Mineralöl in Babymilch

Eine Dose Babymilch Pulver und eine Babyflasche
Ist Babymilch wirklich gut? - Foto: © picsfive

Säuglingsmilch-Produkte sollen eigentlich zu Babys gesunder Entwicklung beitragen. Doch einige Produkte enthalten Mineralöl-Rückstände, die als gesundheitsgefährdend gelten. Das belegen Untersuchungsergebnisse der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) Münsterland Emscher-Lippe und Stuttgart, welche die Verbraucherorganisation foodwatch nun veröffentlicht hat.

Verunreinigungen mit MOSH und MOAH

Das CVUA Münster hat insgesamt 50 Proben von Babymilch-Produkten untersucht. In allen Proben fand das Labor gesättigte Mineralöle, sogenannte MOSH. In 14 Proben wiesen die Tests zudem aromatische Mineralöle (MOAH) nach. Das Stuttgarter Labor konnte in 17 von 50 Proben keine MOAH-Verunreinigungen feststellen, MOSH fanden sich in 12 Proben. Zusammengenommen waren 92 Prozent aller Säuglingsmilch-Proben mit MOSH belastet und 21 Prozent mit MOAH.

MOAH gelten als besonders gefährlich. Nach Einschätzung der Europäischen Lebensmittelbehörde stehen sie im Verdacht, das Erbgut zu schädigen und Krebs auszulösen. MOSH können sich im Körpergewebe und in den Organen anreichern. Welche langfristigen Auswirkungen das hat, ist noch unklar.

Welche Produkte sind betroffen?

Für MOAH setzte das CVUA Münster eine Bestimmungsgrenze von 0,5 mg pro Kilogramm an. Den Untersuchungen zufolge waren die folgenden Produkte belastet:

  • Nestlé „BEBA Pro HA 2“, „BEBA Supreme Pre, von Geburt an“, „BEBA Optipro 2“, „BEBA Optipro 1“, „BEBA Pro HA 1, von Geburt an“ und „BEBA Pro HA Pre“
  • Humana „SL Spezialnahrung bei Kuhmilchunverträglichkeit“ und „Anfangsmilch 1 von Geburt an“
  • Novalac „Säuglingsmilchnahrung PRE 400g“ und „BK, Blähungen und Koliken“
  • Rossmann „Babydream Kinderdrink ab 1 Jahr“

Ob sich die untersuchten Produktchargen noch im Handel befinden, ist nicht bekannt.
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