WHO-Analyse: Wie gefährlich ist Mikroplastik im Trinkwasser?

Zeitung auf einem Tisch
Foto: © Zerbor

Mikroplastik sind winzige Plastikpartikel, einige davon wenige Millimeter groß, andere mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Mikroplastik belastet die Umwelt und wurde längst auch im Trinkwasser gefunden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun erstmals untersucht, welche gesundheitlichen Auswirkungen Mikroplastik im Trinkwasser für den Menschen hat.

Bislang keine Hinweise auf ein Gesundheitsrisiko

Mikroplastik stammt zum Beispiel aus Kosmetikprodukten wie Peelings und Reinigungsmitteln. Zerfallen größere Kunststoffprodukte, entsteht dabei ebenfalls Mikroplastik. Umweltschutzorganisationen rechnen zudem auch wasserlösliche, flüssige und gelförmige Kunststoffe dazu. Viele dieser Partikel sind so klein, dass sie sich mit bloßem Auge nicht mehr wahrnehmen lassen. Im Trinkwasser bleiben sie so für den Verbraucher unsichtbar. Australischen Forschern zufolge nimmt jeder Mensch pro Woche bis zu fünf Gramm der winzigen Kunststoffteilchen zu sich, beispielsweise über die Nahrung oder über das Trinkwasser.

Wie gefährlich ist das für die Gesundheit? Die WHO gibt zunächst einmal Entwarnung. Bislang deute nichts darauf hin, dass Mikroplastik im Trinkwasser schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit habe, heißt es im aktuellen Bericht. Menschen hätten schon seit Jahrhunderten Plastikpartikel aufgenommen, ohne dass dies negative Folgen für die Gesundheit gehabt hätte.

Mehr Forschung nötig

Bisher lasse vieles darauf schließen, dass mit der Nahrung oder dem Trinkwasser aufgenommenes Mikroplastik einfach nur den Verdauungstrakt passiert und wieder ausgeschieden wird. Eine gesunde Haut und Darmschleimhaut stelle eine effiziente Barriere für die Plastikteilchen dar. Es besteht zwar die Möglichkeit, dass die Plastikpartikel die Darmwand passieren und ins Gewebe gelangen. Das müsse aber nicht unbedingt negative Gesundheitsfolgen nach sich ziehen.

Die Ergebnisse klingen beruhigend, die WHO weist aber auch darauf hin, dass die Studienlage recht gering ist und es sich nur um ein vorläufiges Urteil handelt. Es sei wesentlich mehr Forschung nötig, bevor man abschließend sagen könne, ob über das Trinkwasser aufgenommenes Mikroplastik für den menschlichen Körper bedenklich oder unbedenklich ist. So müsse man zum Beispiel gezielter untersuchen, ob die Barrierefunktion von erkrankter Haut oder Schleimhaut aufrechterhalten bleibt.

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