Was tun bei Schimmelbefall in der Mietwohnung?

Schimmel im Badezimmer?

Schimmel an den Wänden oder im Bad ist nicht nur unansehnlich, sondern auch gesundheitsschädlich. Die Sporen der Schimmelpilze können ernsthafte Erkrankungen hervorrufen, häufig sind Allergien, Asthma oder andere Atembeschwerden. Vor allem Kinder, ältere und empfindliche Menschen sind betroffen. Bei Schimmelbefall in der Wohnung sollte daher schnell gehandelt werden. Eine oberflächliche Reinigung reicht oft nicht aus, häufig muss eine fachgerechte Reinigung durch den Profi erfolgen. Doch wer ist eigentlich dafür zuständig, Mieter oder Vermieter?
lesen Sie auch unsere Tipps zum Badezimmer putzen

Die Ursache für den Schimmel herausfinden

Schäden durch Schimmel und Schimmelbeseitigung gehören zu den häufigsten Streitfällen zwischen Mieter und Vermieter. Laut einer Studie ist jeder fünfte Haushalt in Deutschland von Schimmel befallen. Die fachgerechte Beseitigung ist oft aufwendig und kostenintensiv. Daher ist sowohl Vermietern als auch Mietern daran gelegen, festzustellen, wer für den Schimmelbefall verantwortlich ist. Falsches Lüften und Heizen ist nicht selten der Auslöser für den unangenehmen schwarzen Pilz; dafür ist der Mieter verantwortlich. Liegen jedoch bauliche Mängel vor, muss der Vermieter die Kosten für die – möglichst dauerhafte – Beseitigung übernehmen. Im Streitfall klärt ein unabhängiger Sachverständiger die Ursache. Dieser begutachtet nicht nur den akut sichtbaren Befall, sondern auch das Mauerwerk, um die Verbreitung der Schimmelpilze festzustellen. Schimmel in der Wohnung – was tun?

Miete kürzen oder unter Vorbehalt zahlen

Doch was können Mieter tun, wenn der Vermieter trotz eindeutiger baulicher Mängel die Kosten für die Schimmelbeseitigung nicht tragen will?

Verweigert der Vermieter die Kostenübernahme, können Mieter die Miete kürzen. Fragen Sie einen Rechtsanwalt welche Kürzung angemessen ist. Der Restbetrag sollte allerdings auf ein gesondertes Konto zurückgelegt werden. Kommt der Fall vor das Gericht und dieses entscheidet zugunsten des Vermieters, muss die einbehaltene Miete nämlich zurückgezahlt werden. Eine Alternative: Mieter informieren ihren Vermieter, dass sie die Miete ab einem bestimmten Datum unter Vorbehalt zahlen. Nach erfolgreicher Klärung muss der Mieter weniger Miete zahlen und kann sich die Kosten für die Schimmelbeseitigung so zurückholen. Wer vom Schimmelproblem betroffen ist, kann sich bei einem uneinsichtigen Vermieter auch an die Stadt wenden. Die Kommunen können Bußgelder gegen Vermieter erlassen, die ihre Wohnungen vernachlässigen.

Schimmelbefall schnell beseitigen

In jedem Fall empfiehlt sich eine schnelle Beseitigung des Schimmelproblems. Oberflächlich befallene Flächen, die nicht größer als 0,4 Quadratmeter sind, können Privatpersonen Experten zufolge selbst reinigen – mit entsprechender Schutzkleidung und Mundschutz! Bei größeren Flächen sollte eine Fachfirma die Reinigung übernehmen.