Mit Lichttherapie gegen Winterdepression

Lichttherapie gegen Winterdepression
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Im Herbst wird es langsam wieder dunkler in Deutschland. Bis zur längsten Nacht des Jahres, der Wintersonnenwende am 21. Dezember, ist es jeden Tag etwas weniger lang hell. Zeigt sich dann das Wetter noch von einer trüben und verregneten Seite, drückt das bei einigen Menschen schnell auf die Stimmung. Die Folge sind Winterdepressionen. Betroffene fühlen sich schlapp und antriebslos, das Schlafbedürfnis steigt, oft kommt es auch zu Heißhungerattacken.
Gegen die schlechte Stimmung im Winter lässt sich allerdings etwas tun: Mit einer Lichttherapie kann die Winterdepression vertrieben oder zumindest die Stimmung verbessert werden. (Tipps für die Winterdeko)

Licht für bessere Stimmung

Auslöser für die Winterdepression ist das Hormon Melatonin. Dieses schüttet der Körper aus, sobald es dunkel wird, um uns gut schlafen zu lassen. Ist die Lichtintensität in Herbst und Winter allgemein geringer, schüttet der Körper auch tagsüber mehr Melatonin aus. Hinzu kommt, dass Menschen, die unter Winterdepressionen leiden, weniger lichtempfindliche Sehzellen im Auge haben – es kommen also noch weniger Lichtreize im Gehirn an, die Melatoninausschüttung erhöht sich. Zur Produktion von Melatonin benötigt der Körper zudem das Glückshormon Serotonin. Wird mehr Melatonin produziert, sinkt der Serotoninspiegel.

Die Lichttherapie gaukelt dem Gehirn nun längerwährende Helligkeit vor. Dafür benötigen Betroffene spezielle Geräte mit einer Beleuchtungsstärke von mindestens 10.000 Lux. Das Licht ist frei von schädlichen UV-Strahlen. Aufgenommen werden muss es über die Augen. Die Helligkeit signalisiert dem Gehirn, die Hormone Cortisol und Serotonin auszuschütten. Etwa eine halbe bis eine Stunde am Tag sollten Betroffene nicht mehr als einen Meter entfernt vor der speziellen Lampe sitzen. Dabei müssen sie nicht immer in Richtung Lampe schauen, sondern können auch lesen oder arbeiten.

Häufiger an die frische Luft

Geräte für die Lichttherapie sind nicht ganz günstig, Geräte für den Heimgebrauch kosten zwischen 100 und 200 Euro. Vor der Lichttherapie sollten Betroffene zudem unbedingt einen Arzt aufsuchen, bei einigen Augenerkrankungen eignet sie sich nämlich nicht. Eine Alternative bei leichten Verstimmungen: Gehen Sie mehr an die frische Luft. Selbst an trüben Wintertagen strahlt das Licht draußen noch mit 2.500 Lux – wesentlich mehr als eine Zimmerleuchte mit 500 Lux. Ein längerer Spaziergang jeden Tag kann daher auch dabei helfen, gegen die Winterdepression anzugehen.

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