GKV: Höherer Zuschuss für Zahnersatz ab Oktober

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Zum 1. Oktober 2020 gibt es gute Nachrichten für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen: Der sogenannte Festzuschuss für Zahnersatz steigt von 50 auf 60 Prozent. Wer per Bonusheft nachweisen kann, dass er jedes Jahr zur Kontrolle beim Zahnarzt war, bekommt zudem einen höheren Bonus.

Festzuschuss steigt von 50 auf 60 Prozent

Zahnersatz kann teuer werden. Für Kronen, Brücken und Prothesen fallen je nach Material und Aufwand schnell vierstellige Kosten an. Bislang beteiligten sich die gesetzlichen Krankenkassen lediglich mit einem Zuschuss in Höhe von 50 Prozent an den Kosten. Den Rest mussten Patienten aus eigener Tasche zahlen. Auch ab dem 1. Oktober ist von den Versicherten noch ein Eigenanteil zu leisten. Der Festzuschuss wird jedoch auf 60 Prozent der Kosten für die Regelversorgung erhöht.

Unter die Regelversorgung fallen alle Leistungen, die zur vereinbarten Basisversorgung der Kassen gehören. Extras wie Keramikkronen oder Goldinlays gehören nicht dazu und müssen weiterhin voll von den Patienten gezahlt werden. Der höhere Zuschuss kann dennoch eine Entlastung darstellen. Eventuell lohnt es sich daher, mit einer planbaren Zahnbehandlung noch ein paar Tage zu warten und diese erst im Oktober vornehmen zu lassen.

Lückenlos geführtes Bonusheft macht sich bezahlt

Wer jedes Jahr zur Kontrolle beim Zahnarzt war und jeden Besuch ins Bonusheft hat eintragen lassen, kann sich ab dem 1. Oktober zudem über einen höheren Bonus freuen. Wurde das Bonusheft über fünf Jahre hinweg lückenlos geführt, gibt es statt 60 dann 70 Prozent Festzuschuss. Lassen sich die Kontrollen über zehn Jahre hinweg nachweisen, steigt der Kassenzuschuss von 65 auf 75 Prozent.

In Ausnahmefällen erhalten Patienten auch dann 75 Prozent Bonus, wenn sie ihre Zähne in den letzten zehn Jahren regelmäßig und gut gepflegt und den Kontrollbesuch beim Zahnarzt nur einmal ausfallen lassen haben.

Vor aufwendigen Zahnbehandlungen zweite Meinung einholen

Nicht immer ist es klar ersichtlich, was zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen gehört. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Zahnpatienten daher, sich vor der Behandlung ausführlich bei der Kasse zu informieren. Der Zahnarzt ist zudem gesetzlich dazu verpflichtet, Patienten alle Behandlungsalternativen aufzuzeigen, von der günstigen Regelversorgung bis hin zu teuren Extras. Bei aufwendigen Behandlungen kann es sich zudem lohnen, eine zweite Meinung einzuholen und jeweils einen Kostenvoranschlag anfertigen zu lassen. Wird Zahnersatz benötigt, müssen Zahnärzte einen Heil- und Kostenplan anfertigen, der auch den Eigenanteil auflistet.
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