Stiftung Warentest warnt vor beliebten frei verkäuflichen Medikamenten

Frei verkäufliche Medikamente im Test

Zeitung mit Verbrauchertipps Foto: © Zerbor

Bei Kopfschmerzen schnell eine Tablette, bei Erkältung ein Kombi-Mittel und bei Verstopfung ein Abführmittel: Harmlose Erkrankungen behandeln die meisten Menschen mit frei verkäuflichen Arzneimitteln. Nicht alle davon sind jedoch empfehlenswert. Einige der Präparate zeigen keine ausreichende Wirkung, andere können sogar schädlich sein. Davor warnt die Stiftung Warentest.

Jedes Jahr nimmt ein Expertenteam der Stiftung Warentest die meistverkauften nicht-rezeptpflichtigen Medikamente unter die Lupe. Von den 1.500 getesteten Arzneimitteln schneiden dabei 500 schlecht ab. Dazu gehören auch beliebte Präparate, die sich in vielen Hausapotheken finden.

Schmerzmittel

Viele Verbraucher greifen bei Kopf- und Gliederschmerzen zu Kombipräparaten wie Neuralgin, Spalt oder Thomapyrin. Diese enthalten sowohl Acetylsalizylsäure als auch Paracetamol. Einige Mittel enthalten zusätzlich Koffein, was den Medikamentenmissbrauch fördern kann. Der Wirkstoffmix bringt Stiftung Warentest zufolge keinen Vorteil. Besser seien Schmerzmittel mit Einzelwirkstoff, entweder Acetylsalizylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol.

Erkältungsmittel

Auch gegen Erkältung sind Kombipräparate beliebt. Grippostad C, Wick DayMed oder Wick MediNait sollen gleich gegen mehrere Erkältungssymptome vorgehen. Stiftung Warentest rät jedoch dazu, jedes Symptom einzeln zu behandeln, da die Symptome bei einer Erkältung nicht gleichzeitig auftreten. Kombipräparate verfehlen daher ihre Wirkung, zudem steigt das Risiko von Nebenwirkungen.

Halsschmerzen

Bei einigen frei verkäuflichen Präparaten bemängelt Stiftung Warentest die mangelnde Wirksamkeit. Zudem seien Nebenwirkungen möglich. Die Lutschtabletten Dobendan Direkt können zum Beispiel die Mundschleimhaut schädigen. Dolo-Dobendan, Dorithricin, Lemocin und neo-angin Lutschpastillen enthalten Antiseptika, die gegen Viren nicht wirken. Wer unter Halsschmerzen leide, solle besser zu Pastillen mit den Wirkstoffen Lidokain oder Ambroxol greifen – oder Emser Salz Lutschpastillen wählen.

Durchfall

Den Testern zufolge wirken die Mittel Colina, Tannacomp Tabletten und Uzara nicht ausreichend. Uzara kann zudem Darmkrämpfe auslösen. Als Alternative empfiehlt Stiftung Warentest den Wirkstoff Loperamid, der zum Beispiel in Imodium enthalten ist.

Verstopfung

Während viele Durchfallmittel nicht ausreichend wirken, ist die Wirkung von Präparaten gegen Verstopfung oft zu drastisch. Präparate mit Aloe oder Rizinusöl reizen den Darm. Obstinol M enthält sogar Paraffin, was sich in der Lunge ablagern kann. Verträglicher und schonender seien pflanzliche Abführmittel mit Flohsamen oder Sennes sowie Präparate mit Natriumpicosulfat, Laktulose oder Macrogol.

Schürfwunden und Narben

Hier bemängelt Stiftung Warentest die nicht ausreichende Wirkung von Medice Gel, Contractubex Gel und Pyolysin Salbe. Das im Medicen Gel enthaltene Benzethonium kann zudem Allergien auslösen. Für Schürfwunden seien Povidon-Jod-Lösung und Dexpanthenol-Salbe die besseren Alternativen.

Eine Liste mit 35 bekannten Medikamenten, von denen eher abzuraten ist, gibt es auf der Webseite der Stiftung Warentest.

Es gibt aber auch zahlreiche Hausmittel, die schon seit Jahrzehnten gut wirken:

  • Hausmittel bei Erkältung
  • Hausmittel gegen Halsschmerzen
  • Hausmittel gegen Durchfall
  • Hausmittel gegen Verstopfung
  • Hausmittel gegen Kopfschmerzen
  • Hausmittel gegen Mückenstiche
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