Öko-Test: Viel zu viel Zucker in hippen Limos

Testergebnisse hippe Limos

Limonaden im Sommer
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Dass Softdrinks viel Zucker enthalten, ist keine Neuigkeit. Wer sich gesundheitsbewusst ernähren möchte, lässt daher häufig die Finger von Cola und Co. An Stelle der typischen Limos sind Trend-Getränke getreten, die mit ausgefallenen Geschmacksrichtungen oder dem Versprechen auf gesunde Früchte auf sich aufmerksam machen. Faßbrause, Estragon-Ingwer-Limo und Apfelschorle sollen im Sommer den Durst löschen. Öko-Test allerdings zeigt auf, dass auch diese hippe Variante der Limo viel zu viel Zucker enthält.

Elf Würfel Zucker pro Portion

19 verschiedene Faßbrausen, Limos und Schorlen haben die Tester für die Juli-Ausgabe ihres Magazins unter die Lupe genommen. 17 der getesteten Produkte überschreiten mit einer Flasche bereits die Hälfte der empfohlenen Zucker-Höchstdosis. Die liegt laut WHO bei 25 Gramm pro Tag für Erwachsene. Das entspricht umgerechnet acht Würfeln Zucker. In den meisten Faßbrausen und Limos stecken mindestens vier Würfel oder sogar mehr. Eine Flasche Gaffel-Faßbrause enthält sogar 20,8 Gramm Zucker, was fast sieben Würfeln entspricht. Noch mehr Zucker ist in der Fritz Limo Melonenlimonade enthalten: ganze elf Würfel oder 33 Gramm pro Portion.

Fruchtschorle schneidet nicht unbedingt besser ab. Selbst wenn kein Zucker zugesetzt wird, enthalten sie relativ viel fruchteigenen Zucker. Die Christinen Apfel-Himbeer-Granatapfel Activ-Schorle kommt auf 4,3 Gramm Zucker pro 100 ml. Macht schon 21,5 Gramm Zucker bei einem halben Liter Schorle.

„Gute“ Bio-Limos und Schorlen

Auch Bio-Limonade ist keine Alternative – zumindest nicht, wenn man Zucker einsparen möchte. Immerhin verzichten vier der fünf getesteten Bio-Limonaden auf künstliche Aromen und andere Zusätze und erhielten daher das Urteil „Gut“:

  • Bionade Schwarze Johannisbeere-Rosmarin
  • Proviant Berlin Rhabarberlimonade naturtrüb
  • Strandräuber Biobiermix Zitrone Frei-Bier
  • Voelkel Bio Zisch Rhabarber Limonade

Die Adelholzener Rote Schorle ohne Zuckerzusatz enthält zwar immer noch fast 12 Gramm Fruchtzucker pro Portion, kommt aber ohne weitere Zusätze aus und schneidet daher ebenfalls mit „Gut“ ab.

Bei Faßbrause sollten Verbraucher noch aus einem anderen Grund vorsichtig sein: Die Brausen basieren auf alkoholfreiem Bier, dem Saft zugesetzt wird. Auch alkoholfreies Bier kann aber Restalkohol enthalten. Für Kinder und Personen, die auf Alkohol verzichten wollen oder müssen, sind Faßbrausen daher nicht empfehlenswert.

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