Öko-Test: Vegane Fertiggerichte auf dem Prüfstand

Vegane Fertiggerichte im Test

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Foto: © Zerbor

Vegane Gerichte sind kompliziert, man braucht viele Zutaten und die Zubereitung dauert lange? Das stimmt zwar nicht unbedingt. Die Lebensmittelindustrie hat dennoch die vegetarisch und vegan lebende Zielgruppe für sich entdeckt und bringt immer mehr Fertiggerichte ohne tierische Bestandteile auf den Markt. Doch wie gut sind vegane Fertigprodukte eigentlich? Das wollte auch das Verbrauchermagazin Öko-Test machen und hat für die Mai-Ausgabe 21 vegane Fertiggerichte getestet.

Mehr als zwei Drittel der Produkte sind „gut“ oder „sehr gut“

Die Auswahl ist mittlerweile groß und reicht von der deftigen Linsensuppe aus der Dose bis zum indischen Curry. Dem Marktforschungsinstitut Mintel zufolge waren 2017 mehr als 12 Prozent aller verkauften Fertigprodukte vegan. Vier Jahre zuvor waren es nicht einmal 3 Prozent. Öko-Test hat nun untersucht, was eigentlich in den Produkten drinsteckt.

Die gute Nachricht: Mehr als zwei Drittel der 21 Testkandidaten erhielten die Note „gut“ oder sogar „sehr gut“. Schadstoffe fanden die Tester nur in geringen Mengen. Dazu gehören vor allem Cadmium, anorganisches Arsen und Chlorpropham, das Kartoffeln am Keimen hindert. Nur vier Produkte enthielten einen auffällig erhöhten Anteil an Mineralöl-Rückständen und wurden daher abgewertet. Gesättigte Kohlenwasserstoffe wiesen die Tester ebenfalls nur in wenigen Produkten nach.

Die Testsieger und -verlierer

Zu den Testsiegern gehört das Linsencurry „India“ von Bio Inside, ein Tiefkühlgericht (4,49 Euro/ 400 g). Die Instant-Bulgur Pfanne Mediterrane Art von Alnatura schnitt ebenfalls mit Höchstwertung ab (2,45 Euro/ 200 g). Die Tester können auch das Bio Chili Sin carne von dm aus der Dose empfehlen (2,25 Euro/ 400 g).

Nicht empfehlenswert ist Öko-Test zufolge das Satori Gemüsecurry Napapiri von Netto, ein Mikrowellengericht. Im Test wurden Cadmium und Chloropham nachgewiesen. Auch der Heirler Cenovis Schneller Becher Gemüsereis Mediterran fiel durch. Die Tester fanden anorganisches Arsen und Mineralöl-Rückstände.

Viele Gerichte enthalten zu viel Salz

Zudem fiel den Testern ein grundsätzliches Problem auf: Alle getesteten Fertiggerichte enthalten sehr viel Salz. Viele Produkte enthalten eine erhöhte oder stark erhöhte Menge, die den Tagesbedarf von 6 g schon fast vollständig deckt. Als gelegentlicher Snack eignen sich viele der getesteten Fertiggerichte jedoch allemal. Der Großteil der Ernährung sollte dann aber aus frischen Zutaten bestehen.

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