Wassercheck der Stiftung Warentest: Leitungswasser oder Mineralwasser?

Ist Leitungswasser gesünder als Mineralwasser?

Gläser mit Mineralwasser und Zitronenscheiben
Foto: © Martin M303

Wasser in Flaschen nach Hause schleppen oder einfach aus dem Hahn ins Glas laufen lassen? Viele Verbraucher vertrauen darauf, dass Mineralwasser gesünder und reiner ist als das Wasser, was bei ihnen zuhause aus dem Wasserhahn kommt. Aber stimmt das überhaupt? Enthält Mineralwasser tatsächlich mehr Mineralstoffe? Und wie gesund ist Leitungswasser? Die Stiftung Warentest macht regelmäßig den Test. Und der fällt in diesem Jahr eindeutig aus: „Mineralstoffe im Mineralwasser sind ein Mythos,“ heißt es im großen Wassercheck.

Leitungswasser gesundheitlich unbedenklich

Für den Test hat Stiftung Warentest 28 Trinkwasserproben aus 13 Bundesländern analysiert und der Analyse von 30 stillen Mineralwassern gegenübergestellt. Die gute Nachricht: Sämtliche Leitungswasserproben entsprachen den Vorgaben der deutschen Trinkwasserverordnung. Die Tester stellten weder Hormon-Rückstände aus Medikamenten noch Rückstände von Pestiziden fest – entgegen der Befürchtungen vieler Verbraucher. Einige Chemikalien wie Nitrat oder Süßstoffe ließen sich zwar im Trinkwasser nachweisen, allerdings zumeist in Konzentrationen von unter 0,1 mg pro Liter. Das sei unbedenklich.

Wenig Mineralstoffe im Mineralwasser

Leitungswasser ist also gesundheitlich unbedenklich und zudem weit günstiger als stilles Mineralwasser aus der Flasche. Aber wie sieht es mit dem Mineraliengehalt aus? Hier hat das Mineralwasser doch sicherlich die Nase vorn? Das stimmt tatsächlich nur bedingt: Im Test wiesen nur acht Mineralwasser einen höheren Mineralstoffgehalt auf als das mineralstoffreichste Leitungswasser. In sechs der Wasserflaschen fanden die Tester dagegen eine hohe Keimbelastung – ungefährlich für gesunde Menschen, aber unter Umständen bedenklich für Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Chemische Verunreinigungen wiesen die Tester in fünf der Mineralwasser nach.

Solange im Haus also keine alten Bleileitungen verlegt sind, können Verbraucher fast überall in Deutschland unbesorgt zum Leitungswasser greifen.

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