „ungenügend“ wurden die Naturpark Quelle Medium und Apollinaris Medium bewertet. Minuspunkte gab es auch wegen enthaltener Süßstoffe.

Brohler wehrt sich gegen das Testurteil

Die Brohler Mineral- und Heilbrunnen GmbH widerspricht dem Testurteil. Die Laboranalysen seien fehlerhaft gewesen, meldet das Unternehmen. Das Mineralwasser werde sei 2010 durch das Institut Romeis untersucht. Das schlechte Testergebnis begründet Öko-Test mit einem zu hohen Bor- und Süßstoffgehalt. Brohler hat Proben derselben Charge untersuchen lassen. Nach Angaben des Unternehmens wiesen diese lediglich ein Gehalt an Süßstoffen im Spurenbereich auf, weit unter der Bestimmungsgrenze des Analyseverfahrens. Brohler wirft Öko-Test außerdem vor, den Grenzwert für Bor willkürlich festgelegt zu haben. Der gesetzlich zulässige Wert für Mineralwasser liegt bei 5,5 mg/l, Öko-Test setzte allerdings einen Grenzwert von 0,5 mg/l an.
Wussten Sie, dass man Mineralwasser zum Reinigen verwenden kann? Beispielsweise um Flecken aus Kleidung oder dem Teppich zu entfernen.