Schadstoffrückstände in Lebensmittelverpackungen: Verbraucherzentrale fordert Rechtsrahmen

Essen in einer Plastikverpackung
Essen to go in einer Plastikverpackung - Foto: © Ildi - stock.adobe. com

Vom Weichmacher in Plastiktrinkflaschen bis hin zum Formaldehyd in Kaffee-Bechern: In zahlreichen Lebensmittelverpackungen finden sich Rückstände von Schadstoffen. Abhängig von der Beschaffenheit des Nahrungsmittels, der Lagerdauer und der Lagertemperatur können diese Rückstände auf das Lebensmittel übergehen und damit eine Gefahr für Verbraucher darstellen. Davor warnt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzvb). Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Verbraucher keine Schadstoffe in Lebensmittelverpackungen wünscht.

vzvb sieht Verbraucher ungenügend vor Schadstoffen geschützt

In der repräsentativen Befragung im Auftrag des vzvb geben 93 Prozent der Teilnehmer an, keine gesundheitsschädlichen Chemikalien in Koch- und Essgeschirr oder Lebensmittelverpackungen zu wollen.

Theoretisch dürfen auch keine Inhaltsstoffe oder Bestandteile aus Verpackungen und anderen Materialien, mit denen Lebensmittel während Produktion und Lagerung in Kontakt kommen, in gesundheitsschädigender Menge auf diese übergehen. In der Praxis sieht das nach Informationen der Verbraucherzentrale jedoch anders aus. So dürfen Phthalate, die als Weichmacher für Kunststoffe verwendet werden, weiterhin für Trinkflaschen eingesetzt werden. In Textilien und Babyartikeln sind sie dagegen verboten, da sie bei Kontakt in den Organismus übergehen können und sich fortpflanzungsschädigend auswirken sowie bei Schwangerschaft ein Risiko für das ungeborene Kind darstellen. Coffee to go Becher aus scheinbar nachhaltigen Materialien wie Bambus setzen bei Kontakt mit warmen Flüssigkeiten Formaldehyd frei. Formaldehyd steht unter Verdacht, Krebs auszulösen, wenn es im gasförmigen Zustand eingeatmet wird.

Bislang fehlt es auf europäischer Ebene an einheitlichen Vorschriften für sogenannte Lebensmittelkontaktmaterialien. Der vzvb fordert daher neue rechtliche Bestimmungen, um Verbraucher besser über die Verwendung von Chemikalien in Umverpackungen und anderen Kontaktmaterialien zu informieren und vor einer eventuellen Gesundheitsgefahr zu schützen.

Die Forderungen im Einzelnen:

  • Ein klares Verbot für besonders schädigende Stoffe, die beispielsweise krebserregend, erbgut-verändert oder fortpflanzungsschädigend wirken können.
  • Einführung eines europäischen Zulassungsverfahrens für Lebensmittelkontaktmaterialien, in dem ihre Unbedenklichkeit nachgewiesen wird.
  • Eindeutige Kennzeichnung und verbindliche Regelung für Warn- und Verwendungshinweise sowie die Deklaration von Inhaltsstoffen.
  • Einfuhrkontrollen und Vorführpflichten für potenziell gesundheitsschädliche Produkte.
  • Stärkere Überwachung von Lebensmittelkontaktmaterialien.

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