Fraunhofer Institut: Mit dem FoodScanner gegen Lebensmittelverschwendung

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Ist das Obst noch gut oder kann es weg? Jedes Jahr landen Tonnen von Lebensmitteln im Müll, die eigentlich noch genießbar wären. Nicht nur der Handel, auch die Verbraucher entsorgen zahlreiche Lebensmittel, weil sie nicht mehr verzehrbar erscheinen. Doch ist der leicht schrumpelige Apfel wirklich schon schlecht? Lässt sich der Joghurt mit dem seit drei Tagen abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum noch essen? Das Fraunhofer Institut arbeitet an einem FoodScanner, der Verbrauchern und Handel genau diese Fragen beantworten soll.

Bündnis „Wir retten Lebensmittel“

Mit dem FoodScanner beteiligt sich das Fraunhofer Institut am bayerischen Bündnis „Wir retten Lebensmittel“. Ins Leben gerufen vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, möchte das Bündnis mit insgesamt 17 Maßnahmen der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken. Der FoodScanner ist eine dieser Maßnahmen.

Der FoodScanner ist ein Gerät im Hosentaschenformat, das den Frischegrad von Lebensmitteln feststellen soll. Es sendet einen Infrarotstrahl aus und misst anschließend das Spektrum des vom Lebensmittel reflektierten Lichts. Aus den Wellenlängen, die ein Produkt absorbiert, lassen sich Rückschlüsse über dessen chemische Zusammensetzung ziehen. Daran wiederum erkennt das Gerät, ob das Produkt noch verzehrfähig ist. Das soll sowohl bei frischen als auch bei abgepackten Lebensmitteln funktionieren.

Scanner funktioniert bereits mit homogenen Lebensmitteln

Das Demo-System besteht bereits. Aktuell kann der FoodScanner aber nur homogene Lebensmittel bewerten, also beispielsweise Obst, Gemüse, Käse oder Joghurt. Produkte mit mehreren Zutaten wie etwa Pizza stellen das Gerät noch vor Probleme.
Bis der FoodScanner einsatzbereit ist, können sich Verbraucher anhand ihrer sensorischen Wahrnehmung orientieren. Richtig gelagert halten sich viele Lebensmittel auch noch über das MHD hinaus.
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