Gibt es auch Hitzefrei für Arbeitnehmer?

Thermometer und Sonne Foto: © Thaut Images

Hitzewelle in Deutschland. Dieser Mai erreicht Temperaturen, die wir sonst eher im Hochsommer erwarten. Das Thermometer klettert auf über 30 Grad, an den Abenden drohen vor allem im Westen und Süden Gewitter. Aber auch die bringen nur eine kurzfristige Abkühlung. Die Hitze soll sich noch halten.

Ausschlaggebend ist die Raumtemperatur

Wer bei diesem Wetter im Büro sitzt, denkt vielleicht nostalgisch an die Schulzeit zurück. Damals gab es noch Hitzefrei. Für Schulen gibt es da klare Regeln. Je nach Bundesland entscheiden entweder das Kultusministerium oder die Schulleiter selbst, bis wie viel Grad die Schüler beim Lernen schwitzen müssen. Aber wie sieht das eigentlich für Arbeitnehmer aus? Gibt es auch für Eltern eine Chance auf Hitzefrei?

Klare Vorgaben existieren nicht. Die Arbeitsstättenverordnung legt lediglich fest, dass die Lufttemperatur am Arbeitsplatz 26 Grad nicht übersteigen darf. Liegt sie darüber, müssen Chefs Abhilfe leisten. Die Außentemperatur hat keinen Einfluss darauf, ob Arbeitnehmer freigestellt werden. Kühlen Jalousien und Klimaanlagen den Raum auf eine Temperatur unter 26 Grad, besteht kein Anrecht auf Hitzefrei, egal wie warm es draußen ist. Abkühlung könnte auch ein selbstgemachtes Eis aus der Eismaschine bringen.

Arbeitgeber muss Mitarbeiter vor Hitze schützen

Steigt die Innentemperatur auf über 26 Grad, sind zum Beispiel Gegenmaßnahmen wie ein Abdunkeln der Fenster angesagt. Bei Temperaturen über 30 Grad muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter zum Beispiel mit einem lockereren Dresscode oder Gratis-Getränken entlasten. Erst wenn die Raumtemperatur auf über 35 klettert, besteht eine Chance darauf, freigestellt zu werden. Sonderregeln können für Schwangere, Mütter während der Stillzeit oder ältere Arbeitnehmer gelten, sofern ein Attest vorliegt.

Ähnliche Vorgaben gelten auch für die Arbeit an Hitzearbeitsplätzen wie Bauarbeiten in der prallen Sonne oder Arbeiten am Ofen. Der Arbeitgeber muss seine Arbeitnehmer vor Hitze schützen, etwa durch ausreichende Pausen und das Bereitstellen von Getränken. Bei extremen Temperaturen können Chefs ihre Mitarbeiter auch freistellen. Die IG Bau empfiehlt beispielsweise, Bauarbeiten im Freien bei über 35 Grad zu unterlassen. Präzise gesetzliche Vorgaben gibt es jedoch nicht.
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